Adalbert Jakob

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Porträt Adalbert Jakob (von Heiner Dikreiter)

Adalbert Jakob (* 30. Januar 1892 in Würzburg; † 26. März 1970 ebenda) war Schreinermeister und Dichter.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Seine Mutter stammte aus einem Bauernhaus bei Bad Kissingen, der Vater aus einem oberfränkischen Flößerdorf nahe bei Kronach. Nach entbehrungsreichen Jahren gründete dieser eine Schreinerei in Würzburg, wo in der Gertraudgasse am 30. Dezember 1892 sein Sohn Adalbert zur Welt kam. In der Volksschule interessierte sich Adalbert hauptsächlich für Geschichte, Naturkunde und Singen, begeisterte sich aber auch hier schon für das Leben und Schaffen Max Dauthendeys. Bei Spaziergängen mit seinen Eltern und seinem Bruder zum Nikolausberg wurde er beim Gut zur Neuen Welt immer wieder an seinen Lieblingsdichter erinnert, den er aber nie persönlich kennenlernen konnte, da Dauthendey während dieser Zeit meistens auf Reisen in fernen Ländern war.

Das Paradies seiner Kindheit bildeten aber die Wälder und Weinberge im Würzburger Umkreis. Die Lehre in der väterlichen Werkstatt war für den Jungen, der eigentlich Musiker werden wollte, eine harte, aber wie sich später erwies, ausgezeichnete Schule. Nachdem er Geselle geworden war, ging Adalbert auf die Wanderschaft und erlebte zwei Jahre in Sonne und Freiheit. In angesehenen Betrieben in Mainz und Köln vervollständigte er sein handwerkliches Können.

Erste Gedichte brachte Adalbert Jakob im Jahre 1914 heraus. Nach dem Ersten Weltkrieg übernahm er 1918 die väterliche Schreinerwerkstatt und heiratete Mathilde Dütsch. Aus der Ehe hervor gingen die Kinder Herta, Peter und Franz Josef. Er stand nun fortan an der Hobelbank und war ein Leben lang der handwerklichen Arbeit verpflichtet.

Seine Freizeit aber gehörte den Musen und der Dichtkunst. Die Klassiker, Biographien und naturwissenschaftliche Werke bildeten seine Lieblingslektüre. Daneben erlebte er in der Musik- und Kunststadt Würzburg Konzerte und Theater sowie die Werke Tilman Riemenschneiders und Balthasar Neumanns. Aus Liebe zur Vaterstadt Würzburg und zur fränkischen Kunst erwuchs im Laufe der Jahre auch sein Verantwortungsbewusstsein gegenüber dem geistigen Erbe der Heimat.

1934 gründeten Adalbert Jakob und Georg Harro Schaeff-Scheefen (* 1903 in Ansbach; † 1984 in Kirchberg) die Max-Dauthendey-Gesellschaft und veröffentlichten bereits im selben und darauf folgenden Jahr die ersten Rundbriefe. Allerdings wird der Verein „auf höhere Weisung eingeschläfert”, wie Schaeff-Scheefen in seinen Erinnerungen berichtet. Dauthendeys Faszination für fremde Länder passt nicht ins Weltbild des nationalsozialistischen Regimes. 1934 wurden auch die ersten Gedichte von Adalbert Jakob im Rundfunk veröffentlicht. Der erste Gedichtband „Die Brücke” entstand 1936, 1942 „Der silberne Pfad” und 1944 „Die Rast”. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges ließ er sich mit seiner Schreinerei in der Herrnstraße nieder und restaurierte die kriegsbeschädigten Möbel des bischöflichen Palais. 1951 belebte er mit gemeinsam mit Freunden die Max-Dauthendey-Gesellschaft aufs Neue und wurde bis zu seinem Tod Vorsitzender der Gesellschaft.

1955 veröffentlichte er zusammen mit Gertraud Rostosky den Gedichtband „Pegasus in Franken”. Ab 1957 arbeitete Adalbert Jakob als freier Schriftsteller. Sein letzter Gedichtband „Wanderer unter den Wolken” erschien 1960. Adalbert Jakob starb am 26. März 1970 in Würzburg.

Werke[Bearbeiten]

Gedichte in der Musik[Bearbeiten]

(Übersicht nach den Komponisten)
  • Max Pracher: Drei Lieder für Sopran und Klavier (1955)
  • Karl Preis-Anrath: Vier Lieder für Sopran und Klavier (1957)
  • Carl Schadewitz: Vier Lieder für Sopran und Streichquartett (1944)
  • Hans Schindler: Zwei Lieder für Sopran und Klavier (1940)
  • Karl Töpfer: Vier Lieder für Sopran und Klavier (1954 - 1959)
  • Fritz Bruno Wild: Drei Lieder für Sopran und Klavier. Vier Weihnachtslegenden (1936 - 1946)

Gedichtsbücher[Bearbeiten]

  • Die Brücke (Würzburg, Verlag Konrad Triltsch, 1936)
  • Der silberne Pfad (Würzburg, Privatdruck, 1942)
  • Die Rast (Würzburg, Privatdruck, 1944)
  • Pegasus in Franken (in Autorengemeinschaft mit Gertraud Rostosky, Karlsruhe, Der Karlsruher Bote, Folge 19/1955, Hrsg.: Kurt Rüdiger)

Mitgliedschaften[Bearbeiten]

  • Frankenbund in Würzburg (ab 1920)
  • Halkyonische Akademie in Saló am Gardasee (1951 Ernennung zum Senator)
  • Hetzfelder Flößerzunft (ab 1953)
  • Societs Pro Arte Herlipolensis (ab 1959 Vorsitzender)

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

  • Christine Jakob: Der Dichter an der Hobelbank. in: Frankenland. Zeitschrift für fränkische Landeskunde und Kulturpflege: Fränkische Künstler, Würzburg 1992, S. 158 f.
  • Adalbert Jakob: Wanderer unter den Wolken. Verlag Schwarzenbrunner, Würzburg 1960
  • Richard Zürrlein: Literatur im provinziellen Umfeld, in: Unterfränkische Geschichte, hrsg. von Peter Kolb und Ernst-Günther Krenig, Band 5/2, Echter-Verlag, Würzburg 2002, S. 377-466; S. 446