Pfründnerspital zum Heiligen Geist

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Pfründnerspital zum Heiligen Geist
Wappen am Spital von Aub: Zentral das bischöfliche Wappen des Julius Echter von Mespelbrunn, daneben die Truckseß von Balderheim und die von Rosenberg

Das Pfründnerspital zum Heiligen Geist war eine ehemalige Sozial- und Gesundheitseinrichtung, das von den adeligen Ortsherren gestiftet und unterhalten wurde.

Lage[Bearbeiten]

Das Spital lag an der Handelsstraße am Flüsschen Gollach am Eingang der Stadt, neben der steinernen Brücke.

Geschichte[Bearbeiten]

Unter dem Eindruck der Großen Pest stiftete 1355 der fränkische Adelige Gottfried II. von Hohenlohe-Brauneck ein fränkisches Landspital in der Stadt Aub, das sich zu einem eindrucksvoller Gebäudekomplex entwickelte. Das Spital wurde durch Hans Truchseß von Baldersheim und das Haus Hohenlohe reich ausgestattet, so dass es nach dem Juliusspital in Würzburg das reichste im Hochstift Würzburg gewesen ist.

Wie der Wappenstein am Eingang des Spitals zeigt, wurde dieses zwischen 1595 und 1803 von drei Körperschaften verwaltet. Zur Hälfte war das Hochstift Würzburg, zu je einem Viertel die Familie Truchseß von Baldersheim und das Adelsgeschlecht Rosenberg zuständig. Nach dem Aussterben der Adelsfamilie Rosenberg wurde deren Anteil vom Deutschen Orden in Bad Mergentheim übernommen. Mit der Säkularisation ging das Spital in den Besitz des Königreich Bayerns über.

Von 1870 bis zum Verkauf des Spitals 1976 trugen die Ebracher Schwestern Sorge für die etwa 30 Pfründner.

Spitalpfarrei[Bearbeiten]

Das Spital verfügte über 600 Jahre (seit 1355) lang über eine eigenständige katholische Pfarrei, die erst mit der endgültigen Schließung des Spitals aufgelöst wurde.

Pfründner[Bearbeiten]

Der Tagesablauf der Pfründner ähnelte dem eines Mönches. Die Hauptaufgabe bestand im Gebet für das Seelenheil ihrer Wohltäter. Dafür sicherte das Spital Nahrung, Kleidung und Unterkunft, also ein Leben, fern der Sorgen der Außenwelt. Nach der Spitalordnung von 1590 mussten die Pfründner täglich am Gottesdienst teilnehmen, vor und nach jeder Mahlzeit beten sowie regelmäßig beichten. In der Kirche waren die hinteren Sitzreihen unter der Empore den Pfründnern vorbehalten.

Außenanlagen[Bearbeiten]

Zum Spital gehört ein Wirtschaftsgebäude mit Weinkeller, ein Pförtnerhaus, ein Aufbahrungshaus von Balthasar Neumann und der Spitalgarten. Die ehemalige Spitalmauer wurde in die Stadtmauer integriert und aufgestockt. Der Eckturm an der nordwestlichen Ecke des Areals diente der kurzzeitigen Inhaftierung straffällig gewordener Spitalbewohner, da das Spital über eine eigene Gerichtsbarkeit verfügte.

Niedergang des Pfründnerspitals[Bearbeiten]

Das Spital, das durch Zustiftungen und Stammkapital immer über genügend Vermögen verfügte hat, musste der Weltwirtschaftskrise im Jahr 1923 Tribut zollen. In kürzester Zeit wurde das Kapital des Stifts durch Inflation um 500.000 Goldmark minimiert, wodurch die Finanzierung des Spitals fast nicht mehr möglich war. Für die Insassen war nun die Sozialversicherung zuständig.

Heutige Nutzung[Bearbeiten]

Der gotische Kernbau des Spitals, der neuzeitliche Pfründnerbau und die neugotisch ausgestattete Kirche sind bis heute erhalten geblieben. Im Jahre 1976 wurde das Spital aufgelöst und von der Stadt Aub erworben. Die Spitalkirche zum Heiligen Geist (Aub) und der Osttrakt des Spitals bilden heute das Fränkische Spitalmuseum. Im Westflügel ist die Caritas-Sozialstation St. Kunigund, sowie eine Zahnarztpraxis untergebracht.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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