Stolpersteine in Gaukönigshofen

Aus WürzburgWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Stolpersteine in Gaukönigshofen enthalten die Stolpersteine, die im Rahmen des gleichnamigen Kunstprojekts von Gunter Demnig in der unterfränkischen Gemeinde Gaukönigshofen, einschließlich des Ortsteils Acholshausen, verlegt wurden. Mit ihnen soll Opfern des Nationalsozialismus gedacht werden, die in Gaukönigshofen lebten und wirkten.

Verlegte Stolpersteine im Ortsteil Acholshausen[Bearbeiten]

Adresse Erinnerung an/Historische Notizen Verlegedatum
Obere Gasse Für Moritz und Betti Weil
Moritz Weil wurde am 20. Oktober 1898 in Acholshausen geboren. Von Beruf war er Landwirt. Zum Novemberpogrom 1938 war nur noch das Ehepaar Weil in Acholshausen ansässig. SA-Männer aus Ochsenfurt zerstörten deren Wohnung und misshandelten den Ehemann. Danach wurde Moritz Weil für einige Tage in das Gefängnis nach Aub verbracht und von dort nach Dachau deportiert, von wo aus er erst am 10. Januar 1939 wieder freigelassen wurde. Am 24. März 1942 wurde er im Alter von 43 Jahren gemeinsam mit seiner Frau Betti nach Izbica deportiert. Dort oder in einem Vernichtungslager im Raum Lublin wurde er vermutlich kurz nach der Ankunft ermordet.
Betti Weil wurde am 21. April 1906 in Aidhausen geboren. Zu einem unbekannten Zeitpunkt heiratete sie den Landwirt Moritz Weil und zog zu ihm nach Acholshausen. Am 24. März 1942 wurde das Ehepaar nach Izbica deportiert. Dort oder in einem Vernichtungslager in der Nähe wurde Betti Weil vermutlich kurz nach der Ankunft ermordet.
24. September 2008

Verlegte Stolpersteine im Ortsteil Gaukönigshofen[Bearbeiten]

