Sebastian von Rotenhan

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Medaille mit Bildnis Sebastians von Rotenhan, gefertigt von Hans Schwarz
Kartenausschnitt einer der von Rotenhan gefertigten Karten

Sebastian von Rotenhan (* 13. Januar 1478 in Rentweinsdorf/Lkr. Haßberge; † Juni 1532 ebenda) war ein deutscher Ritter, Kartograf und Humanist.

Familienkontext[Bearbeiten]

Die Familie von Rotenhan gehörte der fränkischen Reichsritterschaft an. Sie stand in engen Beziehungen zu den Hochstiften Würzburg und Bamberg.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Rotenhan studierte 1493 an der Universität Erfurt und 1496 an der Universität Ingolstadt sowie von 1498 bis 1502 an der Universität von Bologna Rechtswissenschaften, Mathematik, Geographie, Geschichte und Sprachwissenschaften und schloss sein Studium mit dem juristischen Doktortitel 1503 an der Univesität Siena ab. Er erlangte anschließend seine erste Anstellung als Assessor am Reichskammergericht in Speyer durch Vermittlung des Würzburger Bischofs Lorenz von Bibra. Von 1512 bis 1515 unternahm er mehrere Reisen, unter anderem nach Palästina. Dort wurde er in den Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem aufgenommen. Die erste Landkarte seiner Heimat, die ihn berühmt gemacht hat, soll in seiner Zeit in Speyer bis 1519 entstanden sein: Er zeichnete die Karte Das Francken Landt, die Peter Apian 1533 in Form eines Holzschnitts herausgab. 1519 trat er in die Dienste des Erzbischofs von Mainz, Albrecht von Brandenburg. Wegele schildert ihn als einen von Reformen überzeugten Menschen, der aber – anders als der mit ihm befreundete und verwandte Ulrich von Hutten – konfrontiert mit reformatorischem Gedankengut, aufgrund seiner konservativen Einstellungen nicht zu radikalen Folgerungen gekommen war. 1524 war er Mitglied im Reichsregiment des Fränkischen Reichskreises, wo er den Reformern angehörte. [1]

Im Dienste des neuen Würzburger Bischofs Konrad II. von Thüngen wurde er zum Oberhofmeister befördert. Im Bauernkrieg [2] oblag ihm die Verteidigung der belagerten Festung Marienberg, und er war am Ende des Aufstandes an der Niederschlagung und Bestrafung von Aufständischen beteiligt. Lorenz Fries erwähnt dazu nur, dass er der Kommission angehörte, die über Entschädigungen des angerichteten Schadens zu befinden hatte. Auch der Hessenkrieg beschäftigte ihn noch. Er hat sich bis zuletzt die Gunst des Kaisers Karl V. bewahrt - am Reichstag in Augsburg wurde er mit einem Dienst- und Schutzbrief nachdrücklich geehrt.

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 1494/1495 wurde er von Herzog Albrecht IV. zum Ritter geschlagen.
  • Die Gedenkmedaille ließ Fürstbischof Konrad II. von Thüngen im Jahr 1526 prägen, als Dank für seine Verdienste im Bauernkrieg. Diese hing zunächst in der Marienkirche auf der Festung Marienberg, wurde später aber an der nördlichen Wand des Kirchenschiffs im Dom angebracht.

Mitgliedschaft[Bearbeiten]

Sebastian von Rotenhan war ab 1515 Ritter vom Heiligen Grab zu Jerusalem.

Grabmal in Rentweinsdorf[Bearbeiten]

Die Grabinschrift seines Epitaphs in der Pfarrkirche Heilige Dreifaltigkeit in Rentweinsdorf lautet: Ano 1534 Starb herr Sebastian / Ritter avch der Rechtten Doctor vnd / Dan Anno * 59 * Hans vnd im *60 / Mertten alle vom Rottenhan (zv) Rentweinnstorff gebrv(de)ren deren / Selen der Almechtige Gott gnä/dig vnd * barmherzig Sei Amen.

Posthume Würdigung[Bearbeiten]

Im Würzburger Stadtbezirk Zellerau wurde die Rotenhanstraße nach ihm benannt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Franz Xaver von Wegele: Rotenhan, Sebastian von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 29. Duncker & Humblot, Leipzig 1889, S. 299–301 Onlinefassung
  • Rudolf Endres: Rotenhan. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 22, Duncker & Humblot, Berlin 2005, S. 102 f. (Familienartikel) Onlinefassung
  • Heinzjürgen N. Reuschling: Die Regierung des Hochstifts Würzburg 1495-1642. Echter-Verlag, Würzburg 1984, S. 182 f., ISBN 3-429-00804-2

Weblinks[Bearbeiten]

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Sebastian von Rotenhan (Ritter) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.