Cyriakus-Schlacht

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Cyriakusschlacht in der Chronik von Lorenz Fries

Die Cyriakus-Schlacht fand am 8. August 1266 zwischen Truppen des Würzburger Domkapitels und einem Heer der Grafschaft Henneberg südlich von Kitzingen statt. Die beiden Kontrahenten hatten sich wegen der Kandidaten für die Würzburger Bischofswahl zerstritten. Während die Schlacht, die ursprünglich als eine der größten des Mittelalters in Franken angesehen wurde, hat es sich nach heutiger Meinung, lediglich um ein kleineres Scharmützel gehandelt.

Namensgeber

Der Waffengang erhielt den Namen Cyriakus-Schlacht, da er am Gedenktag des Heiligen stattgefunden hat. Der Heilige Cyriakus († 16. März 305 in Rom), war Diakon und Märtyrer und ist heute einer der 14 Nothelfer, Schutzheiliger in der Todesstunde und bei Anfechtungen.

Gründe für die Auseinandersetzung

Mit der Absetzung von Kaiser Friedrich II. begann 1245 das Interregnum, in dem die Reichsfürsten nach mehr Macht unabhängig von der Zentralgewalt strebten. So gelang es Fürstbischof Hermann I. von Lobdeburg sein Herrschaftsgebiet zu erweitern. Bereits 1234 war er in der Rhön in den Machtbereich der Grafen von Henneberg eingedrungen, die jahrelang das Burggrafenamt in Würzburg ausgeübt hatten. Unter Bischof Iring von Reinstein-Homburg bildeten sich zwei Parteien heraus, die entweder für den wachsenden Einfluss der Henneberger waren oder gegen sie standen. Gleichzeitig trieben die Henneberger den Konflikt mit den Herren von Hohenlohe voran. Eine Minderheit der Wahlmänner zur Bischofswahl bevorzugte den Kandidaten Berthold von Henneberg. Die meisten Mitglieder des Domkapitels, angeführt vom Domdekan Berthold II. von Sternberg, standen hinter einer Wahl des Dompropstes Poppo III. von Trimberg. Nachdem die Wahl kein Ergebnis hervorgebracht hatte, wurde der Konflikt kriegerisch ausgetragen.

Verlauf der Schlacht

Am 7. August 1266 verließen die Truppen des Domkapitels aus dem Rennweger Tor und marschierten mit rund 600 Soldaten mit leichter Bewaffnung zu Fuß und 50 Mann zu Pferd gen Osten. Die Henneberger zogen mit 300 bis 600 Pferden und einem überwiegend aus Rittern bestehenden Heer in die Schlacht. Die Grafen von Henneberg und ihre Casteller Verwandten verließen den Steigerwaldort Castell am Morgen des 8. August und planten, die Höhe zwischen Repperndorf und Biebelried zu erreichen und dort in einer offenen Feldschlacht die Kapitelstruppen zu stellen. Damit das gelingen konnte, mussten sie bei Kitzingen den Main überqueren. Da die Stadt Kitzingen mit ihrer steinernen Brücke unter dem Einfluß der Hohenloher standen, passierten sie weiter südlich bei Sulzfeld den Fluss.

Dort erwarteten die Soldaten des Domkapitels die herannahenden Feinde bereits und verwickelten sie noch während der Mainüberquerung in ein Gefecht. Anschließend begann die eigentliche Schlacht in den Weinhängen am Mühlberg und dauerte fünf bis sechs Stunden.

Ergebnis der Auseinandersetzung

Mutmaßlich brachen die Henneberger die Schlacht ab, nachdem ihre Verluste zu hoch geworden waren. Obwohl die Schlacht für die Grafen von Henneberg in einer Niederlage endete, war der Streit um die Bischofswahl noch nicht beigelegt. Indessen bestand der Zwiespalt im Domkapitel weiter und die beiden Kandidaten beharrten auf ihren Anspruch. Die Wahl, die im Juli 1267 durchgeführt wurde, brachte ein unklares Ergebnis, so dass sich sowohl Poppo von Trimberg als auch Berthold von Henneberg als rechtmäßige Bischöfe sahen. Die beiden verfeindeten Lager begannen einen Krieg, der insgesamt über sieben Jahre dauern sollte. Nach dem Tod Poppos siegelte Berthold von Henneberg als Bischof. Allerdings strengte Domdekan Berthold von Sternberg, der Heerführer der Truppen des Domkapitels in der Schlacht, einen Prozess gegen den, in seinen Augen, unrechtmäßigen Bischof in Rom an. Schließlich enthob Papst Gregor X. Berthold von Henneberg seines Amtes und setzte Berthold von Sternberg ein. Henneberg akzeptierte die Amtsenthebung nicht und führte den Titel Bischof bis zu seinem Tod 1312.

Heutige Zeugnisse

Kiliansbanner, Feldzeichen der Truppen des Domkapitels
  • Nach dem Schlachtort wurde die Weinlage „Sulzfelder Cyriakusberg“ benannt.
  • Das sogenannte Kiliansbanner, Feldzeichen in der Cyriakusschlacht für die domkapitelschen Truppen,
  • Die Würzburger Bürgerschaft, die ebenfalls in der Schlacht gekämpft hatte, erwarb eine Glocke für die Marienkapelle. Dieses „Cyriakusglöcklein“ läutete am Jahrestag der Schlacht und wurde beim Bombenangriff auf Würzburg am 16. März 1945 zerstört.

Siehe auch

Quellen

  • Klaus Arnold: Die Kitzinger Cyriakusschlacht von 1266. In: Mainfränkisches Jahrbuch für Geschichte und Kunst 69 (2017), S. 161–191.
  • Marianne Erben: Das Cyriakusbanner sah schon die Henneberger kämpfen. In: Frankenland. Zeitschrift für fränkische Landeskunde und Kulturpflege 48. Jhg. Würzburg 1996. S. 159–161 (online).
  • Wilhelm Füßlein: Zwei Jahrzehnte würzburgischer Stifts-, Stadt- und Landesgeschichte 1254–1275 (= Neue Beiträge zur Geschichte deutschen Altertums Heft Nr. 20), Meiningen 1926

Weblinks