Hauger Kapitelhaus

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Hauger Kapitelhaus und Hof Seinsheim (1944)
Matthias-Ehrenfried-Haus (ehemaliges Hauger Kapitelhaus)

Das Hauger Kapitelhaus im Stadtbezirk Altstadt in der Bahnhofstraße 4 und 6 wurde in den Jahren 1699 bis 1703 nach den Plänen von Antonio Petrini unter Beteiligung von Joseph Greising, Valentino Pezzani und Ignaz Schüler für das Kapitel des Stifts Haug errichtet. [1]

Geschichte[Bearbeiten]

Bis 1803 Kapitelhaus des Stifts Haug. Haus-Nr. 4 diente einige Zeit als Knabenschule für das Hauger Viertel. Beim Bombenangriff auf Würzburg am 16. März 1945 brannte das Gebäude innen vollständig aus, die Fassade blieb erhalten. 1955 lehnte das Landesamt für Denkmalpflege den Abbruchsantrag des Besitzers ab. 1960 machte Heiner Reitberger nachdrücklich auf die enge Beziehung zwischen der Kirchenfassade und dem Kapitelhaus aufmerksame. 1963 war der Bau gerettet [2], doch erst 1971 wurde das Kapitelhaus wieder aufgebaut. Heute befindet sich darin das Matthias-Ehrenfried-Haus.

Baubeschreibung[Bearbeiten]

Den dreigeschossiger Satteldachbau gliedern neun durchgehende, lisenenhafte [3] Fensterachsen. Er schließt an das Hauptwerk Antonio Petrinis, die Kirche des Stifts Haug an. Zwei Portale mit verschatteten Segmentbögen, über denen sich Kolossalpilaster [4] mit ionisierenden Kapitellen erstrecken, heben die äußeren Achsen des Baus risalitartig [5] hervor. Die Pilaster des Kapitelbaus wie die Lisenen der Kirchenfassade sind von der Wandfläche farbig abgehoben, so dass sich beide zu einer Einheit verbinden. Die Fenster mit geraden Verdachungen.

Baudenkmal[Bearbeiten]

  • In der Denkmalliste ist das Anwesen unter Nummer D-6-63-000-32 zu finden.

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

  • Lucia Longo: Antonio Petrini - Ein Barockarchitekt in Franken, Verlag Schnell & Steiner München-Zürich 1985 (Stadtbücherei Würzburg Drm Pet)
  • Hanswernfried Muth: Antonio Petrini - Ein Baumeister des Barock - Ein Liebhaberdruck aus dem Echterhaus 1968 (Stadtbücherei Würzburg Drm Pet)
  • Thomas Memminger: Würzburgs Straßen und Bauten, 3. Auflage, Gebrüder Memminger Verlagsbuchhandlung, Würzburg 1923, S. 38
  • Felix Mader: Die Kunstdenkmäler des Königreichs Bayern. Band XII, Hrsg.: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, R. Oldenbourg Verlag München/Wien, Würzburg 1915, S. 599 f.
  • Jörg Paczkowski: Der Wiederaufbau der Stadt Würzburg nach 1945. Mainfränkische Studien Band 30, Freunde Mainfränkischer Kunst und Geschichte (Hrsg.), Würzburg 1982, S. 312

Einzelnachweise und Erläuterungen[Bearbeiten]

  1. Die Baurechnungen von 1699-1703 (Staatsarchiv Würzburg, Rechnung-Nr. 18933 und 18934) nennen als Maurer „Hr. Petrini“ und Valentin Pezani (Nr. 18933, S. 14). Die Risse also sicher von Petrini, die Ausführung von Pezani. Die Steinmetzarbeiten von Erhard Markert von Würzburg, Hans Jakob Seelmann von Wernfeld und Hans Hospe von Randersacker. Zimmermeister war Joseph Greising.
  2. Main-Post vom 20. Juli 1963
  3. Die Lisene (von frz. lisière „Saum“, „Rand“‚ „Kante“), auch Mauerblende, ist im Bauwesen eine schmale und leicht hervortretende vertikale Verstärkung der Wand.
  4. Pilaster (lat. pila, Pfeiler), ein in den Mauerverbund eingearbeiteter Teilpfeiler, der auch als Wandpfeiler bezeichnet wird. Er kann tragende statische Funktion haben, muss diese aber nicht besitzen.
  5. Risalit (von ital. risalire, wieder hervorspringen), ein aus dem gesamten Bauwerk hervortretender Baukörper oder Architekturteil, der aus der Linie des Gesamten hervortritt. In der Barockzeit gerne zur Fassadengliederung von Palästen und in der einfachsten Form auch zur Gliederung von einfachen Häusern verwendet.

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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