Kartoffeldenkmal

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Historische Darstellung des „Kartoffeldenkmals”

Das sogenannte Kartoffeldenkmal ist eine Sandstein-Pietà auf einem Muschelkalksockel mit einer Gedenkinschrift für Philipp Adam Ulrich.

Lage[Bearbeiten]

Das Denkmal befand sich auf dem Gelände der bisherigen Leighton Barracks in der Rottendorfer Straße. Im Rahmen der Bauarbeiten für die Landesgartenschau 2018 wurde das „Kartoffeldenkmal“ abgebaut und eingelagert. Während der LGS stand das Denkmal unweit des Eingangs Belvedere.

Historie und Beschreibung[Bearbeiten]

Die Pietà aus grünem Sandstein wird der Werkstatt Jakob van der Auweras zugeschrieben. Ein Ehepaar namens Rossat stiftete sie im Jahr 1737 und ließ sie am Galgenberg aufstellen. Ein Chronist berichtet über den Bezug des Standbildes zu Philipp Adam Ulrich: „Täglich ging er von Würzburg nach dem Wöllrieder Hofe und verrichtet unterwegs bei dem Denkmal eine Andacht.” [1] 1819 ließ Franz Oberthür die Figuren erneuern und widmete das Denkmal mittels einer Gedenktafel dem „Kartoffelprofessor”. Die Inschrift lautet:

„Stehe Wanderer und lese:
Diese Bildsäule errichtet im Jahre MDCCXXXVII
einer der froemmsten und wohlthaetigsten
um sein Vaterland und die menschheit
verdiensteten menschen
philipp adam Ulrich
lehrer der rechte zu wuerzburg
die zur erweckung der guten gedanken
sich zum standpunkte des gebetes
waehrend er die weite oede umher
umschuf zu fruchtbaren gefilden.
Ihm dem hochverdienten zum andenken
erneuerte und verschoenerte das Bild und dessen Umgebung
das dankbare Vaterland im Jahre MDCCCXIX
horche noch Wanderer die himmlische stimme
die von da dir zuruft worte des heils
um reiflich zu überdenken und treu zu bewahren im herzen sie
und ehe den Wanderstab weiter du setzest
spreche selbst auch herzliche worte des segens
über Ulrich und sein vaterland
wünschest du übrigens genaues zu wissen
was diesem was der menschheit er gewesen
so besuche seine grabstätte zu st. petern in würzburg
dort steht es im steine geschrieben mehr noch wird im drucke seine lebensgeschichte
von ihm dir sagen. Ren. 1884. [2]

Auf der linken Seite des Sockels steht zu lesen:

„Klagelieder 1. 12.
O vos omnes qui transitis per vivi
am attendite et videte, si est dolor
siecet dolor meus.
(Übersetzt heißt dies: O ihr alle, die ihr vorbeiwandert auf diesem Weg, schaut auf und sehet, ob es einen Schmerz gibt wie mein Schmerz einer ist.) Hör Sünder, was Maria klagt,
Und weinend mit dir redet:
Du meinen Sohn hast so geplagt,
Hast ihn am Kreuz getödtet:
Drum wein mit mir, wein über ihn;
Wein über deine Sünden:
So nimmt Jesus deine Sünden hin;
Sein Gnad durch mich wirst finden. [2]

Auf der rechten Seite des Sockels steht zu lesen:

„Bedrängtes Herz was seufzest du
Von Trübsal schwer beladen?
Was eilest du der Hölle zu
Sündigest du deinen Heiland an,
So ruf sogleich Maria an,
Bei ihr ist Trost zu finden,
Von Jesus sie erbitten kann
Verzeihung deiner Sünden.
Sirach XXIV. 25. Sprichwort VIII 35.
Willst du o Christ durch guten Totd
Dieß elend Leben enden?
Dich jetzt und in der letzten Noth
Zu Jesu Mutter wenden!
Maria Schutz befehle dich,
Durch Hülff in Jesu Wunden,
Zu Jesu Totd, hoff sicherlich
Das Leben wird gesunden. [2]

Auf der Rückseite des Sockels ist das Allianzwappen eines Herrn Rossat und seiner Gattin, einer geborenen Ganzhorn, und die Jahreszahl: 1737 angebracht. Über dem Wappen steht der Spruch:

„Willst du ein wahrer Diener sein
Maria Jesum liebe!
Lebe von allen Sünden rein
in Tugenden dich übe. [2]

Unter dem Wappen heisst es:

„Zu Ehren des um die Landwirtschaft und insbesondere
um den Kartoffelbau in Franken hochverdienten Professors
P h i l i p p   A d a m   U l r i c h
wurde dieses Denkmal errichtet. [2]

Das Kartoffeldenkmal wurde in den Jahren 1884 und 1920 restauriert. Zeitweise war die Pietà durch ein steinernes Kreuz ergänzt. Heute schützt eine Verglasung die Figuren.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

Ehemaliger Standort
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