Forsthaus Irtenberg


Das Forsthaus Irtenberg ist ein denkmalgeschütztes Gebäude in der Gemarkung Kist.
Geographische Lage
Das Forsthaus Irtenberg liegt an der Staatsstraße 578 zwischen Kist und Gerchsheim im Irtenberger Wald. Es gehört als Exklave zur Gemeinde Kist im gemeindefreien Gebiet des Irtenberger Walds.
Geschichte

Bereits vor dem Bau des heutigen Anwesens, stand an dieser Stelle ein Forsthaus, da bereits im Jahr 1592 in einer Baukostenaufstellung des damaligen Würzburger Fürstbischofs Julius Echter von Mespelbrunn die Rede von einem Neubau ist. 1706 war das Gebäude allerdings so ruinös, dass man alles einwerfen und neu aufbauen wollte. Dazu war aber das Geld nicht vorhanden und so wurde das Haus nur notdürftig repariert.
Zollamt
1836/1837, als das benachbarte Großherzogtum Baden dem deutschen Zollverein beitrat, wurde Kist Sitz einer von zehn Zoll-Unterinspektionen im damaligen Untermainkreis, hier dem Zoll-Inspektionsbezirk Aschaffenburg mit der dortigen Zoll-Oberinspektion zugeordnet. Andererseits wurde Irtenberg Sitz eines gleichnamigen königlich-bayerischen Zollamtes, dem einzigen im Organisationsbereich des Oberzollamtes Würzburg. Beide Behörden waren im Forsthaus Irtenberg untergebracht. Mit dem Beitritt des Königreiches Bayern zum Deutschen Reich 1871 war das Zollamt überflüssig.
Forsthaus
Das heutige Forsthaus wurde 1748 errichtet. [1] In den Urkunden sind Forstleute ab 1713 aufgeführt. Die Forstdienststelle Irtenberg wurde 1973 aufgelöst und das Forstrevier aufgeteilt.
Baubeschreibung
Der zweigeschossige Walmdachbau mit den geohrten Rahmungen stammt aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts und diente als königlich-bayerisches Forsthaus.
Umgebung

In der Nähe des Anwesens befinden sich im Wald zwei Hoheitssäulen aus dem Jahr 1584, die Julius Echter nach zahlreichen Grenzstreitigkeiten mit dem Nachbarn Kurmainz an der Kreuzung der einstigen Geleit- und der alten Weinstraße errichten ließ. Westlich des Forsthauses liegt die Brunnenstube im Hönigholz, östlich ein Soldatengrab aus dem Deutschen Krieg von 1866. Der Parkplatz westlich des Forsthauses ist Ausgangspunkt der Naturwaldroute „Wald voller Leben“ und die Kister Blutsee Runde führt östlich vorbei.
Heutige Nutzung
Die Gebäude befinden sich heute in Privatbesitz.
ÖPNV
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Siehe auch
- Baudenkmäler in Kist
- Brunnenstube im Hönigholz
- Hoheitssäulen Irtenberger Wald
- Soldatengräber Irtenberger Wald
- Irtenberger Wald
- Zoll
Quellen und Literatur
- Informationsbroschüre der Gemeinde Kist, S. 3
- Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, Baudenkmäler in Kist, Nr. D-6-79-154-7
- Friedrich Ebert: Christesbrunno - Kist. 779 - 1979. Eine Chronik. Hrsg.: Gemeinde Kist, 1979, S. 65 ff.
