Viktor Emil Freiherr von Gebsattel

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Prof. Dr. Dr. Viktor Emil Freiherr von Gebsattel (* 4. Februar 1883 in München; † 22. März 1976 in Bamberg) war Psychiater, Psychotherapeut und Professor an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg.

Familiäre Zusammenhänge[Bearbeiten]

Viktor Emil von Gebsattel entstammte dem fränkischen Adelsgeschlecht Gebsattel.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Von Gebsattel verbrachte in Bamberg die Schulzeit und studierte in Berlin zunächst Jura, doch er wechselte bald das Studienfach und studierte in München Philosophie, Psychologie und Kunstgeschichte, wo er 1906 promovierte.

Nach dem Studium war Gebsattel zunächst Schriftsteller und Übersetzer. 1913 beschloss Gebsattel, Medizin zu studieren. 1915 bis 1920 war er Assistenzarzt in der Münchner psychiatrischen Klinik und schloss das Studium ab mit einer Doktorarbeit ab. Nach anschließender psychoanalytischer Ausbildung sowie psychiatrisch-neurologischer Tätigkeit in München zug er nach Berlin, wo er ein psychiatrisches Privatsanatorium eröffnete.

Nach dem Zusammenbruch der Nazi-Diktatur war Gebsattel für kurze Zeit in einer privaten Praxis in Überlingen tätig, dann als Chefarzt einer psychiatrischen Privatklinik bei Badenweiler. An der Universität Freiburg erhielt er einen Lehrauftrag für medizinische Psychologie und Psychotherapie.

Professor in Würzburg[Bearbeiten]

1950 erhielt er einen Ruf an die Universität Würzburg und übernahm die kommissarische Vertretung der ordentlichen Professur für Psychiatrie und Nervenheilkunde. Ebenso hielt er Vorlesungen zur Medizinischen Psychologie und Psychotherapie. Durch von Gebsattel wurde, nach grundlegender Umgestaltung des Instituts für Erbbiologie (ab 1952 Institut für Anthropologie und Erbbiologie), in Würzburg der erste deutsche Lehrstuhl für Psychotherapie und Medizinische Psychologie geschaffen und das Institut, welches nunmehr in vier kleinen Kellerräumen des Universitätsgebäudes am Sanderring 2 untergebracht war, 1958 entsprechend umbenannt. [1] Bis 1969 gehörte Gebsattel dem Vorstand des Instituts für Psychotherapie und Medizinische Psychologie an.

Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Beitrag zum Verständnis atypischer Tuberkuloseformen (Diss.). In: L. Brauer (Hrsg.): Beiträge zur *Klinik der Tuberkulose. Leipzig und Würzburg, 1920
  • In seelischer Not. Brief eines Arztes. Würzburg, 1940 (Christliche Besinnung 26, Hrsg. Romano Guardini u. a.)
  • Von der christlichen Gelassenheit. Brief eines Arztes. Würzburg, 1940 (Christliche Besinnung 35, Hrsg. Romano Guardini u. a.)

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

  • Andreas Mettenleiter: Selbstzeugnisse, Erinnerungen, Tagebücher und Briefe deutschsprachiger Ärzte. Nachträge und Ergänzungen. Würzburger medizinistorische Mitteilungen 19 (2000), S. 459-524; S. 477b
  • Ute Felbor: Rassenbiologie und Vererbungswissenschaft in der Medizinischen Fakultät der Universität Würzburg 1937-1945. Verlag Königshausen & Neumann GmbH, Würzburg 1995, S. 197-199
  • Personenlexikon der Sexualforschung. Hrsg. von Volkmar Sigusch und Günter Grau, Campus Verlag, Frankfurt am Main 2009, S. 221 ff.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Burkhard Schmidt und Karl-Ernst Bühler: Kurzer Abriß der Geschichte des Würzburger Universitätsinstituts für Psychotherapie und Medizinische Psychologie, in: Vierhundert Jahre Universität Würzburg. Eine Festschrift, hrsg. von Peter Baumgart, Verlag Degener & Co., Neustadt an der Aisch 1982, S. 927-933, S. 927 f.

Weblinks[Bearbeiten]