St. Johannes Nepomuk (Gelchsheim)

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St. Johannes Nepomuk in Gelchsheim
Fassade von St. Johannes Nepomuk in Gelchsheim

Die ehemalige Wallfahrtskirche St. Johannes Nepomuk, genannt „Kapelle zum gegeißelten Heiland“ liegt im Ochsenfurter Gau im südlichen Landkreis Würzburg.

Lage

Die Kapelle liegt am östlichen Ortsrand von Gelchsheim, an der Straße nach Baldersheim.

Patrozinium

Johannes Nepomuk (* um 1345 in Pomuk bei Pilsen,† 20. März 1393 in der Moldau in Prag) war ein tschechischer Priester und Märtyrer, der auch in Süddeutschland oft als Brückenheiliger verehrt wird. Sein Patrozinium ist am 20. März.

Geschichte

Der Ursprung der ehemaligen Wallfahrtskirche liegt in der so genannten Wies-Tradition. Kreuzwirt Michael Öchsner hatte 1749 eine Wallfahrt nach Wies gemacht, einem Wallfahrtsort zum gegeißelten Heiland. Als er zurückkam, ließ er 1750 vom Ochsenfurter Bildhauer Conrad Ludwig Gallus Hermes eine Statue des gegeißelten Heilands anfertigen und dort, wo jetzt die Kapelle steht, aufstellen. Bald kamen die Leute weither in großen Scharen. Da fasste man den Plan eine Kapelle zu bauen. Erst wurde die Statue mit einem hölzernen Haus überdacht. Am 8. Juni 1752 wurde das Bild zum gegeißelten Heiland durch den Ortspfarrer benediziert.

Durch reichlich Geldopfer der Wallfahrer und aus eigenen Mitteln der Gemeinde wurde beschlossen, an Stelle des hölzernen Gehäuses eine steinerne Kapelle zu errichten. Am 25. Januar 1754 genehmigte die Deutschmeisterische Regierung von Mergentheim den Bau, am 13. Februar 1754 die bischöfliche Behörde in Würzburg. Am 20. Mai 1754 begann der Bau, ausgeführt vom Hofbaumeister und Baudirektor des Deutschen Ritterordens Franz Joseph Roth als Wallfahrtskapelle, und 1757 wurde sie vollendet.

Maria Steinbach, Sockel und Figur von Michael Joseph Auwera, Wappen und Türsturz von Johann Georg Auwera (1767)

Die Statue der Maria Steinbach, der Sockel und Figur fertigte Michael Joseph Auwera, das Wappen der Marktgemeinde Gelchsheim und der Türsturz stammen von Johann Georg Auwera aus dem Jahre 1767.

Innenraum

Den Innenraum beherrschen drei Rokoko-Altäre. Der Hochaltar aus der Zeit um 1754 ist ein sechssäuliger Baldachinaufbau mit kulissenartigen Seitenteilen und stammt – ebenso wie die Kanzel – von Johann Georg Auwera. Er birgt in einer Muschelnische das Wallfahrtsbild des Gegeißelten Heilands in der Wies, das 1750 von Conrad Ludwig Gallus Hermes angefertigt und 1757 dort aufgestellt wurde. An den Seiten stehen die alttestamentlichen Figuren des König David und des Propheten Jesaja, die das Leiden Christi vorausgesagt haben. In den einfacher gearbeiteten Rokoko-Seitenaltären des Mergentheimer Bildhauers Carl Bleitzhöfer stehen links eine Pietà sowie rechts eine Figur des Kirchenpatrons Johannes Nepomuk. Die kostbare Deckenstuckatur von Michael Babilitsch aus Aub aus dem Jahr 1771 greift ebenfalls das Motiv des Gegeißelten Heilands auf.

Orgel

Die Orgel wurde 1805 vom Wachbacher Orgelbauer Johann Anton Ehrlich eingebaut.

Heutige Bedeutung

Heute wird das Gotteshaus vornehmlich als Friedhofskapelle des angrenzenden Friedhof Gelchsheim genutzt.

Bildergalerie

Siehe auch

Quellen und Literatur

  • Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, Baudenkmäler in Gelchsheim, Nr. D-6-79-135-2
  • Fred Helmerich: Gelchsheim im Ochsenfurter Gau mit seinen Ortsteilen Oellingen und Osthausen. Hrsg.: Marktgemeinde Gelchsheim im Ochsenfurter Gau, 1985, S. 298-301

Weblinks

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