Abteilung für Medizinische Psychologie und Psychotherapie, Medizinische Soziologie und Rehabilitationswissenschaften

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Abteilung für Psychotherapie und Medizinische Psychologie des Instituts für Klinische Epidemiologie und Biometrie
Gedenktafel für Hermann Müller-Thurgau am Gebäude Klinikstraße 3

Die Abteilung für Medizinische Psychologie und Psychotherapie, Medizinische Soziologie und Rehabilitationswissenschaften (die ehemalige Abteilung für Psychotherapie und Medizinische Psychologie) ist Teil des Instituts für Klinische Epidemiologie und Biometrie der Medizinischen Fakultät der Julius-Maximilians-Universität Würzburg.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Abteilung wurde im Jahr 1958 als Institut für Psychotherapie und Medizinische Psychologie der Universität Würzburg gegründet, obwohl diese Disziplinen erst 1970 als Pflichtfächer in die Approbationsordnung für Ärzte aufgenommen wurden.

Die Einrichtung ging aus dem bis 1958 bestehenden Institut für Anthropologie und Erbbiologie hervor, das vor dem Zweiten Weltkrieg seinen wissenschaftlich orientierten Arbeitsschwerpunkt auf dem Gebiet der Rassenbiologie hatte, dabei jedoch keine kooperativen Beziehungen zum sogenannten „Rassenpolitischen Amt“ pflegte Vor dem Krieg wurde das Institut von den Professoren Müller und Friedrich Keiter (Direktor des Rassenbiologischen Instituts von 1941 bis 1942 [1]) geleitet. Darauf folgte als Vorstand Professor Just.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Institutsgebäude in der Klinikgasse (heute Klinikstraße) zerstört. Der an dieser Stelle 1953/54 erfolgte Neubau diente zunächst als Mathematisches Institut und wurde später ein Teil der Medizinischen Poliklinik.

Bis 1952 [2] leitete der Dekan der Medizinischen Fakultät, der Professor für Physiologische Chemie Dankwart Ackermann, kommissarisch und pro forma das nun praktisch von Justs ehemaliger Mitarbeiterin, Frau Dr. Ott, vom 1. Februar 1949 bis zum 30. Juni 1954 [3] geführte Institut für Erbbiologie.

1950 hatte der Psychiater und Psychotherapeut Freiherr Viktor Emil Freiherr von Gebsattel [4] einen Lehrauftrag für Medizinische Psychologie und Psychotherapie in Würzburg erhalten. [5] 1952 wurde Viktor von Gebsattel kommissarischer Leiter des nunmehr als Institut für Anthropologie und Erbbiologie bezeichneten Instituts. Durch Gebsattel, der bereits seit 1950 (als kommissarischer Leiter der Nervenklinik) an einer Umgestaltung des Instituts arbeitete, wurde in Würzburg der erste deutsche Lehrstuhl für Psychotherapie und Medizinische Psychologie geschaffen und das Institut, welches nun in vier kleinen Kellerräumen des Universitätsgebäudes am Sanderring 2 untergebracht war, 1958 dementsprechend durch von Gebsattel in Institut für Psychotherapie und Medizinische Psychologie umbenannt und zum entsprechenden Lehrstuhl umgewandelt. [6] [7]

1969 wurde Dieter Wyss Vorstand des Instituts, der mit seinen Mitarbeitern die durch Professor von Gebsattel vorgegebene anthropologisch-daseinsanalytische Ausrichtung des Instituts mit Nutzung einer „anthropologisch-integrativen Psychotherapie“ weiterverfolgte.

Ab Herbst 1971 befand sich das, zuvor noch für eine Weile im AOK-Gebäude am Kardinal-Faulhaber-Platz eine weitere Zwischenstation durchgemachte, Institut für Psychotherapie und Medizinische Psychologie in der Klinikstraße 3 [8], wo zuvor ab 1953 das Institut für Geographie nach dem Zweiten Weltkrieg eine Heimstätte gefunden hatte. Auch die Betriebsärztliche Untersuchungsstelle der Universität war hier untergebracht.

Aufgaben[Bearbeiten]

Die Abteilung nimmt Aufgaben in Forschung, Lehre und Patientenversorgung wahr und untersucht Grundlagen und Wirkungsweisen der Psychotherapie bis hin zur Erforschung von Prozessen der Krankheitsverarbeitung und Rehabilitation.

Zur Versorgung und Betreuung von Patienten unterhält die Abteilung eine psychotherapeutische Poliklinik für das Universitätsklinikum Würzburg.

In den vergangenen Jahren hat die inzwischen erneut umbenannte Abteilung eine große Zahl von Forschungsprojekten zu rehabilitationswissenschaftlichen Themenstellungen, aber auch zum Bereich Qualitätssicherung und zu anderen gesundheitswissenschaftlichen Fragen durchgeführt.

Kooperationen[Bearbeiten]

Es bestehen enge Verknüpfungen mit den Kliniken der Medizinischen Fakultät, mit vielen Gesundheits- und Versorgungseinrichtungen der Region und mit nationalen und internationalen wissenschaftlichen Einrichtungen.

Baudenkmal[Bearbeiten]

Das ehemalige Botanische Institut der Universität Würzburg ist ein dreigeschossiger Mansardwalmdachbau mit Putzmauerwerk, einfachen Fensterrahmungen und geschwungenem Sandsteinportal mit Oberlicht im Barockstil des 18. Jahrhunderts erbaut. Von 1872 bis 1876 wirkte hier der Botaniker und Weinbauforscher Professor Hermann Müller-Thurgau, der 1882 die nach ihm benannte Rebsorte züchtete.

Kontakt[Bearbeiten]

Abteilung für Medizinische Psychologie und Psychotherapie, Medizinische Soziologie und Rehabilitationswissenschaften
Institut für Klinische Epidemiologie und Biometrie
Klinikstraße 3
97070 Würzburg
Telefon: 0931 - 3182713

ÖPNV[Bearbeiten]

Bus.png Nächste Bushaltestelle: Juliuspromenade
Straßenbahn.png Nächste Straßenbahnhaltestelle: Juliuspromenade


Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ute Felbor: Rassenbiologie und Vererbungswissenschaft in der Medizinischen Fakultät der Universität Würzburg 1937-1945. Verlag Königshausen & Neumann GmbH, Würzburg 1995, S. 93 ff.
  2. Ute Felbor, a.a.O., S. 197
  3. Ute Felbor, a.a.O.
  4. Andreas Mettenleiter: Selbstzeugnisse, Erinnerungen, Tagebücher und Briefe deutschsprachiger Ärzte. Nachträge und Ergänzungen. Würzburger medizinistorische Mitteilungen 19 (2000), S. 459-524; S. 477b
  5. Ute Felbor, a.a.O.
  6. Burkhard Schmidt und Karl-Ernst Bühler: Kurzer Abriß der Geschichte des Würzburger Universitätsinstituts für Psychotherapie und Medizinische Psychologie, in: Vierhundert Jahre Universität Würzburg. Eine Festschrift, hrsg. von Peter Baumgart, Verlag Degener & Co., Neustadt an der Aisch 1982, S. 927-933, S. 927 f.
  7. Personenlexikon der Sexualforschung. Hrsg. von Volkmar Sigusch und Günter Grau, Campus Verlag, Frankfurt am Main 2009, S. 221 ff.; S. 222
  8. Burkhard Schmidt und Karl-Ernst Bühler, a.a.O., S. 928 f.

Weblinks[Bearbeiten]

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