Sturm aufs Rathaus

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Der traditionelle Sturm aufs Rathaus läutet alle zwei Jahre am Faschingssamstag die heiße Phase des Straßenfaschings in Würzburg ein.

Geschichte[Bearbeiten]

Das öffentliche Spektakel wird bereits seit dem Jahr 1952 durchgeführt. Seit 1982 werden aktuelle Ereignisse und neuzeitliche Probleme in das Drehbuch eingearbeitet. Verantwortlich für die Durchführung ist die 1. Karnevalsgesellschaft Elferrat Würzburg.

Historische Vorlage[Bearbeiten]

Der Sturm aufs Rathaus erinnert in lebendiger Form an ein historisches Ereignis aus der Zeit des Bauernkriegs: Bauernhauptmann Jakob Köhl aus Eibelstadt wurde 1525 im Grafeneckart gefangen gehalten und später enthauptet.

Ablauf[Bearbeiten]

In historischen Bauerngewändern und bewaffnet mit Dreschflegeln, Rechen und Hacken rücken die Bauern mit dem Schiff an. Unter dem Donnern der Kanonen geht es mit einer Blaskapelle über die Alte Mainbrücke. Bei rustikalem Lagerleben vor dem Kiliansdom und am Sternplatz stärkten sich die Bauernrotten für den Kampf. Die Bauern rekrutieren die Teilnehmer aus den Fasenachtsgesellschaften des Landkreises.

Die Stadtsoldaten, dargestellt durch Mitglieder der 1. Karnevalsgesellschaft Elferrat Würzburg und anderer Faschingsvereinigungen der Stadt, marschieren inzwischen vor dem Grafeneckart auf, um diesen gegen die Bauern zu verteidigen. In der Domstraße kommt es zum nachgestellten „Kampf“ zwischen Städtischen Truppen und Bauern. Gelingt den Bauern der Vorstoß zum Grafeneckart, können Sie den Gefangenen befreien.

Im Anschluss müssen sich der Oberbürgermeister für die Städter und der Landrat für die Bauern im Zweikampf kleinen Aufgaben stellen.

Ausgewählte Veranstaltungen[Bearbeiten]

2011[Bearbeiten]

2011 konnte der Gefangene unter großem Jubel befreit werden. Im Zweikampf blieb es zwischen Georg Rosenthal und Eberhard Nuß unentschieden. Beim Schubkarren-Rennen hatte der OB die Nase klar vor, doch holte der Landrat beim Entkorken von Weinflaschen wieder auf.

2017[Bearbeiten]

Am Faschingssamstag wirken die Gemeinden Giebelstadt und Winterhausen, der Stadtteil Heidingsfeld und die Stadt Würzburg mit. Die Stadtverwaltung wirft mit Geld nur so um sich. Können auch die Bauern davon profitieren? Sie Bauern wittern in Vergabeverträgen von Handwerkerleistungen eine Chance. Der Beginn der Verhandlungen findet im Glasturm des G-Hotel, dem Regententurm der Städter statt. Aber der Ärger ist wegen Nichteinhaltung der Verträge bereits vorprogrammiert.

Somit brachen Händel aus. Am 21. Januar am Geyerschloss in Giebelstadt, am 28. Januar in Winterhausen und am 18. Februar in Heidingsfeld. Alles eskaliert am Faschingssamstag in der Innenstadt. Die Bauern greifen an Heftige Gefechte finden in der Domstraße statt. Die Lage der Städter scheint fast aussichtslos. Zu Hilfe kommen Truppen aus inzwischen eingemeindeten Stadtteilen und sogar aus Fulda.

Bei einer Waffenruhe kommt man überein, durch einen Wettkampf der Oberhäupter ohne Waffen und Blutvergießen eine faire Entscheidung herbei zu führen. Unter den Augen der Stadt- und Landbevölkerung wird dieser Wettkampf vor dem Würzburger Rathaus ausgetragen. Die Rangeleien beginnen um 10.00 Uhr. Zum Schluss ist der Friede wieder hergestellt. Ein Ochse wird gebraten, gesponsert von Oberbürgermeister Christian Schuchardt, Getränke werden angeboten und es wird rund um den Vierröhrenbrunnen gefeiert.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]