Hans Truchseß von Baldersheim

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Hans Truchseß von Baldersheim (* um 1340; um † 1408) war fränkischer Ritter und verhalf Aub zum Stadtrecht.

Familiäre Zusammenhänge[Bearbeiten]

Als Sohn von Johannes Truchseß von Baldersheim (1322-1343) begründete Hans die Adelslinie Waldmannshofen, Aub, Oellingen und Röttingen Seine Söhne aus der Ehe mit Petronella sind Fritz und Hans II. Truchseß von Baldersheim, der Stifter des Röttinger Spitals.

Geschichte[Bearbeiten]

Ab 1379 ist er als Burgmann auf der Reichelsburg bei Baldersheim bestätigt. Als 1390 mit dem Tod von Konrad IV. von Hohenlohe-Brauneck und seinem Bruder, dem Domherren Gottfried die Linie Brauneck ausstirbt, tritt ein machtpolitisches Vakuum auf, das für Hans die Chance eröffnet, seine Vision von einem eigenen „Herrschaftsbereich“ zu verwirklichen. Treue Gefolgschaft, Tapferkeit, Ritterlichkeit, Zuverlässigkeit, politisches Geschick, ein gewisser Reichtum und schließlich das große Vertrauen von Seiten der Lehensherrn, zum einen Witwe Anna von Hohenlohe, zum andern der Würzburger Fürstbischof, wirken sich günstig aus. Die Wertschätzung für den Truchsessen Hans wird in einer Urkunde vom 24. Mai 1396 bestätigt. Konrad von Weinsberg verkauft 1398 den hohenlohischen Teil der Gemeinde Aub an Hans Truchseß von Baldersheim. Bischof Gerhard von Schwarzburg verlegt auf Bitten von Hans die Verlegung des Halsgerichtes und der Zent von Gülchsheim in den Markt Aub. 1404 schließlich erhält Aub auf das Betreiben des Ritter Hans das Stadtrecht und das Recht eine Stadtbefestigung anzulegen.

Ähnliche Ziele wie in Aub verfolgt Hans auch mit Röttingen im Taubertal, dem anderen Zentrum seines politischen Wirkens. Im Jahre 1401 bestätigte König Ruprecht von der Pfalz auf Bitten von Hans die 1336 verliehene Freiheit der Stadt Röttingen. 1410 ist Truchseß von Baldersheim hochstiftischer Amtmann zu Röttingen.

Soziales Engagement[Bearbeiten]

Das an der Gollach gelegene Pfründnerspital zum Heiligen Geist in Aub wurde durch ihn so reich ausgestattet, dass es nach dem Juliusspital in Würzburg das reichste im Hochstift Würzburg gewesen war.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • H. Bauer: Die Truchsesse von Baldersheim. In: Archiv des Historischen Vereins zu Unterfranken und Aschaffenburg. 1853
  • Peter Högler: Die Truchsesse von Baldersheim (1284-1602) - Urkundliche Belege über ein fränkisches Rittergeschlecht im südlichen Landkreis Würzburg.

Weblinks[Bearbeiten]