Staatliche Chemische Untersuchungsanstalt Würzburg

Aus WürzburgWiki
Zur Navigation springenZur Suche springen

Die Staatliche Chemische Untersuchungsanstalt Würzburg war eine selbstständige staatliche Kontrollbehörde zur Lebensmittelsicherheit in Würzburg.

Vorgeschichte

1868 wurde in Würzburg die „Versuchsanstalt des unterfränkischen Weinbauvereins“ und des „Landwirtschaftlichen Vereins für Unterfranken“ gegründet. Leiter des Laboratoriums wurde Dr. Albert Hilger, der zuvor wissenschaftlicher Assistent am Chemischen Laboratorium der Universität Würzburg gewesen war. Die entscheidende gesundheitspolitische Grundlage der Anstalt war ein Reichsgesetz vom 15. Mai 1879, das die „chemisch-technische Untersuchung und Beurteilung von Nahrungs- und Genussmitteln sowie Gebrauchsgegenständen“ vorschrieb. Anfang März 1881 reichte die Regierung von Unterfranken dem Ministerium eine Petition ein, in der der unterfränkische Weinbauverein bat, die Versuchsanstalt zu Würzburg als öffentliche Untersuchungsanstalt anzuerkennen, da die steigende Anzahl der Lebensmitteluntersuchungen ohne Anstellung eines Assistenten nicht mehr zu bewältigen sei. Das Königliche Staatsministerium des Innern entschied sich am 1. März 1884, die „Königliche Untersuchungsanstalt für Nahrungs- und Genussmittel zu Würzburg“ an das Institut für Chemische Technologie der Universität Würzburg anzugliedern.

Geschichte der Anstalt

1937 wurde die „Staatliche Chemische Untersuchungsanstalt Würzburg“ von der Universität gelöst und unterstand nunt direkt dem Bayerischen Staatsministerium des Innern. Das Gebäude in der Koellikerstraße 2, in dem die Untersuchungsanstalt untergebracht war, wurde beim Bombenangriff auf Würzburg am 16. März 1945 völlig zerstört. 1953 übernahm Dr. Helmut Bieber die Leitung der Anstalt. Nach einer Notunterkunft im Bau 5 des Luitpoldkrankenhauses, zog die Behörde am 27. Juni 1951 in das Greiffenclau-Palais (Roter Bau) in der Theaterstraße 23. Teile der Anstalt zogen 1959 in den Neubau in der Luitpoldstraße 1 im Stadtteil Zellerau um.

Ende der Eigenständigkeit

1974 wurden die Chemischen Untersuchungsanstalten im Freistaat Bayern mit den bestehenden bakteriologischen und tiermedizinischen Untersuchungsanstalten zu zwei Landesuntersuchungsämtern für das Gesundheitswesen Nordbayern und Südbayern mit je einem Präsidenten in Erlangen und Oberschleißheim verschmolzen. Mit dem Tod von Amtsleiter Bieber 1975 sollte die Würzburger Dienststelle Sachgebiete (Backwaren, Süßwaren, Milch und Milcherzeugnisse) nach Erlangen abgeben und lediglich die „Weinuntersuchungsstelle“ behalten. Mit dem neuen Amtsleiter Dr. Konrad Hildenbrand ab 1982, der seit 1961 am Chemischen Untersuchungsamt gearbeitet hatte, erfolgte eine Neuorientierung, die am 18. Februar 1993 in der Eröffnung eines Erweiterungsbaus an der Friedensbrücke mündeten. Die Lebensmittelüberwachung und Verbraucherschutz in Nordbayern waren damit im Landwirtschaftlichen Untersuchungsamt, seit 2002 nachgeördnete Dienststelle des Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen für Getränkeprüfung nachhaltig gesichert.

Siehe auch

Weblinks