Skulptur Winzerpaar (Sommerhausen)

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Skulptur Winzerpaar an der Auffahrt zur Mainbrücke in Sommerhausen

Die Skulptur Winzerpaar in Sommerhausen erinnert an die Fertigstellung der Mainbrücke Sommerhausen-Winterhausen im Jahre 1970.

Standort

Die Brückenplastik steht in der Flurlage „Nähe Kr WÜ 16“ (Flurstück Nr. 396/1) nahe des Kreisverkehrs an der Jahnstraße an der Brückenauffahrt.

Geschichte

Ursprünglich sollte die Plastik zur Brückeneinweihung 1971 fertiggestellt sein, allerdings teilte Bildhauer Richard Rother bei einem Ortstermin von Johann Aigner, dem 1. Bürgermeister von Sommerhausen, Kreisrat und 2. Bürgermeister von Sommerhausen Karl Hügelschäffer und Oberbaurat Meyer am 29. Juni 1971 mit, dass er bis zur Brückeneinweihung im Herbst diese Figur nicht erstellen könne, nachdem besonders die Steinwerke längere Zeit brauchen, bis sie einen entsprechenden Block in ihren Brüchen zur Verfügung haben. [1]

Im Juni 1972 teilte Richard Rother dem Marktgemeinderat Sommerhausen mit, dass sich die Kosten für die Ausführung einer Brückenkopf-Plastik in Sommerhausen entsprechend auf 20.707,- DM belaufen. Nach Kenntnisnahme der Kostensumme und Besichtigung des vorhandenen Modells wurde einstimmig beschlossen, die Brückenkopf-Plastik bei der Künstlergemeinschaft Richard und Klaus Rother entsprechend des Kostenvoranschlags in Auftrag zu geben. [2]

In seiner Sitzung vom 12. März 1975 gab der 2. Bürgermeister Karl Hügelschäffer bekannt, dass durch den Bildhauer Richard Rother, Kitzingen, das im Jahre 1972 in Auftrag gegebene Brückendenkmal bis auf kleinere Arbeiten fertig gestellt war. Nach Aussprache wurde als Termin zur Enthüllung der 30. April 1975 um 16.00 Uhr festgelegt. [3] Am 10. April 1975 wurde festgelegt nicht wie ursprünglich vorgesehen zum 30. April 1975, sondern im Zusammenhang mit der Verkehrsübergabe der Gemeindeverbindungsstraße Sommerhausen-Erlach auch das Brückendenkmal zu enthüllen. [3] In der Sitzung vom 18. Juni 1975 gab Bürgermeister Karl Steinmann bekannt, dass am Freitag, den 4. Juli 1975 um 18.00 Uhr die Verkehrsübergabe der Gemeindeverbindungsstraße Sommerhausen-Erlach erfolgen sollte und diesbezüglich bereits Absprachen mit der Stadt Ochsenfurt und Landrat Dr. Wilhelm getroffen sind. Ferner wird bei dieser Gelegenheit die Steinplastik an der Brückenauffahrt enthüllt.

Beschreibung

Die Skulptur aus Muschelkalk zeigt in allegorischer Darstellung der Orte Sommerhausen und Winterhausen ein Rücken an Rücken stehendes Winzerpaar. Die schlichte, robuste Gestaltung der Figuren unterstreicht dabei den bodenständigen Charakter dieses Berufs.

Der sommerlich gekleidete Winzer richtet seinen Blick nach Sommerhausen und schirmt die Augen mit der rechten Hand an der Stirn vor der Sonne ab. Die Ärmel hat er hochgekrempelt. Der linke Arm hängt locker herab, in der Hand hält er einen Weinkrug.

Die winterlich gekleidete Winzerin ist nach Winterhausen gewandt. Sie trägt ein langes Kleid mit Schürze sowie ein Kopftuch. Ihr Schultertuch hat sie bis über den Mund gezogen. Eine Hand ist zum Schutz vor Kälte unter die Schürze gesteckt. Der linke Arm ist vor dem Körper angewinkelt; in der Ellenbeuge befindet sich eine Schnapsflasche, in der Hand ein Schnapsglas.

Im Sockel befindet sich die Jahreszahl 4. Juli 1975.

Bildergalerie

Trivia

Als die Hülle fiel, fingen die Sommerhäuser und Winterhäuser Bürger das Rätseln an. Das stand sie nun, die graue Muschelkalkstatue an der Auffahrt zur Mainbrücke in Sommerhausen. Fruchtbare Zusammenarbeit mit Winterhausen soll sie demonstrieren, sagte Bürgermeister Karl Steinmann bei der Enthüllung.

Nicht wenige Winterhäuser Bürger regten sich darüber auf. Das Denkmal war denen ein Dorn im Auge. Was so ein „Hullafräle“ sollen wir sein. Eigentlich sollte das Denkmal auf die Mitte der Mainbrücke platziert werden. Aber weil den Winterhäusern das „Fräle“ nicht gepasst habe, haben sie eine eigene Plastik auf ihrer Seite errichten lassen, welche die örtliche Steinindustrie verewigen soll.

Doch mit Deutungen nicht genug. Einem Betrachter war besonders das Tuch um den Mund des „Fräles“ aufgefallen. Seiner Meinung nach könne das Tuch nur dazu dienen, dass sie nicht den Gestank der künftigen Großraumkläranlage riecht, welche ab 1976 gebaut wurde.

Siehe auch

Quellen

Einzelnachweise

  1. Schreiben von Karl Hügelschäffer 6. Juli 1971 betreffend die Brückenplastik, die ursprünglich anlässlich der Brückeneinweihung fertig gestellt werden sollte. (Quelle: Marktarchiv Sommerhausen Az. 6332/2, Bd. 5, Teil 3, Wiederaufbau der kriegszerstörten Mainbrücke Sommerhausen-Winterhausen, Brückenarbeiten, 1968-1983.
  2. Marktgemeindearchiv Sommerhausen, Protokollbuch 1972-1974, Sitzung vom 27. Juni 1972.
  3. 3,0 3,1 Marktgemeindearchiv Sommerhausen, Protokollbuch 1975-1977.

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