Müllheizkraftwerk

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Müllheizkraftwerk Würzburg, Westansicht

Das Müllheizkraftwerk Würzburg (MHKW) wird vom Zweckverband Abfallwirtschaft im Raum Würzburg betrieben und zählt durch permanente Nachrüstung in Sachen Rauchgasreinigung zu den modernsten und saubersten thermischen Abfallverwertungsanlagen Deutschlands.

Lage[Bearbeiten]

Das Müllheizkraftwerk Würzburg liegt am östlichen Stadtrand zwischen Gattingerstraße und Bundesstraße 8.

Zielsetzung[Bearbeiten]

Aufgrund einer großen Anzahl von Mülldeponien in der Region, die nahezu verfüllt waren und dem Widerstand der Bevölkerung gegen Neuausweisungen von Deponieflächen entschied man sich, den Müll (nach einem seinerzeit als „Stumpf-Modell“ bezeichneten Konzept [1]) thermisch zu verwerten und gleichzeitig Strom und Fernwärme zu erzeugen.

Träger[Bearbeiten]

Müllheizkraftwerk Würzburg, Ostansicht, 2011

Der Zweckverband Abfallwirtschaft Raum Würzburg wurde 1979 als Körperschaft des öffentlichen Rechts von der Stadt Würzburg, dem Landkreis Würzburg und dem Landkreis Kitzingen gegründet.

Technische und kaufmännische Daten[Bearbeiten]

Anlage[Bearbeiten]

Das Müllheizkraftwerk Würzburg verfügt über 3 Linien. Die Linien 1 und 2 gingen 1984 in Betrieb, während die Linie 3 erst seit 1998 existiert.Linie 1 verwendet für die Feuerung eine Kombination aus wassergekühltem Vorschubrost und luftgekühltem Rückschubrost, während die Linien 2 und 3 nur einen wassergekühlten Vorschubrost verwendet. Alle Linien verfügen über eine trocken Rauchgasreinigung und über einem Verdampfungskühler, in dem im Flugstromverfahren mit Gewebefilter das Abgas gereinigt wird. Zur Entfernung der Stickoxide aus dem Rauchgas benutzen die Linien 1 und 2 und eine DeNOx (SCR), während die Linie 3 hierfür eine Heißgas-DeNOx (SNCR/SCR) benutzt. Letztere hat den Vorteil, daß das Rauchgas nicht mehr wiederaufgeheizt werden muß. Die Feuerungsleistung der Anlage beträgt 102 MW, der Generator des Kraftwerks verfügt über eine Leistung von 26,5 MW. Der Kamin des Müllheizkraftwerks ist 80 Meter hoch.

Emissionen[Bearbeiten]

Das Müllheizkraftwerk Würzburg verfügt mit seinen Gewebefiltern schon immer über modernste Technik. Die Nachrüstung der Rauchgasreinigung (1995/96 und der später gebauten Linie 3 1998) zeigt Emissionen, vergleichbar denen einer Erdgasheizung. Insbesondere bei Dioxinen / Furanen und damit bei sämtlichen organischen Schadstoffen, liegen moderne MHKW's wie Würzburg heute an der Spitze des Emissionsschutzes.

Müllmenge[Bearbeiten]

Der Betrieb der Anlage verhindert, dass ca. 61.000 t Hausmüll und etwa 30.000 t Gewerbeabfall anderweitig entsorgt oder deponiert werden müssen. Mit ihren drei Verbrennungslinien wären aber bis maximal 215.000 t pro Jahr möglich.

Energieverkauf[Bearbeiten]

Mit steigenden Energiepreisen steigen parallel auch die Energieerträge der thermischen Abfallbehandlungsanlagen. Die Anlage Würzburg erwirtschaftet 5 bis 6 Millionen Euro pro Jahr aus dem Energieverkauf. Das Gebührenaufkommen aus dem Hausmüll der Gebietskörperschaften des Zweckverbandes selbst beträgt dagegen nur noch 8 Millionen Euro und damit nur noch 25 % der Gesamteinnahmen zur Deckung der Ausgaben. Das bedeutet, dass jährlich über Hausmüll und energetische Verwertung zwischen 15 und 16 Millionen Euro Wertschöpfung nach Würzburg fliessen.

Werksführungen[Bearbeiten]

Als erstes Müllheizkraftwerk im süddeutschen Raum hat das MHKW Würzburg ein Informationszentrum für Abfallwirtschaft geschaffen. Etwa 70 Besucher finden dort Platz und können sich einen Überblick in Sachen Müllverwertung verschaffen. Für Anmeldungen für Führungen oder Informationsveranstaltungen im MHKW Würzburg wendet man sich direkt an die Geschäftsstelle des Zweckverbandes Abfallwirtschaft Raum Würzburg, Telefon: 0931/ 660 58 0

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bruno Rottenbach: Es ist ein hartes Handwerk, eine schöne Frau zu sein. Das Bild des heutigen Würzburg nach dem Wiederaufbau - Die Europastadt öffnet sich zum Main. In: 15 Jahrhunderte Würzburg. Hrsg. von Heinz Otremba, Echter Verlag, Würzburg 1979, S. 263-280; S. 276 f.

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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