Fürspänger

Aus WürzburgWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Vereinigung der Fürspänger (auch: Gesellschaft mit dem Fürspang) war eine exklusive fränkische Rittergesellschaft.

Namensgeber[Bearbeiten]

Der Name leitete sich von der auch Fürspange (auch: Fürspann) ab, die als Spange vom Gürtel der Heiligen Maria gedeutet wurde. Mit dieser Brosche wurde der Mantel vorne auf der Brust zusammengehalten. Dieser funktionelle Schmuck diente später auch symbolisch als Ordensdekoration.

Geschichte[Bearbeiten]

Sie wurde am 13. August 1396 von 26 Adeligen aus 12 fränkischen Geschlechtern in Würzburg gegründet. Zu diesen Familien gehörten die Egloffstein, Förtsch von Thurnau, Fuchs, Grumbach, Heßberg, Rotenhan, Seckendorff, Seinsheim, Stiebar von Buttenheim, Wenkheim, Wolffskeel und Zollner.

Die Gesellschaft war ursprünglich eine Begräbnis- und Altarbrudergesellschaft und befasste sich mit der Marienverehrung. Die religiösen Mittelpunkte waren die neu gegründeten Liebfrauenkirchen in Bamberg, Nürnberg und Würzburg (Marienkapelle). In Bamberg und Würzburg stiftete die Gesellschaft auch die Messbenefizien.

Wie andere Gesellschaften dieser Zeit erfüllte auch diese Gesellschaft grundsätzlich das Bedürfnis des Ritterstandes sich gegenüber anderen Ständen abzugrenzen, unter anderem auch gegenüber den aufstrebenden bürgerlichen Familien der Städte, dem sogenannten Patriziat (an erster Stelle wohl die Nürnberger Patrizier). Die Mitgliedschaft bei den Fürspängern war ursprünglich auf 26 Familien begrenzt und erst 1505 erweitert, wobei die Mitgliedschaft innerhalb der Familien vererbt wurde. Die Zusammengehörigkeit sollte verstärkt werden durch die Pflege der ritterlichen Tugenden.

Sie war Vorbild für spätere Turniergesellschaften, wie der Einhorngesellschaft oder der Bärengesellschaft. Sie kann als Vorläufer späterer Ordensgesellschaften betrachtet werden.

Ende der Fürspänger[Bearbeiten]

Durch die Reformation änderte sich die Gesellschaftsstruktur der Gesellschaften und die Mitgliederzahl schwand. Vor deren Auflösung mit Ende des Dreißigjährigen Krieg im Jahr 1648 vertraten allein die Familien Rotenhan und Stiebar die Fürspängergesellschaft. Die fränkische Reichsritterschaft übernahm als Rechtsnachfolger die Pfründe, Besitz- und Geldvermögen.

Mitglieder (Auszug)[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Das Fürspängerstift in Würzburg 1355-1602. In: Georg Link: Klosterbuch der Diöcese Würzburg. Band II, Würzburg, 1876. (franconica)
  • Johannes Müllner: Die Annalen der Reichsstadt Nürnberg von 1623, Teil II: Von 1351-1469. Nürnberg 1972. S.13-16.
  • Andreas Ranft: Adelsgesellschaften. Gruppenbildung und Genossenschaft im spätmittelalterlichen Reich. Jan Thorbecke Verlag, Sigmaringen 1994, 364 S., ISBN 3-7995-5938-8
  • Corld Ulrichs: Vom Lehnhof zur Reichsritterschaft. Strukturen des fränkischen Niederadels am Übergang vom späten Mittelalter zur frühen Neuzeit. Verlag Franz Steiner, Stuttgart 1997, S. 135 ff., ISBN 3515071091


Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Fürspänger aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.