Waldhaus

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Waldhaus, Frontseite

Das Waldhaus des Verschönerungsvereins Würzburg befindet sich in den Steinbachtal-Anlagen. Das Gebäude hat eine abwechslungsreiche Geschichte hinter sich. Nachdem es seit 1909 lange als Wirtschaftsbetrieb genutzt wurde, befand sich zuletzt die Verwaltung der Kneipp-Werke darin. Seit Januar 2015 ist das Hauptgebäude an eine soziale Einrichtung vermietet. Für künftige Sanierungsmaßnamen finden gegenwärtig Untersuchungen an der Bausubstanz des Haupthauses und der Nebengebäude statt.

Geschichte[Bearbeiten]

Pulvermagazin[Bearbeiten]

An der Stelle des heutigen Gebäudes ließ die damalige Militärverwaltung 1865 das Pulvermagazin im Steinbachtal errichten. 1895 ließ der Verschönerungsverein Würzburg die Grünanlage im Steinbachtal anlegen und plante auch ein „Wirtschaftsetablissement“ einzurichten. Daher bemühte der Verein sich ab 1896 um den Erwerb. Das Gelände konnte aber erst im Februar 1908 für 19.000 Mark erworben werden.

Gastronomiebetrieb und Ausflugslokal[Bearbeiten]

Nach Plänen von Rudolf Hofmann wurde auf den Grundmauern des Magazins ein zweigeschossiges Gebäude errichtet, welches als Café errichte wurde. Finanziert wurde der Bau vornehmlich durch Spenden. Die Eröffnung des „Waldhauses“ erfolgte am 10. Juli 1909. Schon damals konnte man mit der Straßenbahn vom Sanderring zum Waldhaus fahren. Zum damaligen Zeitpunkt gehörten zwölf Fremdenzimmer, ein Badezimmer, drei Wirtschaftszimmer und ein Nebengebäude zum Waldhaus. In den 1930er Jahren wurde das Gebäude von den Nationalsozialisten für den Reichsarbeitsdienst beschlagnahmt und dem Verschönderungsverein 1938 wieder zurückgegeben. Es wurde daraufhin renoviert und als „Waldhotel“ mit 40 Betten in 24 Fremdenzimmern und einem Gasthof mit 300 Plätzen weitergeführt. 1941 wurde das Gebäude abermals beschlagnahmt und zum Lazarett umfunktioniert. Nach Ende des Krieges verwendeten die Amerikaner es als Offizierskasino.

Zentrale der Kneipp-Heilmittelwerke[Bearbeiten]

Nachdem die amerikanische Armee das Gebäude 1956 räumte wurde es ab 1958 an die Kneipp-Heilmittelwerke vermietet. Ab Mitte der 1970er Jahre wurde die Produktion in die Winterhäuser Straße verlegt, die Hauptverwaltung blieb im Steinbachtal. Mitte 2013 hat das Unternehmen das Waldhaus verlassen und in die neue Kneipp-Heilmittelzentrale ins Gewerbegebiet Hohestadt nach Ochsenfurt verlegt. Seitdem steht die Liegenschaft zur Vermietung.

Baubescheibung[Bearbeiten]

Das ehemalige Pulvermagazin war seit 1908 Gasthaus. Das Gebäude ist ein zweigeschossiger Walmdachbau mit Loggien und Altan, Putzmauerwerk, barockisierender Heimatstil von Rudolf Hofmann unter Verwendung von Teilen des vormaligen Pulvermagazins 1908 erbaut. Zugehörig ist das ehemalige Wachhaus des Pulvermagazins, ein zweigeschossger Satteldachbau aus dem Jahr 1864.

Bildergalerie[Bearbeiten]

Kneipp-Wiese[Bearbeiten]

Am Hang oberhalb des Waldhauses stellten die Kneipp-Werke der Öffentlichkeit eine Wiese mit verschiedenen Kneippbecken zur Verfügung. Die Anlage wurde 1959 eröffnet und gemeinsam von Kneipp und der Stadt Würzburg betrieben. Neben den Becken gab es auch einen Schaugarten mit Heilkräutern und eine Wiese für verschiedene Aktivitäten. Als die Kneipp-Werke den Vertrag zum Betrieb der Anlage 2006 kündigten fand sich kein Nachfolger und die Anlagen wurden geschlossen.

ÖPNV[Bearbeiten]

Bus.png Nächste Bushaltestelle: Waldhaus


Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

  • Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, Baudenkmäler in Würzburg, Nr. D-6-63-000-790
  • Max Domarus: Hundert Jahre Verschönerungsverein Würzburg 1874-1974. Ein Jahrhundert Wirken für Würzburg. Würzburg 1974
  • Talgemeinde Steinbachtal Würzburg (Hrsg.): Das Waldhaus des Verschönerungsvereins von Würzburg e.V. und seine wechselhafte Geschichte. 100 Jahre Geschichte Steinbachtal 1890-1990. Würzburg 2001

Weblinks[Bearbeiten]

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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