Theodor Boveri

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Theodor Boveri

Prof. Dr. Theodor Heinrich Boveri (* 12. Oktober 1862 in Bamberg; † 15. Oktober 1915 in Würzburg) war Biologe und Zoologe und ab 1893 Professor an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Boveri studierte an der Ludwig-Maximilians-Universität in München Naturwissenschaften und Medizin, wurde dort 1885 promoviert und habilitierte sich, nachdem er in Neapel Zell- und Befruchtungsstudien an Fadenwürmern durchgeführt hatte, 1887 ebenfalls in München. [1]

Professor in Würzburg[Bearbeiten]

Am 22. März 1893 wurde er von der Universität Würzburg, gerade dreißigjährig, zum ordentlichen Professor für Zoologie und Vergleichende Anatomie berufen, wo er als Pionier auf dem Gebiet der modernen Zellbiologie arbeitete. Einer von Boveris Schülern war der ab 1894 am Würzburger Zoologischen Institut tätige Hans Spemann, dessen in Würzburg durchgeführte Forschungsarbeiten zur „Entwicklungsmechanik“ grundlegend für seine späteren Ergebnisse waren, für die der Zoologe und Mediziner Spemann 1935 den Nobelpreis erhielt. [2]

Rektor der Universität[Bearbeiten]

Von 1905 bis 1906 war Boveri Rektor der Universität.

Familiäre Zusammenhänge[Bearbeiten]

Theodor Boveri heiratete 1897 die amerikanische Biologin Marcella O'Grady (1863-1950), die er als Gasthörerin seiner Vorlesungen kennengelernt hatte. Beider Tochter Margret Boveri (* 14. August 1900 in Würzburg; † 6. Juli 1975 in Berlin) war eine bedeutende deutsche Journalistin.

Wissenschaftliches Erbe[Bearbeiten]

1880 bis 1882 beschrieben Eduard Strasburger und er die Konstanz der Chromosomenzahl bei unterschiedlichen Arten (diese ist für die jeweilige Art typisch) und die Individualität der Chromosomen. Im Jahr 1904 begründete Boveri die Chromosomentheorie der Vererbung, die - nach der Wiederentdeckung der Mendelschen Gesetze - zu einer Grundlage moderner Genetik wurde.

Theodor-Boveri-Institut[Bearbeiten]

Im Theodor-Boveri-Institut für Biowissenschaften sind sieben biologische Lehrstühle, zwei medizinisch-vorklinische Lehrstühle, ein Lehrstuhl aus der Fakultät für Chemie und Pharmazie sowie die Zentrale Abteilung für Elekronenmikroskopie und eine ökologische Außenstation im Steigerwald zum Zwecke der interdisziplinären Forschung zusammen geschlossen.

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Posthume Würdigung[Bearbeiten]

Bronzebüste im Biozentrum

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ilse Jahn: Boveri, Theodor, in: Enzyklopädie Medizingeschichte, hrsg. von Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil und Wolfgang Wegner, Walter de Gruyter, Berlin und New York 2005, S. 202a
  2. Werner E. Gerabek: Spemann, Hans, in: Enzyklopädie Medizingeschichte, hrsg. von Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil und Wolfgang Wegner, Walter de Gruyter, Berlin und New York 2005, S. 1346 f.

Literatur[Bearbeiten]

  • F. R. Baltzer: Theodor Boveri. Leben und Werk eines großen Biologen, Stuttgart 1962

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Dieser Artikel basiert zum Teil auf dem Artikel Theodor Boveri aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.