Kurie Neulobdeburg
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Die Kurie Neulobdeburg (auch: Hof Würtzburg) war ein stattlicher Domherrnhof in der Würzburger Altstadt.
Lage
Die Kurie Neulobdeburg befand sich an der Südseite der Hofstraße östlich der Einmündung der Bibrastraße. An den Hofteil grenzte südlich der Garten der Kurie Schrotzberg, nach Süden das Vikariehaus Kugelberg. In der Hofstraße gegenüber lag die Kurie Altlobdeburg, in der Bibrastraße die Kurie Grindlach und zur Weide.
Die alte Bezeichnung war Distrikt III, Nr. 44 [1], die heutige Bezeichnung ist Hofstraße 10.
Namensgeber
Namensgeber ist die Adelsfamilie der Lobdeburger, die im 13. Jahrhundert zwei Fürstbischöfe in Würzburg stellte. Dies waren Otto I. von Lobdeburg (1207-1223 und Hermann I. von Lobdeburg (1225-1254).
Geschichte
Fürstbischof Johann Philipp von Greiffenclau-Vollraths stellte seinen Privathof Plönlein und ein Vikariehaus zur Verfügung für den Grundstückstausch des Domkapitels gegen die Kurie Altlobdeburg. Außerdem kaufte er drei bei diesem Hof gelegene Bürgerhäuser an. Durch Verzögerungen konnte die für 1711 geplante Fertigstellung erst 1730 realisiert werden. Erster Bewohner war Johann Veit von Würtzburg, der ab 1721 noch im alten Bau residiert hatte. Der Domherrnhof mit der Adresse Distrikt III Nr. 44 (heute: Hofstraße 10), blieb lange im Eigentum der Adelsfamilie Würtzburg. Nach der Säkularisation hat die Adelsfamilie den Hof vom Domkapitel zurückgekauft, so dass diese bis ins Jahr 1922 dort residierte. Danach wurde das Gebäude in ein Wohn- und Geschäftshaus umgewandelt. Nach dem Bombenangriff auf Würzburg am 16. März 1945 wurde das Gebäude zerstört und von Claus Holler wieder aufgebaut, wodurch dieses auch Holler-Haus genannt wird.
Baubeschreibung
Das Gebäude war ein dreigeschossiger Walmdachbau in Ecklage. Der Neubau aus den Jahren 1947-50 wurde unter Verwendung der barocken Portale errichtet. Die illusionistische Putzarchitektur stammt aus dem Jahr 1965.
Heutige Nutzung
Das östliche Erdgeschoss und das erste Obergeschoss wird von der Tanzschule Bäulke genutzt. Auch das griechische Honorarkonsulat hatte seinen Sitz im Gebäude.
Gedenktafel
Die Geschichte des Gebäudes zeigt eine Inschrift über dem Mittelportal.
Bildergalerie
Historische Abbildungen
Siehe auch
- Baudenkmäler in Würzburg
- Denkmäler und Erinnerungstafeln
- Domherrnhöfe in Würzburg
- Würtzburg (Adelsgeschlecht)
Quellen und Literatur
- Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, Baudenkmäler in Würzburg, Nr. D-6-63-000-203
- Max Hermann von Freeden: Balthasar Neumann als Stadtbaumeister, Kunstwissenschaftliche Studie Band XX, Deutscher Kunstverlag, Berlin 1937, S. 49 ff.
- Franziska Hauck: Zum Gedächtnis. Gedenktafeln der Würzburger Innenstadt. 2010, S. 34
- Jörg Lusin: Die Baugeschichte der Würzburger Domherrnhöfe. Hrsg.: Freunde Mainfränkischer Kunst und Geschichte e.V., Würzburger Diözesangeschichtsverein, Würzburg 1984, S. 73 ff. (Stadtbücherei Würzburg Drk 1 Lus)
- Thomas Memminger: Würzburgs Straßen und Bauten. 2. Auflage, Gebrüder Memminger Verlagsbuchhandlung, Würzburg 1921, S. 192
Einzelnachweise
Kartenausschnitt
- Ehemaliger Standort