Max Stern

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Max Stern

Max Stern (* 5. Juni 1883 in Würzburg; † 27. August 1956 in New York) war ein Geschäftsmann, Philanthrop und Weingroßhändler in Würzburg.

Familiäre Zusammenhänge[Bearbeiten]

Max Stern, Sohn des Weingroßhändlers Joseph Stern [1] und seiner Ehefrau Karoline, geb. Kaufmann (* 25. August 1849; † 22. April 1911). Sein Bruder war Adolf Josef Stern, der ebenfalls Weinhändler war.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Er besuchte in Würzburg die Kreisrealschule. Nach einer kaufmännischen Lehre in Frankfurt am Main arbeitete er im elterlichen Weinhandel. Ab 1904 war er Gesellschafter und Prokurist der angeschlossenen Würzburger Weinvertriebsgesellschaft mbH. 1912 übernahm er die Leitung der Firma Würzburger Weinvertrieb in der Domerschulstraße 13, 15 und 18, die er zu einem der größten Weinhandelsunternehmen der Region ausbaute. Im Ersten Weltkrieg diente Max Stern von 1914 bis 1918 als Proviantinspektor. 1928 wurde er zum Kommerzienrat ernannt und bekam die von Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn 1582 errichteten Kellergewölbe der Alten Universität zur Pacht angeboten.

Max Stern trug dazu bei, dass der Frankenwein in Europa bekannt wurde. Einige dieser Holzfässer, auf denen die Chronik der Familie Stern eingeschnitzt wurde, sind heute im Juliusspital zu besichtigen.

Schwere antisemitische Anfeindungen, die 1937 begannen, zwangen Max Stern dazu, 1938 seinen gesamten Besitz zu verkaufen. Im Oktober des selben Jahres flüchtete er mit seiner Frau Toni und den Töchtern Ingeborg, Ursula und Margaret kurz vor der Reichskristallnacht in die USA, zuerst nach San Francisco und später nach New York, wo Max Stern bis zu seinem Lebensende ein größeres Versicherungsbüro führte.

Unternehmen[Bearbeiten]

Der Pachtvertrag ermöglichte ihm die Nutzung der ausgedehnten Kellergewölbe, die sich auf einer Länge von 700 Metern erstrecken. Hier lagerten in 500 Holzfässern 1 Million Liter Wein. Ein Prunkstück war der Rezeptoratskeller mit 24 Fässern von je 2.600 Liter Inhalt, auf deren Fassböden die Chronik der Familie Stern festgehalten worden war. 1927 ließ Stern einen großzügigen 53 Meter langen Durchbruch von den östlichen Kellerpartien nach den westlichen vornehmen. Dieser Gang führte in den Juristenkeller, der vier Reihen prachtvoller Holzfässer enthielt. Andere größere Keller waren der Seminarkeller und der Bibliothekskeller.

Max-Stern-Keller[Bearbeiten]

Im Herbst 2012 entschloss sich die Juristische Fakultät der Julius-Maximilians-Universität Würzburg den Bibliothekskeller unter der Alten Universität, der als Aufenthaltsraum dient und heute eine Cafeteria beherbergt, zum Gedenken an Max Stern in „Max-Stern-Keller“ umzubenennen.

Historische Abbildungen des Weinkellers[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

  • Helmut Försch und Alexander Kraus: Jüdischer Weinhandel in Würzburg - Eine Begegnung mit der Vergangenheit. in: Bilder und Dokumente aus dem Archiv der Geschichtswerkstatt im Verschönerungsverein Würzburg e.V., Heft 3, März 2014
  • Hermann Gundersheimer: Würzburger Weinvertrieb Max Stern. Würzburg 1930, Neuauflage: Geschichtswerkstatt im Verschönerungsverein Würzburg e.V., Würzburg 2012

Weblinks[Bearbeiten]

Hinweise[Bearbeiten]

  1. Joseph Stern (* 4. Januar 1845 in Allersheim; † 26. November 1903) war in Allersheim beheimatet. 1874 wurde er in Würzburg ansässig und arbeitete zunächst als Getreidehändler. 1878 gründete er die Weingroßhandlung Joseph Stern.