Marktbärbel-Brunnen

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Marktbärbel-Brunnen

Der Marktbärbel-Brunnen befindet sich am Unteren Markt in der überdachten Marktzeile.

Geschichte

Die Idee, die Symbolfigur der „Marktbärbel“ in einer Brunnenplastik darzustellen, stammte von Oberbürgermeister Klaus Zeitler. Der Würzburger Bildhauer Otto Sonnleitner war sofort begeistert von der Idee und fertigte noch vor einem endgültigen Auftrag eine Vorlage der Marktfrau mit Gemüse und Gans. Dem Aufruf des Verschönerungsvereins Würzburg e.V., die Kosten für das Vorhaben (15.000 DM) durch Spenden aufzubringen, wurde seitens der Würzburger Geschäftsleute und der Städtischen Sparkasse spontan Folge geleistet. Der Verschönerungsverein Würzburg e.V. beteiligte sich selbst mit einem Beitrag von 2.500 DM. [1] Der Brunnen wurde 1972/73 zunächst ein paar Meter entfernt vom heutigen Standort, am Durchgang zum Schmalzmarkt aufgestellt.

Die Marktbärbel

Unter dem Titel „Marktbärbel“ kommentierte Gustl Müller-Dechent ab 1957 in der Main-Post über viele Jahre das Geschehen in Würzburg. [2] Die Texte wurden aus der Sicht der Marktfrau an ihrem Obst- und Gemüsestand und in Würzburger Dialekt abgefasst. Später übernahm Dr. Franz Richter die Tradition der Marktbärbel-Kommentare. Auf die Bühne brachte die „Marktbärwel“ der Würzburger Stadtrat Hanns Hirsch und später auch dessen Tochter Angelika Wolter.

Trinkwasserbrunnen

Stadtrat Alexander Kolbow, der Leiter des Fachbereichs Hochbau Michael Altrock, Stadtbaurat Benjamin Schneider und Matthias Rehm (Firma Rehm GmbH) nehmen den ersten Schluck aus dem neuen Trinkbrunnen am Unteren Markt.

Am 31. Juli 2023 wurde die ersten zwei offiziellen Trinkwasserbrunnen im Rahmen des städtischen Hitzeaktionsplans in Betrieb genommen. Aus dem Marktbärbel-Brunnen und aus dem Brunnen an der Ecke Juliuspromenade/Koellikerstraße läuft nun reines Trinkwasser mit dem sich Passanten künftig zwischen April und Oktober kostenlos versorgen können. [3] Äußerlich hat sich an den beiden Brunnen nicht viel verändert: Lediglich das Hinweisschild „Kein Trinkwasser“ wurde durch eine Messingplakette mit der Aufschrift „Trinkwasserbrunnen“ ersetzt.

Nicht jeder Brunnen ist zur Trinkwasserentnahme geeignet. Grundsätzlich muss es sich um einen „Laufbrunnen“ handeln, der mit Wasser über das öffentliche Trinkwassernetz gespeist wird und nicht entnommenes Wasser wieder in die Kanalisation abgibt. Im Gegensatz dazu wälzen „Umlaufbrunnen“ das Wasser nur um. Ob ein Brunnen als „Trinkwasserbrunnen“ deklariert werden darf, entscheidet sich nach Prüfungen der technischen Gegebenheiten, wie dem Material der verbauten Rohre oder ob der Wasserauslass mindestens 20 cm über der Wasseroberfläche ist. Vor der Erstinbetriebnahme der neuen Trinkbrunnen wurde zweimal wöchentlich über vier Wochen hinweg das Wasser auf seine Qualität geprüft; während des Betriebs ist mindestens einmal pro Woche die Wasserqualität im Labor nachzuweisen, Auslasshahn und Becken sind auf Verschmutzungen nach vorgegebenem Protokoll zu kontrollieren. Trinkwasserbrunnen müssen beim Gesundheitsamt vor der Erstinbetriebnahme gemeldet werden, da die Trinkwasserverordnung zwingend eingehalten werden muss. Sobald ein Brunnen als Trinkwasserbrunnen freigegeben ist, sind alle Betreiberpflichten wie das Führen eines Betriebsbuchs mit Wertung der Laborproben obligatorisch. Diese übernimmt an den Trinkbrunnen der Stadt Würzburg für die Brunnensaison 2023 im Auftrag die Firma Rehm GmbH mit der WVV[4]

Siehe auch

Quellen

  • Hanswernfried Muth: Otto Sonnleitner (1906 - 1985). In: Fränkische Lebensbilder. Band 16. Hrsg.: Alfred Wendehorst. Kommissionsverlag Degener & Co, Neustadt/Aisch 1996. S. 277 f.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Max Domarus: Hundert Jahre Verschönerungsverein. 1874-1974. Verschönerungsverein Würzburg e.V. 1974, S. 289
  2. Dr. Hans Oppelt: Würzburger Chronik des Wiederaufbaus. 1945-1975. Würzburg 1982. S. 395
  3. Würzblog: "Trinkwasser Marsch! Tropfen auf den heißen Stein"
  4. Pressemitteilung der Stadt Würzburg: „Erste Trinkbrunnen in der Stadt: Wasser marsch!“ (31. Juli 2023)

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