Neumann-Pavillon

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Der barocke Gartenpavillon oder Neumann-Pavillon befindet sich abgeschottet von der Außenwelt im begrünten Innenhof des Unternehmens Frankonia Jagd in der Randersackerer Straße 3-5.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Neumann-Pavillon [1] wurde um 1720 vermutlich von Balthasar Neumann erbaut und diente den Fürsten wahrscheinlich als Sommerschlösschen. Im Zuge der Bauerschließung der Sanderau im 19. Jahrhundert entstand auch im Neumann-Pavillon ein Wohnhaus. Hier wohnte in den Jahren zwischen 1906 und 1920 Albrecht Mendelssohn Bartholdy, ein Völkerrechtler und Universitätsprofessor von internationaler Reputation. Beim Bombenangriff auf Würzburg am 16. März 1945 wurde er zerstört. 1954 durch stützende Maßnahmen mittels einer Betondecke über dem Obergeschoss vor dem Verfall bewahrt. 1956 wurde ein langer, neuer Verkaufstrakt an der Randersackerer Straße errichtet. Eine Änderung der Fassade und Schaufenster wurde 1971 durchgeführt. Komplettrenovierung in den Jahren 1974/75. Heute befindet sich der Pavillon umschlossen von den Verkaufsräumen des Unternehmens Frankonia [2] in einem begrünten Innenhof.

Lage und Baubeschreibung[Bearbeiten]

Der Neumann-Pavillon als architektonische Krönung des einstigen Gartens ist eines von wenigen Beispielen, die erhalten geblieben sind oder wiederhergestellt wurden. Ein Blick auf den Katasterplan von 1832 zeigt deutlich, wie wichtig der Zusammenhang zwischen Garten und Pavillon war. In den sich aneinanderreihenden Parzellen wechseln sich reine Nutzgärten mit Gemüsekulturen, Weinstöcken und Obstbäumen mit Ziergärten ab. Die Mittelachse wird hier mit einem Pavillon betont.

Die Aufhebung der Festungseigenschaften der Stadt duch einen königlichen Erlass am 26. September 1856 [2] ermöglichte die Ausdehnung und das Anwachsen der seit Jahrhunderten von Festungswällen eingeschlossenen Stadt und die Sanderauer Gärten wurden begehrter Baugrund. Es entstanden neue Wohnviertel, die von breiten Straßen durchschnitten wurden, wie z.B. die Randersackerer Straße. Dies hatte zur Folge, dass die alten Strukturen verloren gingen und die ehemaligen Gärten nahezu vollständig überbaut wurden. [3]

Das kleine Grundstück des Neumann-Pavillons ist im Katasterplan von 1832 in zwei Bereiche aufgeteilt, die durch die Querachse getrennt werden. Im östlichen Teil sehen wir den Pavillon, im westlichen Teil das Achsenkreuz mit einem Brunnen. Längs- und Querachse bestimmten in dem ursprünglich von einer Mauer umgebenen und mit einem Gittertor geschlossenen Grundstück die Ordnung.

Der Pavillon besteht aus zwei Geschossen und erhebt sich damit aus der Umgebung. Betont wird der Mittelteil durch die polygonal vorspringende Form des Grundrisses und die Ausbildung des Daches. In das obere Stockwerk führt eine geschwungene doppelläufige Freitreppe [4] mit kleinen Puttenfiguren als Allegorien der vier Jahreszeiten auf ihren Postamenten. Diese „Prachttreppe“ verbindet den kleinen Festsaal im oberen Stockwerk mit dem Garten. Hier finden wir die barocke Monumentalarchitektur des Schlossbaus in einem verkleinerten Maßstab wieder.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise und Erklärungen[Bearbeiten]

  1. Der Begriff Pavillon stammt vom lateinischen Wort papillio ab, was soviel wie „Das Lustzelt“ bedeutet. Begriffserklärung bei Wikipedia [1]
  2. Gering, Ludwig: Würzburger Chronik, Würzburg 1927, Band IV, S. 302. Die königlicher Verfügung bedurfte noch des Regierungsreskripts vom 9. Oktober 1856
  3. Siehe auch Huttenscher Garten.
  4. Dies finden wir auch beim Huttenschlösschen.

Quellen[Bearbeiten]

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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