Walther-Grundschule

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Walther-Grundschule in Heidingsfeld (Westansicht)
Walther-Schule um 1910
Walther-Grundschule (Südwest-Ansicht)

Die Walther-Grundschule ist seit über hundert Jahren die Grundschule im Stadtbezirk Heidingsfeld.

Geschichte

Die Eröffnung der „Neuen Schule“ als Bildungseinrichtung für die katholischen Kinder Heidingsfelds fand am 9. Oktober 1909 statt. Für die evangelischen Kinder, die zu dieser Zeit von den katholischen getrennt unterrichtet wurden, war bereits am 1. Januar 1904 die gegenüberliegende Eichendorff-Schule eröffnet worden. Während und nach dem Ersten Weltkrieg mussten die katholischen Heidingsfelder Schulkinder wieder auf den Schulraumnotstand vor 1909 zurück, denn während außerordentlicher Kartoffelferien vom 5. bis 12. Oktober wurde das obere Stockwerk der Schule ausgebaut, nachdem schon seit August 1914 verwundete Soldaten in der Schule untergebracht waren.

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 kamen für die Schulkinder besondere Zeiten, die sich nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges 1939 erschwerten. Zu Beginn des Krieges wurden viele beliebte Lehrer eingezogen und mancher kehrte nicht mehr zurück. Ab 1944 nahmen die Fliegeralarme zu und zuletzt wurde die „Walther-Schule“ wieder Lazarett.

Beim Untergang Heidingsfelds am 16. März 1945 blieb die „Florian-Geyer-Schule“, wie sie von den Nazis umbenannt worden war, wie durch ein Wunder vor der Zerstörung bewahrt, während daneben der Zehnthof völlig ausbrannte und die katholische Pfarrkirche St. Laurentius dem Erdboden gleichgemacht wurde. Nur der Kirchturm blieb ausgebrannt stehen. So erlaubte die Lazarettleitung der Schule der Gemeinde St. Laurentius in einem Raum und später, als dieser zu klein wurde, im Turnsaal Gottesdienst zu halten. Die „Walther-Schule“ diente also auch schon als Gotteshaus. Die Schule wurde nach Instandsetzung freigegeben und der Unterricht konnte im Oktober 1945 wieder aufgenommen werden.

Die Schulraumnot zu Beginn der 1960er Jahre war so groß, dass ein Erweiterungsbau dringend notwendig wurde. Im Frühjahr 1963 begannen die Vorbereitungsarbeiten und am 7. Oktober des gleichen Jahres die Bauarbeiten. 1965 wurde der Erweiterungsbau inklusive Einrichtung für rund 2 Mio. DM fertig gestellt, finanziert von der Stadt Würzburg. In den nächsten Jahren erfolgte mit der Einführung der Gemeinschaftsschule in Bayern 1968 und der Angliederung der Eichendorff-Schule die Umwandlung in eine gemeinsame Volksschule mit Grund- und Hauptschule für alle Kinder des Sprengels, der weite Teile Heidingsfelds umfasst.

Im Frühjahr 2021 wurde mit der Sanierung des Altbaus der Walther-Grundschule begonnen. Da sich das Gebäude in der Liste der Würzburger Baudenkmäler befindet, machte dies eine Abstimmung mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege wie auch eine denkmalschutzrechtlicher Erlaubnis erforderlich. Nach dieser Abstimmung wurde in den vergangenen Monaten das bestehende Walmdach des denkmalgeschützten Altbaus der Walther-Grundschule saniert. Damit einher gingen die Verbesserung des Brandschutzes und der Fassadenanstrich am Altbau. Die Stadt Würzburg hat in die Sanierung des Daches, die im Oktober 2021 abgeschlossen wurde, rund 400.000 Euro investiert. [1]

Volksbad

Da um 1909 die wenigsten Heidingsfelder Wohnungen ein Bad hatten, wurden in der neuerbauten Schule nicht nur für die Schuljugend Badeeinrichtungen geschaffen, sondern auch ein „Volksbad“ mit fünf Kabinen für die Heidingsfelder Bevölkerung eingerichtet. Dieses Volksbad erwies sich besonders in den Jahren nach 1945 als Segen für die ausgebombten und in Notwohnungen hausenden Menschen.

Baudenkmal

Die Walther-Grundschule findet sich in der Liste der Baudenkmäler in Würzburg (Stadt) des Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege (Stand 01.11.2021):

 Objekt  Beschreibung  Denkmalnummer
Winterhäuser Straße 1 „Schule, ein- bzw. zweigeschossiger Walmdachbau über unregelmäßig dreiflügeligem Grundriss mit verspringenden Fluchten, Putzmauerwerk mit Rustikasockel und zurückhaltenden Kalksteingliederungen, Heimatstil [2], bez. 1909.“  D-6-63-000-780 [2]

Bildergalerie

Walther-Grundschule nach der Sanierung 2021

Walther-Grundschule vor der Sanierung 2021

Namensgeber

Logo der Walther-Schule
Vogelweide-Brunnen im Hof der Schule

Die Bildungseinrichtung wurde in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg nach dem Minnesänger Walther von der Vogelweide benannt. 1966 errichtete man in Erinnerung an ihn im Hof der Walther-Grundschule den Vogelweide-Brunnen, geschaffen vom Würzburger Bildhauer Karl Schneider.

Klassen

Die Walther-Grundschule ist zweizügig und hat eine bayernweit einmalige LRS-Klasse, die im Kurssystem Kinder des 3. Jahrgangs mit Lese-Rechtschreibschwierigkeiten fördert. Sie beherbergt neun Grundschulklassen und nachmittags vier Gruppen des „Offenen Ganztags“.

Im Obergeschoss des Neubaus sind vier Klassen der Mittelschule Heuchelhof zu Gast. Diese werden in den Räumen beschult, da an der MS Heuchelhof nicht genug Platz für alle Klassen ist.

Zusatzangebot

Maximal 112 Kinder besuchen die Kindertagesstätte St. Laurentius und maximal 75 Kinder den Hort der Arbeiterwohlfahrt für die 1. bis 10. Jahrgangsstufe.

Bekannte Schüler (Auswahl)

Kontakt

Walther-Grundschule
Winterhäuser Straße 1
97084 Würzburg
Telefon: 0931 - 2058140
E-Mail: walther-grundschule@wuerzburg.de

ÖPNV

Bus.png Nächste Bushaltestelle: Waltherschule


Siehe auch

Quellen

  • Anja Stranz-Meinck (Rektorin der Walther-Grundschule)
  • Infotafel an der Walther-Grundschule

Weblinks

Einzelnachweise, Erläuterungen und Hinweise

  1. Pressemitteilung der Stadt Würzburg: „Walther-Schule: Dachsanierung abgeschlossen“ (4. November 2021)
  2. Der Heimatstil ist ein Architekturstil, der auf ländliche und auch regionale Architekturformen zurückgreift. Er entwickelte sich ab den 1870er Jahren. Weitere Informationen bei Wikipedia [1].

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