Julius Adler

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Dr. Julius Adler

Dr. Julius Adler (* 29. September 1882 in Würzburg; † 1. Juli 1934 im KZ Dachau) war Jurist, Rechtsanwalt und Opfer des sog. Röhm-Putsches.

Leben und Wirken

Adler besuchte das heutige Riemenschneider-Gymnasium und studierte an der Universität Würzburg Rechtswissenschaftten. Nach dem Studienabschluss und der Promotion, wurde er 1910 in Augsburg und 1911 in Würzburg als Anwalt zugelassen, wo er sich als Rechtsanwalt nierließ. Seit dem Tode seines Vaters 1914 verwaltete er für die mit seinen Geschwistern bestehende Erbengemeinschaft deren beträchtlichen Grundbesitz, zu dem mehrere große Wohn- und Geschäftsgebäude, die Doppelhäuser Bismarckstraße 19/20 und Reibeltgasse 14/16, sowie Sanderstraße 6. Von 1915 bis 1918 war er Kriegsfreiwilliger und brachte es zum Rang eines Vizewachtmeisters einer Flakbatterie. Nach dem Ersten Weltkrieg führte er beruflich und privat ein unauffälliges bürgerliches Leben.

Verhaftung und Tod

Am 11. Juni 1934 wurde er wegen angeblicher Wirtschaftssabotage in Schutzhaft genommen, da er seinen Vetter Willy Adler bei der Abwehr der "Arisierung" seiner Mohr´schen Malzfabrik anwaltlich vertrat. Die Auseinandersetzungen mit der Stadtverwaltung um die veralteten und nicht mehr den Sicherheitsanforderungen der 1930er Jahre entsprechenden Elektrizitätsleitungen in den Häusern der Bismarckstraße und um die Dachrinnen und Abwasserleitungen der Reibeltgasse wurden exzessiv weiterverfolgt. Letztendlich wurden ihm nacheinander Liebesverhältnisse mit zwei nichtjüdischen Schwestern vorgeworfen. Diese Beziehungen führten ohne jede Rechtsgrundlage zur Einlieferung Julius Adlers ins KZ Dachau am 20. Juni. Dort wurde er wenige Tage später "im Rahmen der Säuberungsaktion" mit anderen Häftlingen erschossen.

Posthume Würdigung

Ihm zum Gedenken wurde in der Herzogenstraße 8 ein Stolperstein verlegt.

Siehe auch

Quellen

  • Reiner Strätz, Das Biographische Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Bd. 2.

Weblinks