Oelmühle (Tückelhausen)
| Oelmühle | |
| Ortstyp | Weiler |
| Stadtteil | Tückelhausen |
| Stadt | Ochsenfurt |
| Landkreis | Würzburg |
| Regierungsbezirk | Unterfranken |
| Freistaat | Bayern |
| Land | Deutschland |
| Kfz-Kennzeichen | WÜ / OCH |
| Postleitzahl | 97199 |
| Eingemeindung | 1. Juli 1972 |

Die Oelmühle (auch Heimannsmühle oder Kunstmühle von Eck & Dreß) gehört zum Ochsenfurter Stadtteil Tückelhausen im Landkreis Würzburg.
Geographische Lage
Die Oelmühle liegt im Thierbachtal zwischen Westsiedlung und Tückelhausen im Stadtgebiet von Ochsenfurt.
Geschichte
Die Mühle wurde als Walkmühle [1] 1748 vom Kartäuserkloster errichtet. 1757 wurde sie zu einer Ölmühle mit einem Gerstengang. Danach wurde sie wiederum zu einer Papiermühle umgestaltet und schließlich 1822 von den Gebrüdern Gätschenberger aus Würzburg in die heutige Ölmühle umgebaut. 1847 kam es zum Sturz des Familienimperiums. Schuld daran war seine Tochter, die "schöne Margarethe", die durch ihre Heirat und die Auszahlung ihres Erbteils von 80.000 Gulden das in Schieflage geratene Firmenimperium vollends in den Ruin getrieben hat. Später ging die Ölmühle dann in den Besitz der jüdischen Gebrüder Heilmann über. Doch während der Nazizeit mussten sie ihren Besitz zwangsweise abgeben. Das große Mühlensterben brachte schließlich 1956 auch hier die Räder zum Stillstand. Seit 1964 ist die Anlage im Besitz der Stadt Ochsenfurt.
Brandschaden
Am Abend des 22. Februar 2013 brach ein Feuer in der Ölmühle aus. Das Feuer brannte in einer historischen Decke aus Lehm und Holz. Erst durch den Einsatz einer Wärmebildkamera konnte die Feuerwehr dies erkennen und entsprechend vorgehen. Wichtige Tragebalken sind durchgebrannt und werden provisorisch abgestützt.
Namensgeber
Der Name weist auf die ehemals hergestellten Endprodukte hin. Die Ölmühle wurde nicht zum Mahlen von Getreide, sondern zum Pressen von Pflanzenölen (z. B. Raps, Lein oder Bucheckern) genutzt.
Baubeschreibung
Das stattliche Mühlengebäude stammt im Kern aus dem 17. Jahrhundert, der Eingang wird von zwei Portallöwen aus dem 18. Jahrhundert flankiert, die Nebengebäude mit dorischen Holzsäulen und Dreiecksgiebel wurden um 1800 erbaut. Pfeilerbrunnen im Hof aus der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Das gesamte Ensemble steht unter Denkmalschutz. Die Mühle besaß bei Streckenkilometer 3,6 ein Anschluss- bzw. Ladegleis an die Gaubahn. 1960 wurde der Mühlenbetrieb und damit auch der Gleisanschluss stillgelegt. Bis 2022 diente sie unter anderem dem Bauhof Ochsenfurt als Lager. [2]
Vereine
- Schützengesellschaft Thierbachtal 1883 e.V. (Oelmühle 1)
ÖPNV
| Nächste Bushaltestelle: | Ochsenfurt/Ölmühle |
Siehe auch
Quellen und Literatur
- Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, Baudenkmäler in Ochsenfurt, Nr. D-6-79-170-361
- Petra Hahn: Ochsenfurter Mühlentäler: Schafbachtal u. Thierbachtal. Stadt Ochsenfurt 1985
- Johann Baptist Kestler, Beschreibung von Ochsenfurt, Verlag Ludwig Stahel, Würzburg, 1845, S. 39
- Wegebestandsverzeichnis der Stadt Ochsenfurt, 2016
- Main-Post: „Vom Kloster zu Dorf und Pfarrei“ (15. Oktober 2003)
- Main-Post: „Andenken aus der Biedermeierzeit“ (1. Juli 2005)
Weblinks
Erläuterungen und Einzelnachweise
- ↑ Eine Walkmühle oder Vollmühle (auch: Walke, Dickmühle, Filzmühle, Lochwalke oder Bläue) ist eine seit dem Hochmittelalter eingesetzte Maschine zur Verarbeitung, Verdichtung und Veredelung von Geweben bei der Herstellung von Walkstoffen, die früher als Tuch bezeichnet wurden. Weitere Informationen bei Wikipedia [1].
- ↑ Main-Post: „Segnung des neuen Bauhofes in Ochsenfurt am neuen Standort: in der ehemaligen Fertigungshalle (Stanzerei) der Firma Kindermann“ (27. Juni 2022)
