Münzen

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In Würzburg wurden Geldmünzen vom Fürstbischof von 1030 bis zur Säkularisation 1803 selbst geprägt und galten als lokales und regionales Zahlungsmittel. Es wurden Goldgulden, Taler, Denare, Schillinge, Körtlinge, Heller und Kreuzer geschlagen. Viele Beispiele solcher historischer Münzen sind im Fürstenbaumuseum der Festung ausgestellt.

Geschichte des Münzwesens[Bearbeiten]

Anfänglich noch Königliche Münzstätte, wurde 1030 das Münz-, Zoll- und Marktrecht, sowie die Gerichtsbarkeit an den Bischof verliehen. Geprägt wurden Pfennige, sog. Denare. Die Münzstätte Würzburg trat in der Karolingerzeit erstmals mit einer königlichen Prägung von Ludwig IV. das Kind (899-908) hervor und blieb für das Reich bis in das frühe 11. Jahrhundert aktiv. [1]. Unter König Heinrich IV. arbeitete sie noch einmal kurz für das Reich.

In den folgenden Jahrzehnten war die Prägeanstalt gemeinsamer Besitz des Würzburger Bischofs und der Grafen von Henneberg. Nach 1373 wurden größere Münzen geprägt (Schillinge), 1506 Goldgulden und ab 1522 Taler. Nach der Münzordnung von 1524 musste auf einer Seite der Name des Kaisers und die Jahreszahl vorhanden sein. Nach der Münzordnung von 1559 waren Reichsadler mit Reichsapfel und die Wertzahl vorgeschrieben. Geprägt wurden Guldentaler zu 60 Kreuzer, ½ Guldentaler zu 30 Kreuzer und Zehner zu 10 Kreuzer. Auf Ersuchen mehrerer Münzstände im süddeutschen Raum wurden außerdem noch zugelassen z.B. für Würzburg: Schillinge (28 Stück = 1 Guldentaler), Körtlinge (84 Stück = 1 Guldentaler).

Ab 1637 ist auf Würzburger Münzen der Titel des Kaisers nicht mehr zu finden. Auch der Reichsadler wird durch die Madonna, St. Kilian oder ein Wappen ersetzt. Auf der Vorderseite der Münze befindet sich das Brustbild oder das Wappen des Bischofs und dazu der Bischofstitel. 1799 prägte der Bischof die letzten Münzen; damit endet eine lange Münzgeschichte, die auch einige Besonderheiten hervorbrachte.

Kiliansschilling[Bearbeiten]

Kiliansschilling von 1692

Definition[Bearbeiten]

Der Kiliansschilling wurde in der Amtszeit des Fürstbischofs Johann Gottfried von Guttenberg zwischen 1685 und 1694 geprägt.

Vorderseite[Bearbeiten]

Die Vorderseite zeigt das Familienwappen des Adelsgeschlechts von Guttenberg

Rückseite[Bearbeiten]

Die Rückseite der Münze zeigt ein Bildnis des Bistumsheiligen St.Kilian.

Numimatische Kennzahlen[Bearbeiten]

  • Prägejahr: 1692
  • Durchmesser: 19 mm
  • Material: Silber 833

Konventionsthaler[Bearbeiten]

Definition[Bearbeiten]

Konventionsthaler.jpg

Der Konventionstaler wurde als Nachfolger des Reichstalers durch den Konventionsfuß vom 20. September 1753 im bayerischen Reichskreis, später auch in Würzburg, eingeführt.

Vorderseite[Bearbeiten]

Die Vorderseite zeigt das Konterfei von Fürstbischof Adam Friedrich von Seinsheim.

Rückseite[Bearbeiten]

Die Rückseite der Münze zeigt das fränkische Herzogswappen nebst Schwert und Kreuz

Numimatische Kennzahlen[Bearbeiten]

  • Prägejahr: 1764
  • Durchmesser: 42 mm
  • Gewicht: 27,95 g
  • Material: Silber 833

Taler[Bearbeiten]

Fechenbach Taler.jpg

Vorderseite[Bearbeiten]

Die Vorderseite zeigt das Konterfei von Fürstbischof Georg Karl von Fechenbach und in der Randumschrift Name und Amt.

Rückseite[Bearbeiten]

Die Rückseite zeigt das Wappen des Fürstbischofs, seinen Wahlspruch "Pro Patria“ und den Nominalwert der Münze: "X eine feine Marcor“.

Numimatische Kennzahlen[Bearbeiten]

  • Prägejahr: 1795
  • Material: Silber 833


Sonderprägung 2010[Bearbeiten]

100 EUR Gold Würzburger Residenz k 2010.JPG

Vorderseite[Bearbeiten]

Die Vorderseite zeigt Residenz und Hofgarten in Würzburg und den Hinweis auf das UNESCO Welterbe.

Rückseite[Bearbeiten]

Die Rückseite zeigt den Bundesadler mit dem umlaufenden Schriftzug "Bundesrepublik Deutschland" und unten den Nominalwert von 100 Euro.

Numismatische Kennzahlen[Bearbeiten]

  • Prägejahr: 2010
  • Durchmesser: 28 mm
  • Gewicht: 15,55 g
  • Material: Gold 999

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hans-Jörg Keller: Die frühmittelalterlichen Münzprägungen in Würzburg, Jahrbuch für Numismatik und Geldgeschichte (JNG) 1974