Adresse Erinnerung an/Historische Notizen Verlegedatum
Julius-Echter-Straße 4 Für Elsa Mainzer: Sie wurde am 20. Dezember 1902 in Gaukönigshofen geboren und am 24. März 1942 nach Izbica deportiert. Dort oder in einem Vernichtungslager in der Nähe wurde sie vermutlich kurz nach der Ankunft ermordet. 24. September 2008
Julius-Echter-Straße 4 Für Getta Berney: Sie wurde am 22. Oktober 1911 in Karbach geboren und arbeitete als Hausangestellte in Gaukönigshofen, wo sie 1939 auch lebte. Am 23. März 1942 wurde sie nach Izbica deportiert. Dort oder in einem Vernichtungslager im Raum Lublin wurde sie vermutlich kurz nach der Ankunft ermordet. 24. September 2008
Mühlstraße Für Saly und Tilly Grünebaum
Sally (geb. Steinhart) wurde am 9. Oktober 1895 in Gaukönigshofen geboren. Hier heiratete sie einen unbekannten Mann namens Grünebaum. Am 23. März 1942 wurde Sally Grünebaum nach Izbica deportiert. Dort oder in einem Vernichtungslager im Raum Lublin wurde sie vermutlich kurz nach der Ankunft ermordet.
Tilly wurde am 14. Juli 1923 in Würzburg geboren. Zwischendurch lebte sie für kurze Zeit in Fürth. Am 24. März 1942 wurde sie nach Izbica deportiert. Dort oder in einem Vernichtungslager im Raum Lublin wurde sie vermutlich kurz nach der Ankunft ermordet.
24. September 2008
Am Königshof Für Leo, Hannelore und Mina Kahn
Leo war Lehrer. In der Familie Wolf und Sophie Kahn in der unterfränkischen Gemeinde Mittelsinn, Landkreis Main-Spessart, aufgewachsen. Er machte eine vorbereitende Berufsausbildung an der Isr. Präparandenschule Höchberg, dann von 1917 bis zum Examen 1920 an der Israelischen Lehrerbildungsanstalt in Würzburg . Nach einer längeren Unterrichtstätigkeit in der Gemeinde Westheim (Knetzgau), Landkreis Haßberge, wechselte er 1931 in die Gemeinde Gaukönigshofen im Landkreis Würzburg, wo er für die Israelitische Kultusgemeinde als (Religions-)Lehrer, wohl auch Vorbeter und Schächter tätig war. Seine Ehefrau Mina (geb. Sündermann) stammte aus Westheim; 1933 wurde die Tochter Hannelore geboren. Die junge Familie wurde am 23. März 1942 über Würzburg mit dem Ziel Ghetto Izbica deportiert und wohl bald darauf ermordet.
Hannelore wurde als einziges Kind des Ehepaars Kahn in Gaukönigshofen geboren. Der Vater Leopold (auch Leo) war Lehrer und stark in die Gemeindearbeit involviert. Über die Mutter Mina (geb. Sündermann) ist nichts weiter bekannt. Hannelore wurde am 24. März 1942 gemeinsam mit ihren Eltern von Kitzingen nach Izbica deportiert. Dort kam die Familie vermutlich kurz nach der Ankunft in einem der Vernichtungslager im Raum Lublin ums Leben.
Mina (geb. Sündermann) wurde am 5. Oktober 1908 in Westheim im unterfränkischen Landkreis Haßberge geboren. Sie heiratete den Mittelsinner Leopold Kahn. Zuletzt lebte das Ehepaar in Gaukönigshofen. Von dort wurde Mina Kahn zusammen mit ihrem Mann und der zehnjährigen Tochter Hannelore am 24. März 1942 über Kitzingen nach Izbica deportiert. Dort oder in einem Vernichtungslager im Raum Lublin wurde Mina vermutlich kurz nach der Ankunft ermordet.
24. September 2008
Am Königshof Für Julius, Käthe und und Therese Katz
Julius wurde am 4. November 1890 in Bastheim geboren. Er heiratete Therese (geb. Strauß) aus Gaukönigshofen, wo das Ehepaar auch zuletzt lebte. Am 24. März 1942 wurden beide gemeinsam mit der Tochter Käthe nach Izbica deportiert. Dort oder in einem Vernichtungslager im Raum Lublin wurde die Familie vermutlich kurz nach der Ankunft ermordet.
Käthe, Tochter von Julius und Therese Katz, wurde am 2. Juli 1924 in Gaukönigshofen geboren. Sie arbeitete als Hausangestellte. Zuletzt lebte sie in ihrem Geburtsort Gaukönigshofen. Am 24. März 1942 wurde Käthe Katz gemeinsam mit ihren Eltern nach Izbica deportiert. Dort oder in einem Vernichtungslager im Raum Lublin wurde die Familie vermutlich kurz nach der Ankunft ermordet.
