Willy Jakob

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Altarbild von Willy Jakob (gemeinsam mit Willi Wolf) aus dem Jahre 1936 in der Franziskanerbasilika des Klosters Garnstok in Belgien
Künstlersignet im Altarbild von Willy Jakob (gemeinsam mit Willi Wolf) aus dem Jahre 1936 in der Franziskanerbasilika des Klosters Garnstok in Belgien

Willy Jakob (* 8. August 1895 in Wenigumstadt; † 30. Dezember 1967 in Würzburg [1] [2] [3]) war Kirchenmaler.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Willy Jakob enstammte einer Bauernfamilie aus Wenigumstadt bei Aschaffenburg. Seine Eltern waren Günter Jakob und Ida, geborene Jörg. Obwohl er der älteste Sohn war, besuchte er das Gymnasium in Aschaffenburg und schloss es 1914 mit dem Abitur ab. Eigentlich sollte Jakob katholischer Priester werden. Als Kriegsfreiwilliger lernte er im Ersten Weltkrieg die Schrecken kennen und entschied sich, Maler zu werden. 1919 kam er zum Studium der Kunstgeschichte bei Professor Fritz Knapp an die Universität Würzburg. Heinz Schiestl wurde sein Lehrer und langjähriger Freund, ebenso wie Matthäus Schiestl.

Willy Jakob beschäftigte sich vorwiegend mit der Monumentalmalerei. In seinem Frühwerk verarbeitete er seine Kriegserlebnisse. Zwischen 1923 und 1940 wirkte er vorwiegend im thüringischen Eichsfeld in der Malerei religiöser Themen. Auch für die Ritaschwestern und die Mariannhiller Missionare sowie für zahlreiche Pfarrkirchen schuf er eindrucksvolle Kirchenkunst. Von der kirchenfeindlichen Politik des Dritten Reiches blieb er nicht verschont. Die Malereien im Studienseminar in Münnerstadt z.B. fielen der Kulturpolitik des damaligen Regimes zum Opfer.

Willy Jakob, der sich den Modernismen nicht verschrieben hatte, lehnte jedoch nicht alle neueren Sehweisen ab. Stets legte er aber sein Augenmerk auf Verständlichkeit und die sinnfällige Wirkung seiner Bilder.

Sein Würzburger Atelier befand sich in der Franziskanergasse 2a. [4] [5] Hier lebte er zurückgezogen in der Atelierwohnung des Neumannhauses.

Letzte Ruhestätte[Bearbeiten]

Willy Jakob wurde nach seinem Tod am 30. Dezember 1967 in aller Stille am 1. Januar 1968 in seiner Heimatgemeinde Wenigumstadt beigesetzt.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1925: „Die fürbittende Gottesmutter“ - Gemälde in der Wallfahrtskapelle St. Marien Etzelsbach [6] [7]
  • 1929: Fresken an den beiden Chorbögen der katholischen Pfarrkirche St. Bartholomäus in Waldbüttelbrunn [8]
  • 1933 - 1935: Stationsbilder in der Burkarder Kirche mit Josef Wolf. Nach 1945 hat er die Bilder rekonstruiert.
  • 1935: Bild in Sgraffito-Technik „Kreuzeserhöhung durch Kaiser Konstantin“ an der Hauptfassade der katholischen Pfarrkirche Heiligkreuz
  • 1936: Altarbild in der Franziskanerbasilika des Klosters Garnstok in Belgien (gemeinsam mit Willi Wolf)
  • 1936: 14 Kreuzwegfresken in der katholischen Marienkirche in Rimbach (gemeinsam mit Willi Wolf)
  • 1938 und 1956: Freskengemälde in der katholischen Pfarrkirche St. Ludwig in Marktbreit
  • 1940 und 1958: 7 Altarblätter für die Seitenaltäre der Herz-Jesu-Kirche
  • 1956: Hochaltarbild in der katholischen Filialkirche St. Bonifatius in Frankenbrunn [9]
  • 1957: 3 Frankenapostel in Nischen des Giebels des südlichen Querhauses von Neumünster (gesehen vom Kiliansplatz)

Bildergalerie[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur und Quellen[Bearbeiten]

  • Mainfränkische Zeitung: „Willy Jakob, ein Maler aus flämischen Geschlecht“ (16. März 1938)
  • Fränkisches Volksblatt: „Für viele Kirchen gearbeitet - Der Würzburger Maler Willy Jakob vollendete sein 65. Lebensjahr“ (9. August 1960)
  • Main-Post: „Als Kirchenmaler sehr bekannt - Willy Jakob feierte gestern seinen 65. Geburtstag“ (9. August 1960)
  • Peter Anhalt: Hammer und Sichel – ein Zeichen der Arbeiter- und Bauern-Macht in der Hülfensbergkirche. in: Eichsfelder Heimatzeitschrift, Juli/August 2010, S. 252 f.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise und Hinweise[Bearbeiten]

  1. Grabstein von Willy Jakob auf dem Friedhof in Wenigumstadt
  2. Main-Post: „Ein Kirchenmaler alter Schule“ (3. Januar 1968)
  3. Fränkisches Volksblatt: „Maler Willy Jakob gestorben“ (3. Januar 1968)
  4. Adreßbuch Stadt Würzburg und Umgebung 1964. Universitätsdruckerei H. Stürtz AG, Würzburg 1963, S. 122
  5. Adreßbuch Stadt Würzburg und Umgebung 1967. Universitätsdruckerei H. Stürtz AG, Würzburg 1966, S. I - 131
  6. Thüringer Allgemeine: „Die Geschichte vom Gnadenbild in der Etzelsbachkapelle“ (4. März 2011)
  7. „Die fürbittende Gottesmutter“ - Gemälde von Willy Jakob (1925) in der Wallfahrtskapelle St. Marien Etzelsbach
  8. St. Bartholomäus auf waldbüttelbrunn.pg-sankt-kilian.de
  9. Abbildung auf den Internetseiten der katholischen Filialkirche St. Bonifatius in Frankenbrunn