Schönstheim

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Schönstheim war eine ehemalige Ansiedlung nördlich der Stadt Röttingen.

Lage[Bearbeiten]

Schönstheim lag in einem heute noch existierenden Waldstück zwischen Riedenheim, Oberhausen, Strüth und Röttingen westlich der heutigen Staatsstraße 2268.

Geschichte[Bearbeiten]

1245 wird es Lehen des Stiftes Neumünster und in einer Urkunde der Hohenloher genannt, in der Bischof Hermann I. von Lobdeburg den jungen Propst Andreas von Hohenlohe in den Besitz des Stiftes einführt. Je acht Huben gehörten dem Würzburger Stift, die ananderen acht dem Kloster Schönthal an der Jagst. Um 1295 wurden die Burg Schönstein und das östlich davon gelegene Dippach bzw. Diepach mit 16 Hofstellen wieder urkundlich erwähnt. Am 22. Juni1345 verkaufte Graf Kraft II. von Hohenlohe-Weikersheim Burg und Teile der Siedlung an das Bistum Würzburg. In der g von Riedenheimer Dorfordnung von 1467 ist der Weiler nach Riedenheim eingepfarrt und auch dort zinspflichtig.

Namensherkunft[Bearbeiten]

Der Name Schönstheim wurde dann im Laufe der Zeit auf das frühere Dorf und die Burg gemeinsam übertragen.

Ende der Besiedelung[Bearbeiten]

Der Grund des Wegzugs im 15. Jahrhundert liegt wohl in den Kriegswirren, von denen Schönstheim immer wieder heimgesucht worden war. Die Burg- und Dorfbevölkerung ließ sich ab 1437 in Riedenheim bzw. Röttingen nieder. Ab 1467 war die Siedlung unbewohnt. 1513 ist beschrieben, dass Schönstheim „jetzo eine Wüstung sei und haben dieselben Güter mehr teils die von Röttingen inne und widersetzen sich“ der Verpflichtung zur Bestellung zweier Schöffen für das Riedenheimer Gericht. 1629 sind aber noch zu Schönstheim Äcker im „Schloßgraben, im Burggut“ genannt und 1662 stand noch eine Ziegelhütte.

Religion[Bearbeiten]

Die zuständige Kirche war die Michaelskapelle, ein Beneficium der Herren von Schönstheim. Schönstheim gehörte zum Pfarrsprengel von Riedenheim. Auch Klagesachen mussten die Schönstheimer an das Gericht Riedenheim bringen und beisteuern zum Unterhalt des Mesners, der im Nebenberuf zugleich Lehrer war und im Winter den Kindern das lesen und schreiben beibringen musste.

Gemeinde Schönstheim heute[Bearbeiten]

Obwohl das Dorf Schönstheim seit über 500 Jahren nicht mehr existiert, wird dennoch jährlich am 2. Mai ein Bürgermeister gewählt. Schönstheim hat Grundbesitz, deswegen existiert es noch als Waldkörperschaft. Es gab einmal 16 Bauernhöfe mit insgesamt 301 Hektar Wald. Die Vertreter dieser Eigentümergemeinschaften bilden die Gemeinde Schönstheim. Die Schönstheimer wollten nicht eingemeindet werden. Aber ungefähr 1933 hat man sich dennoch mit Röttingen geeinigt. Jetzt gehört Schönstheim zu deren Stadtgebiet und bezahlt auch Grundsteuer. Dafür bekommen sie einen Verwaltungskostenzuschuss, da sie sich selbst verwalten, die Jagd selbst verpachten und die Wege unterhalten. Dafür erhalten sie aus dem städtischen Haushalt 38 Euro und ein paar Cent.

Heutige Zeugnisse[Bearbeiten]

Heute zeugt noch die 1588 gefasste Quelle und der Schönstheimer Wald vom einstigen Dorf und der Burg.

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  • Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, Bodendenkmäler in Röttingen, Nr. D-6-6425-0064
  • Kurt Freudinger: Aus der Vergangenheit der Stadt Röttingen an der Tauber. A. Weltz Ochsenfurt 1954, S. 60 ff.

Weblinks[Bearbeiten]

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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