Historische Badeanstalten

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In Würzburg gab es über die Jahrhunderte von der mittelalterlichen Badestube bis zum städtischen Freibad unterschiedlich geartete Historische Badeanstalten.

Entwicklung[Bearbeiten]

1294 wird eine erste Badestube in Würzburg erwähnt. Anfang des 14. Jahrhunderts sind bereits sieben derartige Einrichtungen bekannt: Badestube zum Löwen, zum Gulden, zum Becken (am Bürgerspital), auf dem Sand, zur Pleichach, zum Loche (an der heutigen Spiegelstraße) und zum Ebersberg. [1]

Solche Badestuben bestanden bis zum 30jährigen Krieg. Danach war Baden einige Zeit nur im freien Main möglich. Aus dem Jahr 1780 sind dann erstmals zwei Badeschiffe auf dem Main bekannt, eines für Männer und eines für Frauen. Zollinspektor Ignatz Helmstätter hatte diese errichten lassen.

1824 wurde durch den Wehrmeister L. Obert am linken Mainufer eine erste Anstalt für warme Bäder eröffnet. Das später Tivoli genannte Bad umfasste 20 Badezimmer.

Am linken Mainufer, oberhalb der Stadt entstand 1825 die Militärschwimmschule, die in der Folge auch Civilpersonen zugänglich wurde. 1837 folgte ein Flussbad im Maine vor dem Burkarder Thore. Konrad Clemens stellte hier 20 Badekabinen zur Verfügung. 1846 erweiterte er die Anstalt um ein Schwimmbad. Um 1890 beschreibt Dr. Julius Röder (kgl. Bezirksarzt) die Ausstattung wie folgt: „Neben vier Hallen, 138 Häuschen zum Aus- und Ankleiden, 2 großen Bassins, 2 Douchen (eine mit Mainwasser, die andere mit Quellwasser von 10 bis 20° R.) und außerdem 20 Badezellen (Damenbad).“

Der gesamte, oberhalb der Löwenbrücke angesiedelte Betrieb wurde nach dem Tod von Konrad Clemens zunächst von seiner Witwe Magdalena weitergeführt und ging zwischen 1864 und 1871 auf die Gebrüder Hügel über. Die Main-(Kaltwasser-)Bad-Anstalt gegenüber dem Schießhause ist von da an als Hügelsbad bekannt und war bis 1941 in Betrieb. Es war in ein Herren- und ein Damenbad geteilt und bot reservierte Kabinen für Angehörige renommierter Würzburger Familien. Das städtische Bad diente zudem weiterhin als Militärschwimmschule. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es provisorisch wieder hergerichtet und bestand bis zur Eröffnung des Dallenbergbads 1956[2]

Das Jäger'sche Bad am Mühlthore bot ab 1863 sechs Kabinen und 5 Douchen für warme Bäder. Zudem 12 Badezellen für Flussbäder. Diese waren auf dem Main, wenige Meter unterhalb der Alten Mainbrücke am stadtseitigen Ufer verankert. Das Wasserschwall am Wehrausgang sorgte für starken Wellengang, weshalb das Bad allgemein als Wellenbad bezeichnet wurde.

Die Maximilians Bade- und Schwimmanstalt, in der auch Schwimmkurse durchgeführt wurden, bestand ab dem Jahr 1860 bis Ende des 19. Jahrhunderts. Zunächst am Dicken Turm (gegenüber dem Holzthore bzw. gegenüber des k. Zollamte), ab ca. 1887 dann oberhalb der Brücke an der alten Schleuse (gegenüber dem Schwanenthore). Hier war bereits zwei Jahre zuvor das Damenbad von Gottfried Brod angesiedelt. [3]

Zur Körperhygiene und Erfrischung errichtete die Stadt 1891 das Volks-Brause-Bad in der Petersgasse. Es bot gegen eine Taxe von 15 Pfennigen (inklusive Handtuch) 12 Kabinen für Herren und 3 Kabinen für Damen.

Als weitere Freibäder kamen hinzu:

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Peter Moser: Würzburg. Geschichte einer Stadt. Babenberg Verlag, Bamberg 1999. ISBN 3-933469-03-1
  2. Ausstellung „Fischerzunft Würzburg - 1000 Jahre Tradition am Main“, September 2010 im Spitäle
  3. Ausstellung „Fischerzunft Würzburg - 1000 Jahre Tradition am Main“, September 2010 im Spitäle
  4. Heidingsfeld. Ansichten einer alten Stadt, Schöningh, Würzburg 1998, S. 114