Adolf Fick

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Prof. Dr. Adolf Fick

Prof. Dr. Dr. h.c. Adolf Fick (* 3. September 1829 in Kassel; † 21. August 1901 in Blankenberge/Westflandern) war Mediziner, Physiologie-Professor an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und Erfinder medizinischer Meßgeräte. Auf ihn geht das heute noch angewandte Ficksche Prinzip [1] zurück.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Fick studierte 1847 zunächst Mathematik, wechselte dann aber in die Medizin. Sein Studium in Marburg und ab 1849 in Berlin schloss er 1851 mit einer in Marburg angefertigten Promotionsarbeit „Tractatus de errore optico“ ab, worin er den Astigmatismus (ein auch als Stabsehen bezeichneter Brechungsfehler am Auge) auf unterschiedliche Hornhautkrümmungen zurückführte. Fick wurde 1852 Prosektor in Zürich. 1853 habilitierte er sich in Zürich, wo er 1856 eine außerordentliche Professur für anatomische und physiologische Hilfswissenschaften und 1862 die ordentliche Professur für Physiologie erhielt.

Professor in Würzburg[Bearbeiten]

Von 1868 bis 1899 hatte Fick den aus dem Anatomischen Institut Rudolf Albert von Koellikers 1864 hervorgegangenen Lehrstuhl für Physiologie als Nachfolger Albert von Bezolds an der Medizinischen Fakultät der Universität Würzburg inne und forschte insbesondere über den menschlichen Muskelapparat. Er wurde „einer der führenden Vertreter einer physikalisch-mathematisch fundierten, experimentellen Richtung der Physiologie“ [2]. 1855 formulierte er ein nach ihm benanntes Diffusionsgesetz und bereits 1870 stellte er in Würzburg das Fick'sche Prinzip (zur Bestimmung des Herzzeitvolumens aus der arteriovenösen Sauerstoffdifferenz) vor. Dem Würzburger Institut für Physiologie verschaffte Fick durch seine Forschungsarbeiten internationale Anerkennung. Nach seinen Anweisungen entstand - nach dem Vorbild der Leipziger Physiologischen Anstalt seines Lehrers und Freundes Carl Ludwig - in Würzburg das Institutsgebäude am heutigen Röntgenring, welches zu einer renommierten Forschungs- und Unterrichsstätte wurde. [3]

Rektor der Universität[Bearbeiten]

Von 1878 bis 1879 war Fick Rektor der Universität.

Erfindungen[Bearbeiten]

  • 1862: Pendelmyographion (zur Messung von Muskelzuckungen)
  • 1868: Plethysmograph (Instrument zur Aufzeichnung von Blutgeschwindgkeiten und Volumenänderungen in Arterien)
  • 1888: Applanationstonometer (zur Messung des Augendrucks)

Familiäre Zusammenhänge[Bearbeiten]

Adolf Ficks Neffe war der Augenarzt Adolf Gaston Eugen Fick

Publikationen[Bearbeiten]

  • Adolf Fick: Lehrbuch der Anatomie und Physiologie der Sinnesorgane

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • Ehrendoktor der philosophischen Fakultät der Universität Leipzig
  • königlich-bayerischer Geheimrat
  • 1893: Cothenius-Medaille der Leopoldina

Stiftung[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Nähere Informationen über das Ficksche Prinzip bei Wikipedia [1].
  2. Ralf Vollmuth: Fick, Adolf, in: Enzyklopädie Medizingeschichte, hrsg. von Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil und Wolfgang Wegner, Walter de Gruyter, Berlin und New York 2005, S. 396
  3. Erich Bauereisen: Das Physiologische Institut, in: Vierhundert Jahre Universität Würzburg. Eine Festschrift, hrsg. von Peter Baumgart, Verlag Degener & Co., Neustadt an der Aisch 1982, S. 1027-1030; S. 1027