Friedhof Gaubüttelbrunn

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Haupteingang zum Gaubüttelbrunner Friedhof

Der Friedhof Gaubüttelbrunn ist eine denkmalgeschützte Anlage im Kirchheimer Ortsteil Gaubüttelbrunn.

Lage

Der Friedhof befindet sich nördlich der Hauptstraße.

Geschichte

Wie in vielen anderen Gemeinden des Landkreises Würzburg wurde es auch in Gaubüttelbrunn im 19. Jahrhundert notwendig, den Friedhof, der sich bis dahin unmittelbar an der Kirche befand, aus dem Ortskern zu verlegen. Der alte Gottesacker erwies sich seit Mitte des 19. Jahrhunderts angesichts der stetig, wenn auch nur langsam ansteigenden Bevölkerung als zu klein; zu Beginn des Jahrhunderts gab es etwa 240 Einwohner in Gaubüttelbrunn, um 1850 waren es schon ca. 280. Auch in gesundheitspolizeilicher Hinsicht war eine Verlegung des Friedhofs aus der Ortsmitte und damit aus dem unmittelbaren Wohngebiet wünschenswert. So wurde im Jahr 1865 am östlichen Ortsrand ein neuer Friedhof angelegt.

Seine charakteristische Gestalt erhielt der Friedhof erst im 20. Jahrhundert, als der damalige Ortsgeistliche Canisius Niklaus, der von 1932 bis 1949 in Gaubüttelbrunn als Seelsorger wirkte, für den Friedhof ein Gesamtkonzept entwarf. Dieses beruhte auf der bevorzugten Verwendung des einheimischen Muschelkalks und prägt die Friedhofsgestaltung bis in die heutige Zeit. Unter seiner Ägide entstand aus diesem Material ein Kreuzweg, bestehend aus 14 Stationen, die zugleich Grabmäler sind. Pfarrer Canisius Niklaus überzeugte nicht nur die Gläubigen, sich an der Errichtung solcher künstlerisch wertvollen und nicht gerade billigen Grabstätten zu beteiligen, indem er gegebenenfalls auch finanzielle Hilfe gewährte, sondern verfasste auch selbst die Gebetstexte auf jenen Monumenten, die sowohl Grabmal als auch Kreuzwegstation sind.

Aussegungshalle in Gaubüttelbrunn

Als 1976 eine Aussegnungshalle - mit Buntglasfenstern des Würzburger Künstlers Josef Scheuplein - außerhalb des eigentlichen Friedhofsgeländes errichtet wurde, verwendete man - dem alten Konzept Niklaus' folgend - ebenfalls Muschelkalk. So erhielt der Friedhof Gaubüttelbrunn eine geschlossenes künstlerisches Erscheinungsbild und unter Denkmalschutz steht. 1983 konnte für die Aussegnungshalle ein Totenglöckchen - versehen mit der Jahreszahl 1983 und der Aufschrift de morte ad vitam (vom Tod zum Leben) - sowie ein dafür erforderlicher Glockenträger angeschafft werden, nachdem auf Initiative des damaligen 2. Bürgermeisters Eugen Engert zwei private Spender für die Übernahme der Kosten in Höhe von ca. 10.000 DM gefunden worden waren.

1997 wurde die Lourdes-Grotte auf Initiative des Bürgervereins Gaubüttelbrunn und mit viel Eigenleistung renoviert, wobei die Fassade ausgebessert, ein verzinktes Gitter angebracht und ein neues Kupferdach installiert wurde.

Beschreibung

Friedhof in Gaubüttelbrunn
Friedhofskreuz

Der Friedhof wird bestimmt vom Kreuzweg, der aus 14 Stationen mit figürlichen Reliefs und Inschriftentafeln aus Muschelkalk besteht. Diese 14 Stationen sind zugleich Grabmäler, beginnen rechts vom Eingang und führen an der - offenbar schon 1927 existierenden - Umfassungsmauer entlang. Je sechs Stationen befinden sich an den Längsseiten, zwei vorn an der Stirnseite des Friedhofs, links und rechts von der mit Muschelkalksteinen ummauerten Lourdes-Grotte mit der Muttergottes-Figur. Gefertigt wurden die Relief-Grabsteine in heroisierendem Stil - der Form alter Flügelaltäre nachgebildet - vom Würzburger Bildhauer Ludwig Sonnleitner, dem Vater des Bildhauers Otto Sonnleitner und seiner Werkstatt, der die Arbeiten 1940 abschloss.

Zwischen den Stationen befinden sich weitere Grabmonumente, die unter anderem von den Würzburger Bildhauern Julius Bausenwein und Adolf Herbst geschaffen wurden. Diese Grabmäler, überwiegend ebenfalls aus Muschelkalk, stellen häufig die Namenspatrone der Bestatteten dar.

Das Friedhofskreuz aus Sandstein und Kunststein besteht aus einem Kruzifix auf einem Tischsockel mit Inschrift (Ich bin die Auferstehung / und das Leben. / Wer an mich glaubt / wird ewig leben.) aus der Zeit um 1920. Das Priestergrabmal, eine Stele mit Relief des Auferstandenen in Mandorla und flankierenden Stelen mit Namenstafeln aus Muschelkalk wurde von Ludwig Sonnleitner in den Jahren 1946/47 geschaffen.

Bildergalerie

Siehe auch

Quellen und Literatur

  • Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, Baudenkmäler in Kirchheim, Nr. D-6-79-153-24
  • Peter Mainka: Mit Christus durch die Zeit 1448-1998. 550 Jahre Pfarrei Gaubüttelbrunn. Ein Gang durch ihre Geschichte. Pfarrei St. Stephan (Hrsg.), Gaubüttelbrunn 1998, S. 26 f.

Weblinks

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