Hof Rohmbach

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Hof Rohmbach
Hof Rohmbach nach dem Bombenangriff auf Würzburg im Februar 1945
Hof Rohmbach 1946
Schlussstein eines Torbogens der Arkaden des ehemaligen Hofes Rohmbach [1]

Der Hof Rohmbach (auch Hof Nambach, Großrambach, später zum großen und kleinen Rambach auch Veninohaus [2]) war ein bürgerliches Wohn- und Geschäftshaus in der Eichhornstraße 23 [3], das beim Bombenangriff auf Würzburg am 16. März 1945 vollkommen zerstört wurde.

Geschichte[Bearbeiten]

1738 entstand infolge einer vom Fürstbischof Friedrich Carl von Schönborn erlassenen Verordnung, nach der der Graben der alten Stadtbefestigung aufgefüllt und überbaut werden sollte, der Äußere Graben (unter anderem auch die heutige Theaterstraße). [4] Für Balthasar Neumann traten deshalb unter anderem auch Planungen für diese neue Straße auf dem Graben in den Vordergrund. In diesen Jahren entstand der Hof Rohmbach [5], der für den Spezereienhändler [6] Carl Anton Venino, Mitglied des Obersten Rates der Stadt, 1738 errichtet wurde. Das Haus ist eines der wenigen bürgerlichen Gebäude, für das die Bauakten so gut wie vollzählig erhalten sind. Unter den verschiedenen Ausgaben für den Bau und und Grundstückskauf erscheinen zwar keinerlei Entschädigungen für Balthasar Neumann, es ist jedoch eine Vergütung durch Warenlieferungen anzunehmen, zumal Venino und Neumann offenbar befreundet waren, denn Neumann schlägt ihn 1741 dem Fürstbischof zur Wahl in den Oberrat als besonders geeignet vor.

Carl Anton Venino kaufte 1737 gemeinsam mit dem Meister Sebastian Rödel das Anwesen von den neumünsterischen Kanonikern Elias Adam Papius und Zirkel. Doch schon bald darauf bereute er die Teilung des Anwesens und auch die Baukommission war der Ansicht, dass der in zwei Teile, sondern entsprechend dem eingereichten Plan zu einer Wohnung verbaut werden sollte. Sebastian Rödel bestand allerdings auf seinen Rechten. Venino, der zur Erweiterung der Wöllergasse bereits etwas Boden hergegeben hatte, bot an, noch mehr einzurücken, wenn ihm beide Anteile zugesprochen werden. Dies geschah dann auch und bereits im Juni 1738 wurde mit Maurermeister Mathes Kolk ein Vertrag geschlossen. Bereits im Winter desselben Jahres war der Rohbau fertiggestellt, während sich die innere Ausstattung noch bis 1740 hinzog.

Ende des Bauwerks[Bearbeiten]

Beim Bombenangriff auf Würzburg am 16. März 1945 wurde das Haus vollkommen zerstört und die Reste des Hauses 1947 endgültig abgetragen.

Baubeschreibung[Bearbeiten]

Beim Hof Rohmbach handelte es sich um ein dreigeschossiges Haus mit Mandarddach. Das rustizierte Erdgeschoss enthielt Venino's Geschäftsräume und die Toreinfahrt, deren Bogen gegen die beiderseitigen Arkaden leicht überhöht war. Der Schlussstein der Toreinfahrt griff über die Profilierung und verband sich mit dem Gesims, wodurch das Sockelgeschoss mit der Gliederung der Obergeschosse verbunden wurde. Die Schlusssteine der Arkaden trugen die Jahreszahl 1739.

Die Fenster der beiden an den Ecken rustizierten Obergeschosse waren frei von vertikaler Bindung; die Rahmen besaßen leichte Ohren. Im Gegensatz dazu standen die glatten Flächen der oben gerundeten Scheitelsteine. Diese zeigten hier zum ersten Mal jene Form, die Balthasar Neumann für die nachfolgenden Bauten des „Grabens“ und das Kaufhaus am Markt beibehielt. Der Sinn des Fensterscheitelsteins war gegenüber dem reichverzierten Rahmenakzent der früheren Jahrzehnte ein anderer geworden: die spiegelglatte Fläche stand hier im Gegensatz zu dem rundlich schwellenden Rahmenprofil. Das Ornament erschien in der Kontur zwar als echtes Rokoko, im einzelnen erinnerte es aber noch stark an Bandelwerk. [7]

Das Erdgeschoss diente ganz den geschäftlichen Zwecken. Unter den einst offenen Arkaden spielte sich der Ladenverkehr ab; Hinterstuben dienten der Büroarbeit.

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise und Erläuterungen[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, Baudenkmäler in Würzburg, Nr. D-6-63-000-120
  2. Thomas Memminger: Würzburgs Straßen und Bauten. 3. Auflage, Gebrüder Memminger Verlagsbuchhandlung, Würzburg 1923, S. 118
  3. Felix Mader benennt in Die Kunstdenkmäler von Unterfranken und Aschaffenburg, XII: Stadt Würzburg. München 1915, ND München / Wien 1981, S. 659 die Eichhornstraße 13 als Standort des Hofes Ronebach.
  4. Thomas Memminger: Würzburgs Straßen und Bauten. 3. Auflage, Gebrüder Memminger Verlagsbuchhandlung, Würzburg 1923, S. 331
  5. Im Jahr 1373 war das Vorgängergebäude Lehenshof des Bürgerspital zum Heiligen Geist.
  6. Spezerei (als mittelhochdeutsch specerīe aus mittellateinisch speciaria „Gewürzhandel” zu lateinisch species „Art, Gestalt”, im Plural auch „Gewürze” entlehnt) ist eine seit dem 14. Jahrhundert verbreitete Bezeichnung für Gewürzwaren (dann meist im Plural Spezereien), gelegentlich auch für Gewürzläden und Apotheken; sie ist heute nicht mehr gebräuchlich. (Quelle: Wikipedia [1]
  7. Zum Thema Bandelwerk siehe Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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