Karmelitenkloster St. Barbara

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Begriffsklärung.png Informationen über die gleichnamige katholische Pfarrkirche siehe unter St. Barbara (Frauenland)

Ehemaliges Klostergebäude der Karmeliten

Das Karmelitenkloster St. Barbara war eine Niederlassung der beschuhten Karmeliten in Würzburg.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Kloster, das der Heiligen Barbara geweiht war, wurde 1252 vom Orden der beschuhten Karmeliten mit Hilfe von Iring von Reinstein-Homburg gegründet. 1280 erhielten diese vom Domherrn Friedrich von Hohenburg die Nikolauskapelle mit sämtlichen Patronatsrechten, Zinsen und Pertinenzen übereignet, welche sich in einem Schwibbogen über dem Durchgang von der Karmelitenstraße zum unteren Markt befand.

Klosterbau[Bearbeiten]

Um 1330 begannen die Karmeliten mit dem Bau des Klosters und einer Kirche. Dafür vergrößerten sie ihren Grund durch Kauf und Schenkungen. Unter anderem erwarben sie den benachbarten Hof zum Küchenmeister, der bereits eine Kapelle umfasste. 1372 war die Klosterkirche St. Barbara fertiggestellt. Sie lag etwa im Verlauf der heutigen Rückermainstraße. Das Hauptportal befand sich westlich am Fischmarkt, über dem Portal war eine Figur der Hl. Barbara angebracht. 1468 war der Bau des Klosters abgeschlossen und wurde eingeweiht. Der Klosterbau stand bis 1616. Unter Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn wurden wesentliche Veränderungen vorgenommen. 1629 richteten die Karmeliten die Kirche her und verbesserten das ruinöse Gebäude.

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts war der Komplex der spätmittelalterlichen Klosteranlage veraltet und teilweise baufällig. Deshalb ließ Prior Jeremias von 1719 bis 1723 die alten Klostergebäude abreißen und den bis heute in veränderter Form erhaltenen Konventsbau errichten. Die drei Flügel der Anlage umgaben mit der spätgotischen Klosterkirche St. Barbara den Klostergarten, der bis 1803 nur Mönchen zugänglich war. Für die Finanzierung der hohen Baukosten gestattete Fürstbischof Johann Philipp Franz von Schönborn den Bettelmönchen Sammlungen und bei der adeligen und wohlhabenden Kundschaft in und außerhalb der Stadt. [1]

Ende des Klosters St. Barbara[Bearbeiten]

Der Konvent wurde 1805 nach der Säkularisation aufgelöst und die Klostergebäude dienten in den Folgejahren als Husarenkaserne, die Kirche als Salzlager. Die barocke Kanzel (von Jakob van der Auwera um 1720 geschaffen) steht heute in der ehemaligen Kartause in Tückelshausen. 1822 erwarb die Stadt Würzburg das Areal, um der drängenden Raumnot der Stadtverwaltung abzuhelfen. Schon am 26. Juni 1823 hatte man den Beschluss gefasst, eine bessere Verbindung zwischen dem Fischmarkt und dem Marktplatz herzustellen und die Kirche einzulegen. Am 18. Dezember 1824 wurde mit dem Abbruch der Kirche begonnen. In dem ehemaligen Klostergebäude wurde die städtische Polizei untergebracht. Der 1825 frei gewordene Platz des ehemaligen Klostergartens wurde 1834 durch ein eisernes Gitter zu einem großen Hofraum umgewandelt. Die anfänglich geplante Bebauung der Südseite der neuen Straße mit Geschäftshäusern wurde nach Protesten aus der Bürgerschaft unterlassen. So entstand eine Dreiflügelanlage, die nach dem Zweiten Weltkrieg als repräsentativer Eingangsbereich des Rathauses gestaltet wurde.

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

  • Johannes Baier: Geschichte der beiden Karmelitenklöster mit besonderer Berücksichtigung des Reuerinnenklosters zu Würzburg. Würzburg 1902 (Digitalisat)
  • Das Karmelitenkloster zu Würzburg 1212-1803. In: Georg Link: Klosterbuch der Diöcese Würzburg. Band II., Würzburg, 1876. (Online-Fassung auf franconica.uni-wuerzburg.de)
  • Ansichten aus dem alten Würzburg. Kataloge des Mainfränkischen Museums. Band 11, Teil II, Würzburg 1998, S. 346
  • Hans Steidle: Am Anfang war ein Mord. Das Würzburger Rathaus als Brennpunkt von Politik und Geschichte. Echter Verlag, Würzburg 2012, S. 145 ff.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Baier 1902, S. 21 f.