Heinrich IV. zu Castell

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Heinrich IV. Graf zu Castell (* 13. Februar 1525 auf Schloss Stolberg; † 20. September 1595 in Remlingen) war von 1546 bis zu seinem Tod Herrscher der Grafschaft Castell. Er teilte sich die Herrschaft mit seinen Brüdern Konrad und Georg II. zu Castell und war Domherr und Diplomat.

Familiäre Hintergründe[Bearbeiten]

Heinrich war dritter Sohn von Wolfgang I. zu Castell.

Geistliche Laufbahn[Bearbeiten]

Graf Heinrich wurde bereits in jungen Jahren Teil des Würzburger Domkapitels und als Domizellar eingesetzt. Er studierte von 1538 bis 1542 an den Universitäten Ingolstadt, Dole, Bologna und Padua. 1548 kehrte er nach Franken zurück. Mittlerweile war sein Vater verstorben und der Graf übernahm mit seinen Brüdern die gräfliche Herrschaft. Er wurde Domkapitular in Würzburg und besuchte in dieser Stellung den Reichstag in Augsburg im Jahre 1550. Als Gesandter des Würzburger Bischofs Melchior Zobel von Giebelstadt nahm er an der Unterzeichnung des Passauer Vertrages teil. Im Jahr 1553 entsandte ihn Bischof Melchior nach Dresden. Bald darauf wurde er fürstbischöflicher Statthalter und Kommandant in Würzburg.

Konfessionswechsel[Bearbeiten]

Mit der Anerkennung der Lehre Martin Luthers durch den Augsburger Religionsfrieden 1555 trat auch Heinrich zum protestantischen Glauben über. Zuvor resignierte der Graf seine geistlichen Pfründen in Würzburg und trat als Geheimer Rat in die Dienste des lutherischen Herzogs Christoph von Württemberg. Diesen begleitete er 1562 auch zur Kaiserkrönung nach Frankfurt und 1566 zum Reichstag nach Augsburg. Im Jahr 1556 hatte Heinrich über seine Mutter die wertheimische Erbschaft Remlingen erhalten. Hier erbaute er 1563 das Casteller Schloss. Das Gebäude wurde mehrfach geändert und 1578 als „Amtssitz“ fertig gestellt.

Kaiserlicher Diplomat[Bearbeiten]

Kaiser Maximilian II. schätzte seine diplomatischen Fähigkeiten sehr hoch und zeichnete ihn auf dem Reichstag zu Augsburg 1566 mit einem besonderen Gerichtsprivileg aus. 1583 war Heinrich als Beauftragter Kaiser Rudolf II. von Habsburg an der Schlichtung der Streitigkeiten zwischen den Landgrafen von Hessen und dem Deutschen Orden beteiligt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Otto Meyer: Das Haus Castell. Landes- und Standesherrschaft im Wandel der Jahrhunderte. In: Otto Meyer, Hellmut Kunstmann (Hrsg.): Castell. Landesherrschaft- Burgen- Standesherrschaft. Castell 1979. S. 9-53.
  • Max Domarus: Die Porträts im Schloss Rüdenhausen. In: Freunde Mainfränkischer Kunst und Geschichte e.V. (Hrsg.): Mainfränkische Hefte. Heft 46. Volkach 1966.
  • Wilhelm Engel: Haus u. Herrschaft Castell in der fränkischen Geschichte. In: Gesellschaft für fränkische Geschichte (Hrsg.): Castell. Beiträge zu Kultur und Geschichte von Haus und Herrschaft. Neujahrsblätter XXIV. Würzburg 1952. S. 1-19.

Quellen[Bearbeiten]

  • Castell-Castell, Prosper Graf zu, "Castell, Heinrich, Graf zu" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 171 Onlinefassung

Weblinks[Bearbeiten]