Sander-Lichtspiele

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Die Sander-Lichtspiele zwischen 1919 und 1924

Die Sander-Lichtspiele - Abkürzung Sa-Li - waren ein Kino in der Sanderstraße 6.

Geschichte[Bearbeiten]

Am 27. März 1910 eröffnete es als Apollo-Kinematographen-Theater. Das „Apollo“ war der Renner für die Fans der „Sensationsfilme“. Am 7. Januar 1911 brüstete sich das „Apollo“ im Würzburger General-Anzeiger das „vornehmste und besteingerichteste Lokal am Platze“ zu sein. Es gab die „Vorführung des neuesten und größten Sensations-Schlagers im neuen Jahr! Die schwarze Sklavin! Grossartiges Sensations-Drama einer Favoritin. Original-Aufnahmen aus dem Innern Afrikas. Äusserst spannende und Aufsehen erregende Szenen aus dem Sklavenleben des schwarzen Erdteils.“ [1]

Nach dem Ersten Weltkrieg war die erste große Gründungsphase der Lichtspielhäuser vorüber. Dennoch veränderte sich innerhalb der Würzburger Kinoszene etwas. Der Apollo-Kinomatograph ging an einen neuen Besitzer, Richard Bauer, über. Nach einem Umbau wurde das Kino ab 18. Oktober 1919 nach dem Straßennamen Sander-Lichtspiele - Abkürzung Sa-Li - umbenannt. Die dort gezeigten „Sensations-Filme“ waren hauptsächlich für die Gemüter Erwachsener bestimmt. Gutbürgerliche Eltern sahen ihre Töchter im Sa-Li gar nicht gerne, da es als „Knutsch-Kino“ verschrien war. „Es muss ein merkwürdiger Anblick gewesen sein, wenn blinzelnd und leicht betäubt Gymnasiasten, Liebespaare und Opas herausquollen, denn wer hatte sonst schon am hellen Nachmittag Sinn und Zeit für das Zelluloidspektakel, das den Augen schadet, die Sitten untergrub und zur Frühreife führte.“ [2]

Nach einem Umbau ab 18. Oktober 1919 wurde das Kino in Sander-Lichtspiele - Abkürzung Sa-Li - umbenannt. Hatte der Kinosaal vorher noch 400 Plätze, so gab es danach nur noch 320 Sitze. Zahllose Western flimmerten dort in den zwanziger und dreißiger Jahren über die Leinwand. Beim Bombenangriff auf Würzburg am 16. März 1945 wurde das Kino zerstört und nicht wieder aufgebaut.

Heutige Nutzung[Bearbeiten]

Heute befindet sich der Ein-Euro-Discounter TEDi an dieser Stelle.

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

  • Margit Maier: Das Geschäft mit den Träumen. Kinokultur in Würzburg. Verlag Königshausen & Neumann GmbH, Würzburg 2009
  • Werner Dettelbacher: Damals in Würzburg. Bilddokumente aus der Zeit von 1914-1945. Stürtz Verlag, Würzburg 1982, S. 56

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Würzburger General-Anzeiger vom 7. Januar 1911
  2. Werner Dettelbacher: Damals in Würzburg. Bilddokumente aus der Zeit von 1914-1945. Stürtz Verlag, Würzburg 1982, S. 56

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

Ehemaliger Standort
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