Stahel'sche Universitäts-Buchhandlung

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Stahel'sche Universitätsbuchhandlung mit ihrem Besitzer Peter Gräbner (1991)

Die Stahel’sche Universitäts-Buchhandlung war die älteste Buchhandlung Würzburgs. 1753 gegründet bestand sie mit einem allgemeinen und wissenschaftlichen Sortiment bis 1992.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gründung der Stahel'schen Buchhandlung erfolgte im Jahr 1753 durch Johann Jacob Stahel nach Erteilung einer Konzession durch den damaligen Fürstbischof Carl Philipp von Greiffenclau. Erster Standort war im alten Landgerichtsgebäude, in der Sterngasse [1] neben dem Dom, später war das Ladengeschäft in der Neubaustraße 2 (heute Unicafé) zu finden. 1763 kaufte Stahel die Kleyer'sche Universitätsbuchdruckerei hinzu. Die Firma Stahel verlegte seitdem zukunftsweisende Publikationen in Kooperation mit der Universität. Darunter Werke aus Forschungsgebieten der Theologie, Naturwissenschaft und Medizin sowie wissenschaftliche Periodika. Auch im Zeitungsbereich war das Unternehmen tätig: Johann Jacob Stahels Sohn Johann Veit Joseph Stahel gründete im Jahr 1803 die „Würzburger Zeitung“, welche in der Folge ca. 100 Jahre lang regelmäßig erschien.

Nach dem Tod seines Vater Johann Conrad Stahel am 16. Februar 1853 übernahm Veit Joseph Stahel die Leitung der Stahel'schen Buchhandlung bis er 1855 im Alter von 27 Jahren als Teilhaber aufgenommen wurde. Bereits im Herbst 1853 hatte er den Umbau des Geschäftshauses veranlasst und für die eigenen Zwecke der Buchhandlung am 3. Mai eine Buchdruckerei eröffnet. Seinen jüngeren Bruder Heinrich Stahel, der bis dahin in der Buchhandlung tätig war, machte Veit Joseph zum Geschäftsleiter der Druckerei.

Seit 1964 war Peter Gräbner Inhaber der Stahel’schen Buchhandlung. 1982 war der Betrieb in größere Räume am Johanniterplatz 2 umgezogen. Nach der Kündigung des Mietvertrags im Jahr 1991 blieb die Suche nach neuen bezahlbaren Räumen für das umfangreiche Sortiment erfolglos. Die traditionsreiche Buchhandlung wurde am 15. Februar 1992 geschlossen.

Themengebiete[Bearbeiten]

In der Gründungszeit lag die Hauptausrichtung des Verlages auf der katholisch-theologischen Literatur. Auch Musiknoten (z.B. 1831 „Hymnen zu den Vespern an den Festtagen des Herrn ...“ von Witzka [2]) wurden veröffentlicht. Später lag das Augenmerk auf medizinisch-naturwissenschaftlichen und rechtswissenschaftlichen Fachpublikationen.

Berühmte Autoren des Verlags (Auszug)[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  • Bericht in der Main-Post vom 31. Dezember 1991
  • Karl Friedrich Pfau: „Stahel“, in: Allgemeine Deutsche Biographie (1908), (Onlinefassung)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Telephon-Anlage Würzburg: Verzeichniss der Sprechstellen, Nr. 1 - abgeschlossen am 30. September 1887, Königl. Universitätsdruckerei von H. Stürtz, Würzburg 1887, S. 19 (Domerschulgasse 3: Redaktion und Wohnung; Sterngasse 16: Comptoir) und S. 23
  2. Intelligenzblatt für den Unter-Mainkreis des Königreichs Bayern (1831), Nr. 23, Würzburg: C. A. Bonitas'sche Buchdruckerei, Sp. 471