Adam Elias von Siebold

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Professor Adam Elias von Siebold

Prof. Dr. Adam Elias von Siebold (* 5. März 1775 in Würzburg; † 12. Juni 1828 in Berlin) war Professor für Geburtshilfe und Gründer eines Entbindungshauses in Würzburg.

Familiärer Hintergrund[Bearbeiten]

Adam Elias von Siebold wurde als vierter und jüngster Sohn von Carl Caspar Siebold und seiner Frau Anna Margaretha Veronica Stang (1744–1793), der Tochter des Anatomieprofessors Georg Christoph Stang, geboren. Er war verheiratet mit Sophie Schäffer (1779–1816) aus einer Regensburger Arztfamilie. Er ist der Vater von Karl Theodor Ernst von Siebold (1804-1885) und Eduard Caspar Jacob von Siebold (1801-1861).

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Adam Elias begann auf Wunsch seines Vaters in einem Augsburger Handelshaus eine kaufmännische Lehre, die er jedoch nach einem halben Jahr abbrach, um Medizin zu studieren. [1] Nach dem 1792 dann begonnenen Medizinstudium in Jena und Göttingen sowie an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, wo er die Dissertation „De diagnosi conceptionis et graviditatis saepe dubiam“ verfasste, wurde er von seinem Vater und Doktorvater im Jahr 1798 in Würzburg promoviert und im selben Jahr habilitierte er sich an der Medizinischen Fakultät.

Professor in Würzburg[Bearbeiten]

Im Jahr 1799 wurde Adam Elias zum Extraordinarius für Medizin sowie das neue Fach „Geburtshilfe“ an der Universität Würzburg ernannt und bildete dort als Stadt- und Land-Hebammenmeister auch Hebammen aus. 1800 unternahm er eine Studienreise, die in nach München, Salzburg und Wien führte, und 1802 erfolgte die Ernennung zum ordentlichen Professor für Geburtshilfe. Im Jahr 1804 organisierte er den Bau der ersten Gebäranstalt (in der heutigen Klinikstraße 6), die er 1805 [2] auch selbst eröffnete und deren Leitung er übernahm. Bereits nach kurzer Zeit genoss das Gebärhaus auch über Bayern hinaus einen guten Ruf. Nachdem Adam Elias von Siebold 1816 einem Ruf an die neue Berliner Universität gefolgt war, wo er bis 1828 Ordinarius der Geburtshilfe werden sollte, eröffnete Siebold im Jahr 1817 an der Charité eine Universitäts-Frauenklinik mit Poliklinik und geburtshilflicher Klinik.

Publikationen[Bearbeiten]

Adam Elias brachte zahlreiche Fachpublikationen heraus, darunter ab 1804 „Lucina“ (eine „Zeitschrift zur Vervollkommnung der Entbindungskunde“ mit ausführlichen Besprechungen damaliger Entbindungsmethoden), erweitert 1813 zum „Journal für Geburtshilfe, Frauenzimmer- und Kinderkrankheiten“ (die seinerzeit führende Fachzeitschrift für Frauen- und Kinderheilkunde), und 1829 ein „Handbuch zur Erkenntnis und Heilung der Frauenzimmerkrankheiten“.

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten]

1804 wurde Elias von Siebold Mitglied der „Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina“.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Werner E. Gerabek: Siebold, Adam Elias von, in: Enzyklopädie Medizingeschichte, hrsg. von Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil und Wolfgang Wegner, Walter de Gruyter, Berlin und New York 2005, S. 1327
  2. Werner Dettelbacher: Zwei Berichte des Christoph Siebold von seiner medizinischen Studienreise 1792/93 nach Wien und Oberitalien, Würzburger medizinhistorische Mitteilungen 5 (1987), S. 143-164, S. 145

Quellen[Bearbeiten]

  • Hans Körner: Die Würzburger Siebold. Eine Gelehrtenfamilie des 18. und 19. Jahrhunderts, Neustadt a. d. Aisch 1967, S. 651-701
  • Werner E. Gerabek: Siebold, Adam Elias von, in: Enzyklopädie Medizingeschichte, hrsg. von Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil und Wolfgang Wegner, Walter de Gruyter, Berlin und New York 2005, S. 1327 f.

Weblinks[Bearbeiten]