Karl Philipp Fürst von Wrede

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Generalfeldmarschall Karl Philipp Joseph Fürst von Wrede

Karl Philipp Joseph Fürst von Wrede (* 29. April 1767 in Heidelberg; † 12. Dezember 1838 in Ellingen) war Diplomat, Generalfeldmarschall der königlich-bayerischen Armee und von 1831 bis zu seinem Tod Inhaber des 9. königlich-bayerisches Infanterie-Regiments in Würzburg.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Karl Wrede widmete sich zunächst forstwirtschaftlichen und juristischen Studien. Er wurde Hofgerichtsrat, Assessor, Forstmeister, pfälzischer Landeskommissar.

Militärische Laufbahn[Bearbeiten]

Erst nach dem Ausbruch des Zweiten Koalitionskrieges 1798 begann er seine Aktivitäten auf militärischem Gebiet. Er organisierte ein Freiwilligenbataillon, das sich am Kampf gegen die französische Invasionsarmee beteiligte.Der bayerische Kurfürst Max IV. Joseph ernannte ihn 1799 in München zum Oberst. Wrede kämpfte in den Napoleonischen Kriegen – den wechselnden Bündnisverpflichtungen Bayerns folgend – zunächst gegen und seit 1805 mit Frankreich. 1811 erfolgte seine Beförderung zum General der Kavallerie.

Koalitions- bzw. Befreiungskriege[Bearbeiten]

Als Mitglied des Rheinbunds stand das Großherzogtum Würzburg bis Oktober 1813 auf Seiten Napoleons. Nach der französichen Niederlage in Russland kam es beim Rückzug zu Kämpfen um das noch französisch besetzte Würzburg. Bayerisch-österreichische Truppen unter General von Wrede beschossen am 24. Oktober 1813 die Stadt, Napoleons Truppen unter dem Kommando von Obergeneral Tureau zogen sich drei Tage später auf das linksmainische Stadtgebiet zurück. [1] Das Mainviertel mit seinen 2.500 Einwohnern wurde durch eine Blockade isoliert. Erst im März 1814 wurde es von den Franzosen freigegeben. Nach der Abdankung Napoleons räumten die französischen Truppen im Mai 1814 schließlich auch die Festung Marienberg.

Oberkommando über die bayerische Armee[Bearbeiten]

Am 26. September 1822 bekam Wrede die oberste Leitung der Armee-Angelegenheiten übertragen. Am 29. April 1831 wurde er Inhaber des 9. königlich-bayerisches Infanterie-Regiment mit der Maßgabe, dass das Regiment künftig die Bezeichnung „Wrede“ zu führen habe.

Diplomat im Königreich Bayern[Bearbeiten]

1814/15 fungierte Wrede als bayerischer Bevollmächtigter auf dem Wiener Kongress. Seit 1817 war er Staatsrat und Minister ohne Geschäftsbereich. Im gleichen Jahr gelang es dem ehrgeizigen Wrede zusammen mit dem damaligen Kronprinz Ludwig I. von Bayern in einer Intrige, den leitenden Minister Maximilian von Montgelas zu stürzen. Er wurde von König Maximilian I. Joseph von Bayern entlassen, ohne dass er Stellung zu den erhobenen Vorwürfen nehmen konnte. Ab 1835 stand von Wrede er an der Spitze des Kronrats.

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Posthume Würdigung[Bearbeiten]

Nach General von Wrede wurde 1848 das 9. königlich-bayerisches Infanterie-Regiment benannt und die Wredestraße im Stadtbezirk Zellerau.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Franz Gerstner: Die Spinne im Netz europäischer Verkehrslinien, in: 15 Jahrhunderte Würzburg, hrsg. von Heinz Otremba, Echter-Verlag, Würzburg 1979, S. 396-409, S. 406