Richard von der Kere

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Dompropst Richard von der Kere

Richard von der Kere zu Schweickershausen und Roßried ( † 14. Februar 1583 in Würzburg), war Dompropst im Bistum Würzburg und stiftete aus seinem Nachlaß den Neubau der Martinskapelle in Veitshöchheim.

Familiäre Zusammenhänge[Bearbeiten]

Richard war der letzte Vertreter aus der thüringisch-fränkischen Adelsfamilie von der Kere. Diese hatten sich insbesondere als Truchsesse in der Grafschaft Henneberg Verdienste erworben.

Kere-Wappen und Inschrift am Kere-Turm

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Am 5. Oktober 1536 bekam er eine Dompräbende in Würzburg, nachdem Eberhard von Grumbach resigniert hatte und die Pfründe freigemacht hatte. Der Dompropst wohnte zeitweise im Kehr'schen Haus nahe von Schloss Veitshöchheim. Von 1558 bis zu seinem Tod war er der achte Propst des Ritterstifts Comburg.

Geistliche Laufbahn[Bearbeiten]

Im Jahre 1542 wurde Richard von der Kere Mitglied des Domkapitels. Seine Priesterweihe erfolgte 1556. Danach war er Dompfarer, 1550 wurde er Domkantor, 1558 Domkustos. Vom 16. Mai 1562 bis zu seinem Tod war er Propst am Kiliansdom zu Würzburg. 1563 gerät er beim Überfall von Wilhelm von Grumbach auf Würzburg in dessen Hände und wird gefangen genommen und erst nach drei Jahren wieder befreit. Er gehört zu den bedeutensten Männern im Hochstift Würzburg, der sich sehr für die Erhaltung des alten Glaubens eingesetzt hat.

Stifter[Bearbeiten]

Durch die Stiftung aus dem Nachlaß des Dompropstes konnte die baufällig gewordene alte Martinskapelle (Veitshöchheim) ab 1589 erneuert und am 15. September 1591 neu geweiht werden.

Letzte Ruhestätte[Bearbeiten]

Richard von der Kere wurde im Dom beigesetzt. Im Langhaus existiert eine Bronzeplatte. Mit ihm starb das Adelsgeschlecht aus.

Kere-Turm[Bearbeiten]

Nach Richard von der Kere ist der Kere-Turm der Stadtmauer Eibelstadt benannt. In früheren Jahrhunderten ernannten die Dompröpste den Schultheißen des Ortes. Der Turm wurde auf seine Anordnung 1573 errichtet worden und gilt heute als eines der Eibelstadter Wahrzeichen. 1581 ist eine Auseinandersetzung mit Julius Echter von Mespelbrunn überliefert, als von der Kere sich bezüglich der hohen Kosten für den Neubau des Diözesanseminars beschwerte.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Max Buchner, Aus der Vergangenheit der Universität Würzburg: Festschrift Zum 350 Jährigen Stiftungsjubiläum, Springer Verlag Heidelberg, 1932, ISBN 978-3-642-98763-2, S. 36
  • Heinzjürgen N. Reuschling: Die Regierung des Hochstifts Würzburg 1495-1642. Echter Verlag, Würzburg 1984, S. 229, ISBN 3-429-00804-2

Weblinks[Bearbeiten]