Kinderbewahranstalt (Eßfeld)

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Die Kinderbewahransalt war eine Sozialeinrichtung in der Gemeinde Eßfeld.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Einrichtung einer Kinderbewahranstalt geht auf eine Stiftung zurück. Nachdem die Kreisregierung am 22. Juni 1899 die Genehmigung zur Errichtung einer Kinderbewahranstalt gegeben und das Bezirksamt Ochsenfurt am 31. Juli 1899 den Umbau des Gebäudes genehmigt hatte, wurde mit dem Umbau begonnen. Als Hauptmaßnahme wurde das Gebäude um eine Etage aufgestockt. Nach Vollendung des Umbaues wurde durch das Mutterkloster Oberzell der Antrag gestellt, ihm das Eigentumsrecht am Gebäude zu überlassen, was befürwortet wurde. Somit entledigte sich die Gemeinde elegant aller weiteren Verpflichtungen bezüglich der Anstalt. Mit dem Einzug von drei Ordensschwestern aus dem Kloster Oberzell am 2. April 1900 wurde die Anstalt eröffnet. Von den drei Schwestern war je eine für Krankenpflege, Kinder- und Arbeitsschule zuständig. [1] Erst 1920 trug die Gemeinde zur Beheizung der Anstalt bei und lieferte zum ersten Mal Holz und Kohle auf Gemeindekosten. Auch eine Fuhre Sand zum Spielen wurde jährlich von der Gemeinde gestellt.

Stifterin[Bearbeiten]

Margareta Münch heiratete am 12. Juli 1881 den Witwer Simon Dürr aus Wolkshausen. Sie kauften das 1875 das neu erbaute Haus Nr. 65, die spätere Kinderbewahranstalt. Es sollte wohl als Austragshaus dienen, nachdem der Hof verkauft worden war. Da ihre Ehe kinderlos blieb, regte Pfarrer Georg Mark an, eine Stiftung zur Errichtung einer Kinderbewahranstalt ins Leben zu rufen. Diese Stiftung wurde schließlich unter Pfarrer Franz Zorn vollzogen, indem Margareta Dürr am 30. September 1897 testamentarisch das Pfarramt Eßfeld zum Haupterben ihres Nachlasses einsetzte. Damit war die Bestimmung verknüpft, eine Kinderbewahranstalt mit Schwestern der Gemeinschaft der Dienerinnen der hl. Kindheit Jesu zu Oberzell zu errichten. Die Stifterin verstarb am 4. April 1898.

Kindergarten mit Schwesternstation[Bearbeiten]

Da die beengten Verhältnisse in der Kinderbewahranstalt waren nicht mehr länger tragbar und sogar die Schließung der Anstalt durch die Aufsichtsbehörde drohte. Pfarrer Carl Wagner wollte mit einem Anbau an das Gebäude die Anstalt mit möglichst geringen Kosten erhalten. Dieser Plan wurde nicht ausgeführt, sondern ein Neubau errichtet. Der neue Kindergarten in der Kindergartenstraße wurde im September 1966 von Pfarrer Anton Kehl eingeweiht. Das Kloster übernahm allerdings nicht das Eigentumsrecht am neuen Gebäude. Das alte Gebäude wurde an die Gemeinde zurückgegeben und verkauft. Auf einer Bürgerversammlung wurde beschlossen, einen eingetragenen Verein als Träger für den Kindergarten und Schwesternstation zu gründen, um eine gesicherte Finanzierung und geordnete Geschäftsführung zu gewährleisten. Am 1. März 1970 fand die Gründungsversammlung statt und der St.-Josefs-Verein war damit Eigentümer des neuen Kindergartengebäudes. 1999 kehrten die Schwestern ins Mutterhaus zurück und Erzieherinnen übernahmen die Aufgabe.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Arbeitsschule war der Handarbeitsunterricht, den die Schwester im Winter samstags den Mädchen in der Volksschule gab, mittwochs hielt sie Unterricht in Darstadt.

Weblinks[Bearbeiten]