Gustav Walle

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Gustav Walle

Gustav Walle (* 2. Januar 1880 in Rittersmühle, Gemeinde Ommersheim; † 11. November 1954 in Würzburg) war ab 1915 bis 1934 Würzburger Stadtschulrat. Nach der Zerstörung der Stadt 1945 kehrte er ins Amt zurück und leitete den Wiederaufbau des Schulwesens.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Walle tritt 1898 nach dem Besuch der Präparandenschule in das Lehrerbildungsseminar Speyer ein. Nach einem hervorragenden Abschluss ist er als Lehrer an verschiedenen Schulen in Rheinland-Pfalz eingesetzt. 1902-07 lehrte er an der Präparandenschule in Rosenheim bzw. Kirchheimbolanden. Danach läßt er sich zwei Jahre beurlauben um an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg Psychologie zu studieren und erwirbt 1909 das Staatsexamen. In der Folge ist er als Dozent am Lehrerbildungsseminar Speyer tätig. 1910 heiratet er Elisabeth Häußling, aus der Ehe gehen vier Söhne hervor, wovon zwei als Soldaten im Zweien Weltkrieg ums Leben kommen.

Stadtschulrat in Würzburg[Bearbeiten]

am 16. Juli 1913 wird Walle zum Würzburger Stadtschulinspektor berufen und am 19. März 1915 zum Stadtschulrat, Schulreferent und Prüfungskommissär der Stadt Würzburg ernannt. Bei seiner Einführung betont er das Recht jedes Einzelnen auf Bildung und Erziehung. Am 4. November 1919 wird er zum berufsmäßigen Stadtschulrat gewählt und am 27. März 1929 bestätigt.

1934 wird er durch die nationalsozialistische Stadtverwaltung zwangspensioniert. Offiziell mit der Begründung der Vereinfachung der Verwaltung. Offenkundiger Grund der Absetzung war aber seine pädagogische Ausrichtung, die nicht mit den Zielen des NS-Regimes vereinbar war, wie auch seine konsequente Haltung als katholischer Christ. Bis 1945 ist er in mehreren Tätigkeiten aktiv: Er bildet klösterliche Lehrkräfte als Organisten aus, leitet den Kirchenchor St. Adalbero und wirkt in der Blindenanstalt und der staatlichen Hauptfürsorgestelle.

Nach dem Bombenangriff auf Würzburg am 16. März 1945, bei dem auch Walles Haus mit allen Dokumenten in Flammen aufging, übernimmt er am 5. April 1945 auf Anordnung der amerikanischen Militärbehörden wieder das städtische Schulwesen. Am 22. Mai wird ein vorläufiges Stadtschulamt eröffnet. Wenige Tage später wird der bereits 65jährige wieder offiziell in das Amt des Stadtschulrates eingesetzt und widmet sich der möglichst zügigen Wiedereinführung eines umfassenden Schulwesens. Dafür war er mit großem Engagement bis zu seiner Pensionierung zum 1. Januar 1948 tätig. Sein Nachfolger wurde Dr. Franz Holzheimer.

Letzte Ruhestätte[Bearbeiten]

Sein Grab befindet sich auf dem Würzburger Hauptfriedhof (Abteilung 10/Gangreihe11/Nr13).

Posthume Würdigung[Bearbeiten]

Nach Gustav Walle wurde in Würzburg die 1968 gegründete Volksschule im Stadtteil Lindleinsmühle (Gustav-Walle-Schule) sowie ein Hallenbad (Gustav-Walle-Bad) benannt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur/Quelle[Bearbeiten]

  • Peter Spitznagel: Gustav Walle 1880 - 1954. Hrsg.: Gustav-Walle-Schule 2004. ISSN 1861-5767 (Stadtbücherei Würzburg Dnm Wal)
  • Daniel Gerken, Die Selbstverwaltung der Stadt Würzburg in der Weimarer Republik und im Dritten Reich, Würzburg 2004, S. 38

Weblinks[Bearbeiten]

Informationen über Gustav Walle auf der Homepage der Gustav-Walle-Mittelschule