Therese (geb. Strauß) wurde am 21. Januar 1883 in Gaukönigshofen geboren. Sie heiratete später den Kaufmann Julius Katz aus Bastheim. 1924 kam die Tochter Käthe zur Welt. Zuletzt lebte die Familie in Gaukönigshofen. Am 24. März 1942 wurden alle drei Familienmitglieder nach Izbica deportiert. Dort oder in einem Vernichtungslager im Raum Lublin wurden sie vermutlich kurz nach der Ankunft ermordet.
24. September 2008
Am Königshof 7 Für Sigmund, Sara und und Siegbert Krebs
Siegmund oder Sigmund wurde am 15. Februar 1884 in Reichenberg geboren. Krebs war als Viehhändler tätig. Er heiratete Sara (geb. Weil) und bekam mit ihr im Jahr 1937 den Sohn Siegbert. Zuletzt lebte die Familie in Gaukönigshofen. Am 24. März 1942 wurden Siegmund, Sara und Siegbert Krebs nach Izbica deportiert. Dort oder in einem Vernichtungslager im Raum Lublin wurden sie vermutlich kurz nach der Ankunft ermordet.
Sara (geb. Weil) wurde am 3. Mai 1897 in Acholshausen geboren. Sie heiratete später den Viehhändler Siegmund Krebs und bekam mit ihm den Sohn Siegbert. Zuletzt lebte die Familie in Gaukönigshofen. Am 24. März 1942 wurde die Familie Krebs nach Izbica deportiert. Dort oder in einem Vernichtungslager im Raum Lublin wurden sie vermutlich kurz nach der Ankunft ermordet.
Siegbert wurde am 21. Juni 1937 in Würzburg geboren. Er war das Kind von Siegmund Krebs und seiner Frau Sara (geb. Weil). Zuletzt lebte die Familie in Gaukönigshofen. Siegbert wurde am 24. März 1942 nach Izbica deportiert. Dort oder in einem Vernichtungslager im Raum Lublin wurde er vermutlich kurz nach der Ankunft ermordet.
24. September 2008
Am Königshof 5 Für Josef, Martha und Walter Thalheimer
Josef wurde am 21. April 1890 in Gaukönigshofen geboren. Er war von Beruf Kaufmann. Am 24. März 1942 wurde Thalheimer gemeinsam mit seinem Sohn Walter nach Izbica deportiert. Dort oder in einem Vernichtungslager im Raum Lublin wurde er vermutlich kurz nach der Ankunft ermordet.
Martha (geb. Berliner) wurde 1898 geboren. Sie starb am 2. Februar 1939 an den Folgen des Novemberpogroms.
Walter David wurde am 24. Juni 1926 in Gaukönigshofen als Sohn von Josef Thalheimer geboren. Der Name der Mutter ist unbekannt, sie starb vermutlich vor der Deportation eines natürlichen Todes. Am 24. März 1942 wurden Walter und Josef Thalheimer nach Izbica deportiert. Dort oder in einem Vernichtungslager im Raum Lublin wurden sie vermutlich kurz nach der Ankunft ermordet.
24. September 2008
Am Königshof 2 Für Ferdinand, Sitty, Kurt Fritz und Alfred Weil
Ferdinand Weil wurde am 21. Dezember 1889 in Acholshausen geboren. Er war von Beruf Viehhändler und heiratete Sitty (geb. Strauß). Mit ihr hatte er zwei Söhne. Am 24. März 1942 wurde die Familie nach Izbica deportiert. Dort oder in einem Vernichtungslager in der Nähe wurde er vermutlich kurz nach der Ankunft ermordet.
Sitty (geb. Strauß) wurde am 19. Juni 1904 in Schöllkrippen geboren. Sie heiratete den Acholshausener Ferdinand Weil und nahm seinen Namen an. Mit ihm hatte sie zwei Söhne, Kurt und Alfred. Zuletzt lebte die Familie in Gaukönigshofen. Am 24. März 1942 wurde die Familie nach Izbica deportiert. Dort oder in einem Vernichtungslager in der Nähe wurde sie vermutlich kurz nach der Ankunft ermordet.
Kurt Fritz wurde am 10. September 1927 in Gaukönigshofen geboren. Er war das älteste Kind des Ehepaares Ferdinand und Sitty Weil. Am 24. März 1942 wurde die Familie nach Izbica deportiert. Dort oder in einem Vernichtungslager in der Nähe wurde er vermutlich kurz nach der Ankunft ermordet.
Alfred wurde am 21. Oktober 1928 in Würzburg geboren. Er war der Sohn von Ferdinand und Sitty Weil. Am 24. März 1942 wurde die Familie nach Izbica deportiert. Dort oder in einem Vernichtungslager in der Nähe wurde er vermutlich kurz nach der Ankunft ermordet.
24. September 2008

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]