Neutor (Stadtmauer)

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Begriffsklärung.png Den Namen Neutor trägt auch ein Tor der äußeren Befestigungsanlagen der Festung Marienberg.

Neutor (vor 1874)

Das Neutor wurde 1668 als Ersatz zweier ehemaliger Tore (Teufelstor und Galgentor) als Teil der nördlichen Stadtmauer errichtet.

Geschichte

Das Neutor wurde 1668 unter Johann Philipp von Schönborn, dessen Wappen sich an der äußeren Fassade befand, in Kurtine 14-13 erbaut und ersetzte die beiden alten Tore Teufelstor und Galgentor an anderer Stelle und mit anderer Straßenführung. Im zugehörigen Anbau befand sich die sogenannte Rumorwache, dann die Kaserne der hierzu kommandierten Mannschaft und das Arrestlokal der Stadtkommandantschaft. Das Tor sah am 4. September 1797 nach der siegreichen Schlacht von Würzburg den Einzug von Erzherzog Karl der von der Würzburger Bevölkerung jubelnd begrüßt wurde.

Beschreibung

Die Tordurchfahrt war beiderseits von Kasematten flankiert und konnte durch ein Fallgatter versperrt werden. Das Gebäude über dem inneren Ausgang diente lange Zeit als Invalidenhaus. Über den Graben führte eine etwa 50 m lange Brücke auf sieben Bögen bei 5,4 m Fahrbahnbreite. Die Zufahrt konnte sowohl durch eine Zugbrücke und in der äußeren Hälfte durch eine Schlagbrücke nochmals unterbrochen werden. 1751/52 wurde die Brücke in Stein gewölbt. Im gegenüberliegenden Waffenplatz stand links das Examinatorenhaus, welches von einem Garten umgeben war, der vom Examinator bebaut wurde.

Über dem Giebeldreieck stand das übliche steinerne Schilderhaus, dahinter das Fallgatterhäuschen mit der Aufzugsvorrichtung für das Gatter.

Entfestigung und Abbruch

Um eine bequemere Verbindung zum neuen Bahnhof zu ermöglichen, dessen Bau 1864 abgeschlossen war, hatte Stadtbaurat Joseph Scherpf bereits 1866 einen Plan für den Neutordruchbruch entworfen. Allerdings wurde das Neutorgebäude noch als Kaserne, Wach- und Arrestlokal benützt, weshalb es 1868 noch nicht abgetreten worden war. Zwar versuchte die Stadt es zu erwerben, das Militär konnte aber auf die Räume noch nicht verzichten, weshalb die Durchbruchspläne liegen blieben. Erst als die Stadt 1872 einen weiteren Antrag zum Erwerb des Neutors stellte und als Ersatz die leerstehenden Lokomotivhallen des Ludwigsbahnhofs anbot, willigte das Militär der Abtretung ein. Die Übernahme des Gebäudes erfolgte 1873 durch den Stadtkämmerer Valentin Becker. Vom August bis November 1873 wurde der Wall durchbrochen, das Tor vom Januar bis März 1874 eingelegt.

Heutiges Zeugnis

An das einstige Neutor erinnert noch die Neutorstraße im Altstadtbezirk Haug.

Siehe auch

Quellen und Literatur

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