Augustinerkirche

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Fassade zum Dominikanerplatz
Ansicht von der Dominikanergasse
Gedenkschild

Die Augustinerkirche (ehemalige Dominikanerkirche) befindet sich in der Würzburger Altstadt. Der Augustinerorden bietet in seiner Klosterkirche ein vielfältiges pastorales Angebot. Der Standort zwischen Dominikanerplatz und Dominikanergasse weist noch darauf hin, dass hier bis zur Säkularisation der Dominikanerorden angesiedelt war. Erst 1813 zogen die Augustiner hier ein [1], zuvor befand sich das Augustinerkloster St. Georg an der Ecke Augustinerstraße/Wirsbergstraße.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Baubeginn der Kirche war im Jahr 1266 und die Grundsteinlegung erfolgte durch den Dominikanerpater Albertus Magnus. Hierfür musste die dort bereits vorhandene Paulskapelle abgerissen werden. Die Konsekration war 1270 und 1308 wurde das erste Langhaus fertiggestellt. Nach den Plänen von Balthasar Neumann entstand 1743/44 der Neubau des dreischiffigen Langhauses. Kirche und Kloster wurden in der Bombennacht vom 16. März 1945 schwer beschädigt und danach bis 1948 wieder aufgebaut. 1967 erfolgte die Umgestaltung des Chorraumes nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil. 1974 wurde die Klosterkirche innen renoviert und zwischen 1989 und 1992 generalsaniert und ein neuer Dachreiter nach barockem Vorbild aufgesetzt. Die letzte Umgestaltung des Innenraums und Generalsanierung der Klais-Orgel fand im Jahr 2011 statt.

Patronat[Bearbeiten]

Die Kirche war zunächst Pauli Bekehrung geweiht. Auch nach dem Einzug der Augustiner wurde das Fest der Bekehrung des Hl. Paulus weiterhin begangen. Erst in den 1960er Jahren wurde ein Antrag bei der römischen Ritenkongregation gestellt, den Hl. Augustinus offiziell als Kirchenpatron zu führen. Patrozinium ist am 28. August.

Baubeschreibung[Bearbeiten]

Die Kirche mit einer Grundfläche von knapp 1.000 m² wurde im romanischen Stil erbaut und erhielt im Barock eine neugestaltete Fassade nach Plänen von Balthasar Neumann. Über dem Portal der zweigeschossigen Westfassade befindet sich in einer Nische die Steinfigur des Hl. Augustinus. Diese Figur entstand als Hl. Dominikus im 18. Jahrhundert. Die Skulptur bekam erst nach 1804 ein Herz in die Hand gedrückt, den Bart modeliert, die Kette um den Hals gehangen und ein Kind zu Füßen gesetzt. Durch die neuen Attribute wandelte sich der Hl. Dominikus in einen Hl. Augustinus. Die Sakristei befindet sich unter der Apsis und dem Konventchor.

Historischer Innenraum[Bearbeiten]

Die Altarwand zierte ein Hochaltarbild aus der alten Dominikanerkirche von Nikolaus Treu aus dem Jahr 1771, das Überreichung des Rosenkranzes an den Hl. Dominikus durch Maria anlässlich der Seeschlacht von Lepanto darstellte. Am Chorbogen befand sich das Wappen des Fürstbischofs Adam Friedrich von Seinsheim. Die Stukkierung der Chorrippen im Dachgewölbe stammte von Antonio Bossi um 1755. Prachtvolle Rokoko-Altäre vor allem aus der Werkstatt von Johann Georg Wolfgang van der Auwera schmückten die Augustinerkirche noch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die Seitenaltäre enthielten links die Beschneidung Christi von Georg Anton Urlaub aus dem Jahr 1755 und rechts die Geburt Christi von Johann Zick von 1760.

Heutiger Innenraum[Bearbeiten]

Im Eingangsbereich hängen zwei Bruderschaftsbilder in Rokokorahmen aus dem ehemaligen Augustinerkloster St. Georg, Maria vom Trost und Maria vom guten Rat darstellend. Am Ende der einer Ellipse steht Maria, die Mutter Jesu – eine Figur von Jacob van der Auwera, um 1720 entstanden, aus der alten Augustinerkirche. Der Chorraum enthält das Hochaltarbild „Neues Jerusalem“ von Jacques Gassmann und eine Augustinusfigur von Thomas Hildenbrand. Das Altarkreuz schuf der Würzburger Goldschmied Josef Amberg.

Ritakapelle[Bearbeiten]

Links vom Chor war die Ritakapelle als Beichtkapelle konzipiert. Die einstige Rita-Grotte wurde um 1900 in eine kleine Kapelle umgewandelt und 1939 erweitert. 1954 erfuhr sie erneut eine Vergrößerung und Umgestaltung nach Plänen von Michael Niedermeier. Eine vergoldete Holzfigur der Heiligen Rita von Cascia (1380–1447) hing über dem Altar, die ruhende Gestalt der Heiligen in einer Wandnische sowie ein Bild der hl. Monika an der linken Seitenwand von Lukas Gastl. Über der Wandnische wurde hinter Glas der Habit der hl. Rita gezeigt. Am Eingang zur Kapelle zeigte ein Wandgemälde Szenen aus dem Leben der Heiligen, gemalt von Willy Jakob aus Würzburg. Heute lädt die schlicht gehaltene Kapelle mit der liegenden Figur der heiligen Rita zum Beten und Verweilen ein und ist dafür jeden Tag geöffnet. Ein Fürbittbuch im Eingang zur Ritakapelle ermöglicht, persönliche Anliegen der heiligen Rita schriftlich anzuvertrauen.

Mater-Dolorosa-Kapelle[Bearbeiten]

Rechts vom Chor ist die Kapelle der schmerzhaften Muttergottes als stille Anbetungskapelle und Standort des Allerheiligsten eingerichtet. Der Altar, der Einzige, der den Zweiten Weltkrieg überstanden hat, besteht aus einer Marmormensa und Baldachinaufbau aus Holz. Er zeigt in der Mitte eine spätgotische Pieta in einem Glasschrein und darunter die Inschrift: „Mater Dolorosa, ora pro nobis". Als Assistenzfiguren ist rechts die Hl. Katharina und links die Hl. Barbara dargestellt. Im Baldachin befindet sich das Auge Gottes.

Geläut[Bearbeiten]

Der Dachreiter auf dem Dach beherbergt drei Glocken aus dem Jahr 1949:

  • Augustinusglocke, Schlagton a', 450 kg
  • Marienglocke, Schlagton c", 230 kg
  • Paulusglocke, Schlagton d", 200 kg

Kirchenmusik[Bearbeiten]

Regelmäßig gibt es in der Kirche Orgelkonzerte und Orgelmessen an der Klais-Orgel.

Aktuelle Bildergalerie[Bearbeiten]

Historische Abbildungen[Bearbeiten]

ÖPNV[Bearbeiten]

Bus.png Nächste Bushaltestelle: Dominikanergasse
Straßenbahn.png Nächste Straßenbahnhaltestelle: Juliuspromenade


Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Hinweis[Bearbeiten]

  1. Noch um 1830 nannte man die Kirche, deren Garten von der Würzburgern zum Wäschetrocknen- und -bleichen verwendet werden durfte, umgangssprachlich „Dominikanerkirche“; Intelligenzblatt für den Unter-Mainkreis des Königreichs Bayern (1831), Nr. 29, Würzburg: C. A. Bonitas'sche Buchdruckerei, Sp. 648

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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