Shalom Europa

Aus WürzburgWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Jüdisches Gemeinde- und Kulturzentrum Shalom Europa
Logo des jüdischen Gemeinde- und Kulturzentrums
Exponate im Jüdischen Museum Shalom Europa

Shalom Europa ist ein modernes jüdisches Gemeinde- und Kulturzentrum, das die jüdische Gemeinde Würzburg und Unterfranken zusammen mit dem Initiativkreis im Stadtbezirk Altstadt errichtet hat. Im Gebäudekomplex befindet sich das Museum Shalom Europa.

Lage[Bearbeiten]

Das jüdische Gemeindezentrum befindet sich am südöstlichen Ende der Valentin-Becker-Straße in unmittelbarer Nachbarschaft der Bahnlinien Würzburg-Treuchtlingen bzw. Würzburg-Stuttgart. Vom Haltepunkt Würzburg-Süd ist es fußläufig erreichbar.

Geschichte[Bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg trafen sich die wenigen jüdischen Überlebenden im Betsaal des Israelitischen Altenheimes in der benachbarten Dürerstraße. [1] 1964 hatte die Israelitische Gemeinde den Neubau einer Synagoge in der Valentin-Becker-Straße auf dem Gelände des jüdischen Altenheimes beschlossen, mit deren Bau am 9. November 1966 nach Plänen von Rudolf Schlick und Hermann Guttmann begonnen wurde. Am 24. März 1970 konnte das neue Domizil vom Münchner Rabbiner Hans Isaak Grünewald eingeweiht werden. [2] Ein architektonischer Blickfang war und ist das markante, fast schon futuristisch daherkommende Kuppeldach.

Im März 1987 wurde in Trägerschaft von Stadt Würzburg und Bezirk Unterfranken ein Dokumentationszentrum für jüdische Geschichte und Kultur im umgebauten ersten Stock des Altenheims eröffnet.[3] „Das Zentrum versteht sich als zentrale Auskunftsstelle für die jüdische Geschichte in der Region. Es ruft die reichhaltige jüdische Geschichte und Kultur in Unterfranken durch regelmäßige Veranstaltungen (Vorträge, Ausstellungen und Publikationen) ins öffentliche Bewusstsein.“ beschreibt die Jüdische Kultusgemeinde die Zielsetzung des Dokumentationszentrums. [4] Die 1992 eingerichtete Dauerausstellung zu Religion, Brauchtum und Geschichte der Juden in Unterfranken mit etwa 120 Exponaten fand insbesondere auch bei Schulklassen regen Anklang. [5] Die jüdische Gemeinde in Unterfranken wuchs.

1998/1999 wurden erstmals die Pläne für ein neues Gemeindezentrum mit dem Name „Shalom Europa“ (Shalom ist das hebräische Wort für Frieden) der Öffentlichkeit vorgestellt, dessen Vorentwurf im Mai 1999 durch die Architekten BDA Diplomingenieure Grellmann Kriebel Teichmann vorgelegt wurde. Der erste Spartenstich für das jüdische Gemeinde- und Kulturzentrum mit Museum erfolgte am 1. November 2001. Die Bauausführung wurde in zwei Bauabschnitten abgewickelt. Im Juni 2004 konnte das Richtfest gefeiert werden, zwei Jahre später wurde der Gebäudekomplex am 23. Oktober 2006 mit einer großen Feier eingeweiht. [6]

2011 wurde das Dokumentationszentrum in Johanna-Stahl-Zentrum für jüdische Geschichte und Kultur in Unterfranken umbenannt.

Zielsetzung[Bearbeiten]

Ziele des jüdischen Gemeinde- und Kulturzentrums sind es, den jüdischen Glauben in seinen verschiedenen Facetten anfassbar und erlebbar zu machen, aber zugleich auch für die jüdische Gemeinde in Unterfranken eine zentrale Anlaufstelle zu schaffen. Im Shalom Europa kann man einerseits Veranstaltungen beiwohnen und Einblicke in den jüdischen Alltag bekommen, sich andererseits aber auch intensiv mit der Geschichte des unterfränkischen Judentums auseinandersetzen. „Ein Jüdisches Erlebnishaus - Begehbares Judentum - Ein Museum der besonderen Art“ heißt es auf der Internetseite des Gemeindezentrums. Das Angebot spricht ausdrücklich jede Altersgruppe an.

Angebote (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Orthodoxe Synagoge und Mikwe
  • Soziale Angebote, u.a. Hospiz, niederschwellige Betreuungsangebote, Nachbarschaftshilfe
  • Integrationsangebote, u.a. Deutschkurse, Computerkurse für ältere Menschen, Seniorentanz, Frauenclub
  • Jugendzentrum Me Halev
  • Seniorentreffen

Gebäudekomplex[Bearbeiten]

Das Gemeinde- und Kulturzentrum gruppiert sich in eine lichtdurchfluteten, transparenten Bauweise um einen begrünten Innenhof. Der Gehweg vor dem Shalom Europa wurde so aufgeweitet, dass sich in Richtung Valentin-Becker-Straße der Charakter eines kleinen Platzes einstellt. Im Gebäudekomplex ist die Aufteilung in die verschiedenen Bereiche klar definiert. Die markante Synagoge wurde behutsam in den Komplex integriert, wobei das Kuppeldach nach wie vor einen gut einsehbaren Blickfang darstellt. Gegen den Lärm der Bahnlinie und des Stadtrings wurden die innenliegenden Räume geschickt abgeschirmt.

Der Gebäudekomplex umfasst (geordnet nach Fläche): [6]

  • Museum Shalom Europa mit Grabsteinlager (Fund beim Abriss der Landelektra in der Inneren Pleich)
  • David-Schuster-Saal mit 400 Plätzen, Speisesaal, Foyer, koschere Küche
  • Jugendräume, Schlafräume
  • Gemeindebüro, Seminarräume
  • Synagoge mit Foyer zum kleinen Saal
  • Dokumentationszentrum Johanna-Stahl-Zentrum
  • Altenclub
  • Hausmeisterwohnung

Jüdische Gottesdienste[Bearbeiten]

Abendgebete finden am Schabbat und an Feiertagen im Sommer jeweils um 19 Uhr und im Winter um 18 Uhr statt. Das Schabbat-Morgengebet ist um 9 Uhr. Auch Nicht-Gemeindemitglieder dürfen jüdische Gottesdienste besuchen - der Besuch soll jedoch vorab im jüdischen Gemeindebüro bzw. beim Rabbiner angemeldet werden. [7]

Auszeichnung[Bearbeiten]

Anschrift[Bearbeiten]

Shalom Europa
Valentin-Becker-Straße 11
97072 Würzburg

ÖPNV[Bearbeiten]

Bus.png Nächste Bushaltestelle: Valentin-Becker-Straße
Eisenbahn.png Nächste Bahnstation: Würzburg-Süd


Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Alemannia-judaica.de:
  2. Shalomeuropa.de: Zeittafel ausgewählter Ereignisse seit dem 2. Weltkrieg
  3. Leonhard Scherg: Die Jüdischen Gemeinden. In: Unterfränkische Geschichte. Hrsg. von Peter Kolb und Ernst-Günter Krenig, Band 5/2, Echter Verlag, Würzburg 2002, S. 149-158 und 173-188; S. 180 f.
  4. Shalomeuropa.de: Dokumentationszentrum
  5. Johanna-Stahl-Zentrum.de: Geschichte
  6. 6,0 6,1 Shalomeuropa.de: Zeitplan der Baumaßnahmen
  7. Shalomeuropa.de: Gebetszeiten

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

Die Karte wird geladen …