Georgskapelle (Röttingen)

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Katholische Friedhofskapelle St. Georg in Röttingen

Lage[Bearbeiten]

Die St.-Georgs-Kapelle in Röttingen liegt an der Hauptstraße am östlichen Rand der Altstadt nahe des Friedhof Röttingen an der abknickenden Umgehung der Staatsstraße 2268 um die Stadtmauer.

Patrozinium[Bearbeiten]

Georg der Märtyrer (* im 3. Jahrhundert in Kappadokien,† 305 (?) in Lod) ist als einer der 14 Nothelfer zuständig für kranke Haustiere und starb als Märtyrer. Gedenktag ist der 23. April.

Geschichte[Bearbeiten]

Mit dem Bau der Georgskapelle wurde nach der Inschrift über dem Portal 1588 begonnen. Auf dieser Inschrifttafel wird Michel Niclas, derzeit Bildhauer zu Reinsbronn, genannt und die Baumeister Christof Ziegler und Hans Hoffmann. Niclas war in Diensten der Geyer (Adelsgeschlecht) an deren Schloss in Reinsbronn. Danach baute er im im Auftrag des Röttinger Oberamtmannes Georg Sigmund von Adelsheim das Portal der Friedhofskapelle. Konsekriert wurde die Kapelle am 5. Oktober 1595 durch den Würzburger Weihbischof Eucharius Sang.

Baubeschreibung[Bearbeiten]

Der Kapellenbau ist eine rechteckige Anlage ohne ausgeschiedenen Chor und einer Flachdecke auf Unterzug. Die rechteckigen Felder sind mit profilierten Deckleisten gerahmt. Östlich und südlich sind je zwei spitzbögige zweiteilige Maßwerkfenster und spitzbogige Portale nördlich und südlich. Der Dachreiter befindet sich östlich. Über dem südlichen Portal sind Sandsteintafeln mit dem Wappen von Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn, der 50 Gulden zum Bau der Kapelle gespendet hat, und des Oberamtsmanns Georg Sigmund von Adelsheim (linke Seite) sowie der Stadt Röttingen zu sehen.

Die Georgskapelle diente als Friedhofskapelle, weshalb sie keinen Turm, sondern nur einen kleinen Dachreiter erhielt.

Innenraum[Bearbeiten]

Der Altar hat einen Spätbarockaufbau mit gebrochenem Giebel auf vier gewundenen Säulen mit korinthisierenden Kapitellen und seitlichen Akanthusranken. Um 1740 wurde die Kassettendecke und dir Empore im Stil der Renaissance eingebaut. Die Farbgebung entspricht der originalen Marmorierung.

Bildstock[Bearbeiten]

Unter der Empore steht ein Bildstock aus dem Jahre 1463 mit einem Relief der Kreuzigungsgruppe im Aufsatz. Am Pfeiler befinden sich das Relief eines hl. Bischofs und an der Vorderseite sowie an der linken und rechten Seite Inschriften. 1642 wurde der Bildstock zum ersten Mal auf Veranlassung des „woledlen Herrn Johann Christophera Nicola, Obrist und Fürstl. Würzb. Amtmann allhier“ (Inschrift auf der linken Pfeilerseite) renoviert, 1803 zum zweiten Mal durch einen gewissen Michael Ulsamer und ein drittes Mal 1990 von Rosa Pfeuffer. Einkerbungen an der rechten Seite des Pfeilers erinnern an den Brauch früherer Jahrhunderte „von Steinwerk an Kirchen, Kapellen, Bildstöcken und anderen religiösen Denkmälern Sand zu schaben und diesen zu Heilzwecken zu verwenden.“ [1]

Der Bildstock stand bis 2006 ungefähr 100 Meter außerhalb des Ortes in einem Privatgrundstück an der Rothenburger Straße und wurde nach zehnjährigem Rechtsstreit in die Georgskapelle versetzt. [2] [3]

Bildergalerie[Bearbeiten]

Bildstock von 1463 im Jahre 1969[Bearbeiten]

Pfarrgebiet[Bearbeiten]

Pfarreiengemeinschaft TauberGau

Die St.-Georgs-Kapelle gehört zur Stadtpfarrkirche St. Kilian und Gefährten (Röttingen) in der Pfarreiengemeinschaft TauberGau.

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  • Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, Baudenkmäler in Röttingen, Nr. D-6-79-182-22
  • Edwald Hörmann: Röttingen - ein mittelalterliches Kleinod. Röttingen 2018
  • Dr. Michael Wieland: Röttingen. Vermehrter und verbesserter Beitrag zu Geschichte dieser Stadt. Druck von Bonitas-Bauer, K.B. Hofbuchdruckerei, Würzburg 1904, S. 45

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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