Klärwerk Würzburg

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Entwässerungsbetrieb Würzburg

Das Klärwerk Würzburg gehört zu den größten Entwässerungsbetrieben im Freistaat Bayern.

Aufgabe[Bearbeiten]

Eine zentrale Aufgabe des Gewässerschutzes in Deutschland ist es, das ökologische Gleichgewicht der Gewässer zu bewahren und eine geregelte Abwasserreinigung sicher zu stellen. Hierzu trägt auch das Klärwerk Würzburg bei.

Erfolg[Bearbeiten]

In den vergangenen 25 Jahren wurde die Reinhaltung der Gewässer enorm verbessert. Die Belastung mit Schadstoffen konnte deutlich vermindert werden. So ist der Main heute nur noch mäßig mit Nährstoffen belastet und in einem guten ökologischen Zustand.

Geschichte der Abwasserentsorgung[Bearbeiten]

Für den Abtransport von Abwasser stehen rund 540 km Kanalleitungen zur Verfügung. Das Kanalnetz in Würzburg wuchs im Laufe der Jahrhunderte. Zunächst reichten für die Ableitung des Oberflächenwassers einzelne Kanalstollen in Richtung Main aus. Einer dieser Stollen, der Balthasar Neumann-Kanal (Theaterstraße, Balthasar-Neumann-Promenade, Ottostraße), ist auch heute noch in Betrieb. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Abwasserentsorgung der wachsenden Stadt zum Problem. Deshalb beauftragte im Jahre 1890 die Stadt Würzburg den Ingenieur Lindley mit Planung und Bau der Kanalisation. Aus dieser Zeit sind noch etwa 100 km dieser aus Klinkersteinen gemauerten Kanäle in Betrieb. Ihr guter baulicher Zustand zeugt von der hohen Handswerkskunst der Maurer der damaligen Zeit. Im 20. Jahrhundert wurde das Kanalnetz erweitert. Als Baustoffe kommen jetzt auch Stahlbeton, Steinzeug und Kunststoffe zum Einsatz. Neben den Rohrleitungen sorgen über 50 Sonderbauwerke der Regenrückhaltung und der Regenentlastung dafür, dass bei einem starken Niederschlag das Regenwasser in die Bäche und das Schmutzwasser in die Kläranlage läuft.

Einzugsgebiet[Bearbeiten]

Das Einzugsgebiet des Klärwerks beträgt erwa 260 Quadratkilometer. Es wird vom Main auf erwa 18 km Länge durchflossen. Täglich fließen dem Klärwerk rund 45.000 m³ Abwasser bei Trockenwetter zu. Diese Menge entspricht dem Sechsfachen der Beckenfüllmenge des Dallenbergbades. Die gesamte Jahresabwassermenge beträgt etwa 22 Mio. Kubikmeter.

Klärwerktechnik[Bearbeiten]

Das Abwasser wird in mehreren Stufen mechanisch, biologisch und chemisch behandelt.

Mechanische Reinigung[Bearbeiten]

Die mechanische Stufe umfasst die Bauwerke Rechenanlage, belüfteter Sandfang und Vorklärbecken. Die Rechenanlage ist dreistraßig mit je zwei Stufenrechen von 6 mm Durchgangsweite ausgeführt. Das Rechengut wird in eine Rechengutwäsche zur Abtrennung von organischen Bestandteilen gegeben, entwässert und in Container gefüllt. Die jährliche Menge an Rechengut beträgt 230 Tonnen. Anschließend wird der belüftete Sandfang durchflossen, wobei durch die Belüftung Schwimmstoffe abgetrennt werden. Gleichzeitig werden 330 Tonnen Sand pro Jahr aus Niederschlagseinschwemmungen von den Beckenböden geräumt. Danach gelangt das Abwasser in die Vorklärung. Diese dienen der Entschlammung des Abwassers mittels deutlicher Reduzierung der Fließgeschwindigkeit des Abwassers und anschließendem Abpumpen des abgesetzten Schlammes.

Biologische Reinigung[Bearbeiten]

Die erstmals am 3. Juni 1976 [1] in Betrieb genommene biologische Stufe arbeitet nach dem Prinzip des Belebungsverfahrens. Die vierstraßige Anlage mit insgesamt 40.520 m³ Inhalt soll zum einen nicht abgesetzte Stoffe und gelöste Nährstoffe wie Stickstoff- und Phosphatverbindungen entfernen. Zur Versorgung der eingesetzten Mikroorganismen mit Sauerstoff über Druckbelüftung können vier Turbo-Belüftungsaggregate eingesetzt werden. Bei der biologischen Reinigungsstufe werden organische Inhaltsstoffe zu nahezu 99% herausgelöst, Phosphate bis zu 96 % und Stickstoff zu über 80 %. Die Trennung des Belebtschlammes von dem gereinigten Abwasser erfolgt in der Nachklärung, die aus vier Rundbecken besteht. Der abgesetzte Schlamm wird mit je einem Rundräumer entfernt. Das gereinigte Abwasser fließt über Ablaufrinnen zu einem Sammelbauwerk und von dort über eine Endkontrolle in Form von Online-Messungen in den Main. Die Gesamtaufenthaltsdauer des Abwassers im Klärwerk beträgt ca. 40 Stunden.

Chemische Reinigung[Bearbeiten]

Die chemische Stufe eliminiert Phosphor, der zusammen mit dem Nährstoff Stickstoff bei einem Überangebot zu unerwünscht hohem Algenwachstum im Main und den nachfolgenden Gewässern bis zur Nordsee führen kann.

Schlammweiterbehandlung[Bearbeiten]

Die Weiterbehandlung der Schlämme aus der mechanischen und biologischen Reinigungsstufe erfolgt in zwei Faultürmen durch statische Eindickung in Eindickerbehältern, einer Eindickung des Überschussschlammes per Siebband und einer Schlammentwässerung mittels Kammerfilterpressen die die Menge an Restschlamm deutlich reduziert. 25.000 Tonnen entwässerter Klärschlamm werden über einen Silo-Behälter jährlich der thermischen Entsorgung im Müllheizkraftwerk zugeführt.

Kontakt[Bearbeiten]

Entwässerungsbetrieb Würzburg
Verwaltung
Veitshöchheimer Straße 1
97080 Würzburg
Telefon: 0931 - 37-4102

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bruno Rottenbach: Es ist ein hartes Handwerk, eine schöne Frau zu sein. Das Bild des heutigen Würzburg nach dem Wiederaufbau - Die Europastadt öffnet sich zum Main. In: 15 Jahrhunderte Würzburg. Hrsg. von Heinz Otremba, Echter Verlag, Würzburg 1979, S. 263-280; S. 276

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