Schloss Veitshöchheim

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Schloss mit westlicher Schlossterrasse im Veitshöchheimer Hofgarten
Rückansicht des Schlosses mit östlicher Schlossterrasse

Das Schloss Veitshöchheim war von 1682 bis zur Säkularisation die Sommerresidenz der Fürstbischöfe von Würzburg.

Lage[Bearbeiten]

Das Schloss Veitshöchheim ist umgeben vom Rokokogarten, dem Hofgarten des Schlosses Veitshöchheim unmittelbar hinter dem Bahnhof Veitshöchheim.

Baugeschichte[Bearbeiten]

1. Bauphase[Bearbeiten]

Das ursprüngliche Sommerhaus, errichtet unter Fürstbischof Peter Philipp von Dernbach in den Jahren von 1680 bis 1682, bestand aus einem rechteckigen, zweigeschossigen Pavillon mit fünf offenen Arkadenbögen und vier vorspringenden Ecktürmen, der als Schutz nach der Jagd diente. Am Bau waren vermutlich der Architekt Antonio Petrini sowie sicher der Würzburger Werkmeister Heinrich Zimmer beteiligt.

2. Bauphase[Bearbeiten]

1691/1692 wurden die würfelförmigen Pavillons an den schmalen Seiten des Mittelbaus angefügt, im ersten Drittel des 18. Jahrhunderts die beiden Treppentürme der Ostfassade. Spätestens 1720 wurden die offenen Arkaden mit Fenstern geschlossen.

3. Bauphase[Bearbeiten]

Ab 1749 errichtete Balthasar Neumann im Auftrag des Fürstbischofs Karl Philipp von Greiffenclau zwei zusätzliche Seitenflügel und ein repräsentatives Obergeschoss. Neumann überwölbte das Ganze mit dem markanten schwungvollen Dach und fügte im Innern ein repräsentatives Treppenhaus ein.

Panorama des Schlosses

Schlossterrasse[Bearbeiten]

Um das ganze Schloss verläuft eine Terrasse, die mit einer Balustrade eingefasst ist. Sie entstand 1702 bis 1703 und wurde 1753 im Zuge des Ausbaus erweitert. Zwischen 1775 und 1777 schuf der Hofbildhauer Johann Peter Wagner den Skulpturenschmuck bestehend aus 24 Genredarstellungen von Kindern, Kindergruppen und Putten mit Laternen, zwischen denen Ziervasen verteilt sind. Die Originale sind heute durch Abgüsse ersetzt und befinden sich im Museum für Franken.

Ausstattung[Bearbeiten]

Aus barocker Zeit stammen sämtliche Fußböden; auch Teile der barocken Innenausstattung sind erhalten, die den südlichen Flügel des Obergeschosses schmücken: ein Speisezimmer mit Spieltischen, ein Billardzimmer, ein Arbeitszimmer, ein Wohnzimmer, ein Schlafzimmer. In allen Räumen befindet sich noch der originale Stuck von Antonio Giuseppe Bossi. Den Auftrag zur Stuckierung gab Fürstbischof Karl Philipp von Greiffenclau in den Jahren 1752/1753. Der nördliche Flügel diente im 18. Jahrhundert als Gastwohnung, die unter Großherzog Ferdinand III. von Toskana in den Jahren von 1807 bis 1808 grundlegend verändert und im zeitgenössischen Empire-Stil eingerichtet wurde.

Im Treppenhaus gibt es eine Kapelle, an deren Decke noch die Stuckaturen des ehemaligen Treppenturms aus dem Jahre 1682 erhalten sind. Den Altar aus farbigem Stuckmarmor mit zwei Engeln, die das Kreuz verehren, schuf 1753 ebenfalls Antonio Bossi.

Nutzung nach der Säkularisation[Bearbeiten]

Von 1806 bis 1814 war das Schloss Sommerwohnsitz des Großherzogs Ferdinand III. von Toskana, Kurfürst und Großherzog von Würzburg. Mit der Aufhebung des Großherzogtums Würzburg im Jahre 1814 kam der Besitz an die bayerischen Könige, die das Schloss aber nur selten benutzten. Dagegen war es ein beliebtes Ausflugsziel für die Würzburger. Nach dem Ersten Weltkrieg fielen Schloss und Garten 1918 an den Freistaat Bayern, der das Schloss seit 1932 als Museum zum Besichtigen öffnet. Von 2001 bis 2005 wurde das Schloss aufwändig restauriert und kann von April bis Oktober besichtigt werden; Veranstaltungen sind dort ebenfalls möglich.

Bildergalerie[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

  • Bayerische Schlösserverwaltung (Hrsg.): Veitshöchheim - Schloss und Garten. Amtlicher Führer. Bearbeitet von Walter Trunk und Burkard von Roda. München 2001, ISBN 3-932982-39-8
  • Bayerische Schlösserverwaltung (Hrsg.): „Es kommen immer Leit aus Würzburg und Frembde hierher ...“ Zur Geschichte des Rokokogartens Veitshöchheim. Begleitheft zur Ausstellung. Bearbeitet von Jost Albert und Gabriele Ehberger. München 2006, ISBN 3-932982-72-X

Weblinks[Bearbeiten]

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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