Erika Groth-Schmachtenberger

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Erika Groth-Schmachtenberger (* 30. September 1906 in Freising; † 13. März 1992 in Würzburg) war eine der bedeutendsten bayerischen Fotografinnen des 20. Jahrhunderts. Ein Teil ihres Nachlasses wurde 1990 vom Stadtarchiv Würzburg erworben. Dabei handelt es sich um ca. 3000 Negative aus den Jahren 1932-77 mit Motiven aus Stadt und Region Würzburg.

Familiäre Zusammenhänge

Erika Groth-Schmachtenbergers Mutter Franziska stammte aus Würzburg, der Vater Philipp Schmachtenberger aus einer Randersackerer Weinbauernfamilie. Er wirkte als Lehrer an der Königlichen Kreis-Oberrealschule in Würzburg.

Leben und Wirken

Ab 1907 lebte die Familie für vier Jahre in der Würzburger Kantstraße, zog dann nach Amberg und anschließend nach Kempten. Dort besuchte Erika Groth-Schmachtenberger die Höhere Töchterschule der Englischen Fräulein bis zur Mittleren Reife. Ihre Begeisterung für die Fotografie entstand, als ihr Vater, ein Hobbyfotograf, Anfang der 1920er Jahre eine Agfa-Box-Tengor Lochkamera erhielt. Nach einer Banklehre entschied sie sich 1924 für eine weitere berufliche Tätigkeit im Bereich Fotografie. Sie absolviert Volontariate in Oberstaufen und Würzburg, machte sich dann in Tannheim in Tirol mit dem "Fotohaus Erika" selbständig. Um den fehlenden Meistertitel nachzuholen, besuchte sie die Bayerische Landesanstalt für Lichtbildwesen in München. Nach dem Abschluss eröffnete Groth-Schmachtenberger ein neues Atelier in Schwabing, das auf Grund der schlechten wirtschaftlichen Lage allerdings bald wieder schließen musste.

Fotografische Tätigkeit

Als Alternative verfolgte Groth-Schmachtenberger daraufhin eine Karriere als Bildberichterstatterin. Ihre Fotos erschienen in großen deutschen Wochenzeitungen. Sie reiste viel durch Europa, suchte insbesondere Landschaften, Brauchtum und Handwerk als Bildmotive. 1942 nahm sie eine feste Anstellung bei der TOBIS-Filmgesellschaft an. Während des 2. Weltkriegs rettete sie ihr Archiv zunächst nach Ochsenfurt, dann nach Frickenhausen am Main. In Ochsenfurt erlebt sie auch den Großangriff auf Würzburg am 16. März 1945. Viele ihrer Fotografien dokumentieren Zerstörung und beginnenden Wiederaufbau der Stadt.

Ab 1947 arbeitete sie wieder als freie Bildjournalistin in München, heiratete ein Jahr später den Diplomingenieur Hans Groth. 1973 zog das Ehepaar nach Murnau, Groth-Schmachtenberger arbeitete noch in hohem Alter als Fotografin. Ihr Archiv von mehr als 300.000 Negativen übergab sie zahlreichen Kultureinrichtungen. Drei Jahre nach dem Tod des Ehemanns kehrte sie 1989 nach Würzburg zurück und verstarb am 13. März 1992 im Wohnstift Sanderau. [1]

Ehrungen und Auszeichnungen

Publikationen

Literatur

  • Würzburg durch das Objektiv von Erika Groth-Schmachtenberger. Bildband zur Ausstellung im Stadtarchiv Würzburg, 2013. Erarbeitet von Anne Ullrich und Ingeborg Thannheuser. Kleine Reihe des Stadtarchivs Nr. 33 (Stadtbücherei Würzburg Del 4 Gro)
  • Richard Balling: Die Fotografin Erika Groth-Schmachtenberger. In: Meeviertel-Anzeiger Nr. 9/2013
  • Erika Groth-Schmachtenberger (Fotographien), Josef Röll (Hrsg.), Reinhard Worschech (Text): Für mich ist Franken alles. Röll, Dettelbach 2009. ISBN 978-3-89754-337-9 (Stadtbücherei Del 4 Gro)
  • Christine Dippold und Monika Kania-Schütz (Hrsg.): Im Fokus - Die Berichterstatterin Erika Groth-Schmachtenberger und ihr Werk. Echter, Würzburg 2008. ISBN 978-3-429-03009-4 (Stadtbücherei Drm Gro)
  • Birgit Speckle: Erika Groth-Schmachtenbergers Fotografien. Auch ein Fall für die Wissenschaft. In: Würzburg heute Heft 84/2007
  • Alexander von Papp: Fotografische Schätze. Zum 100. Geburtstag der Fotoreporterin Erika Groth-Schmachtenberger. In: Würzburg heute Heft 82/2007
  • Eberhard Schellenberger: Immer der richtige Augenblick- Erinnerungen an die Fotojournalistin Erika Groth-Schmachtenberger

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Angaben zur Biographie aus: Würzburg durch das Objektiv von Erika Groth-Schmachtenberger. Bildband zur Ausstellung im Stadtarchiv Würzburg, 2013. Erarbeitet von Anne Ullrich und Ingeborg Thannheuser. S. 7 f.