Josef Martin

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Prof. Dr. Josef Martin

Prof. Dr. Josef Martin (* 13. Januar 1884 in St. Ingbert; † 21. November 1973 in Würzburg) war klassischer Philologe und Professor an der Universität Würzburg.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Josef Martin studierte nach dem Abitur ab 1902 an der Universität München zunächst katholische Theologie, wechselte dann aber zur Klassischen Philologie, studierte dann von 1905 bis 1907 in Würzburg und dann wieder in München, wo er 1908 das Lehramtsexamen ablegte und als Gymnasiallehrer tätig war.

Nach Kriegsende war Martin zunächst Gymnasiallehrer und habilitierte sich 1921 an der Universität Würzburg. 1922 wurde er in Würzburg zum planmäßigen außerordentlichen Professor und 1933 als Nachfolger von Carl Hosius zum ordentlichen Professor ernannt. Martin hatte den Lehrstuhl für Klassische Philologie bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1952 inne.

Zeit des Nationalsozialismus[Bearbeiten]

Während der Zeit des Nationalsozialismus bis 1945 war er gegenüber dem neuen System zu keinem Entgegenkommen bereit und versuchte den Studenten die Fähigkeit der Sensibilität gegenüber jeder Form der Demagogie zu vermitteln.

Rektor der Universität[Bearbeiten]

Nachdem sich die nach 1945 verbliebenen Universitätsangehörigen zu einer Wiederaufnahme der Lehrtätigkeit entschlossen hatten, berief die amerikanische Militärregierung Josef Martin im Sommer 1945 in das Amt des Rektors. Dieser lehnte den Auftrag jedoch ab und betonte, er werde die Universität nur vertreten, wenn dieses Amt das Ergebnis einer rechtmäßigen akademischen Wahl sei. Die Militärregierung erkannte diesen Standpunkt an und Martin wurde schließlich nach ordnungsgemäßer Wahl Rektor der Universität und sollte dieses Amt während der schwersten Jahre des Wiederaufbaus bis 1948 innehaben. Mit großem Verhandlungsgeschick und unerschütterlicher Ruhe legte er den Grundstein für den Wiederaufbau der Universität. Häufig wird ihm daher der Titel eines zweiten Gründers der Universität Würzburg angetragen.

Senator im Bayerischen Senat[Bearbeiten]

Martin war außerdem 1946 Mitglied des Bayerischen Beratenden Landesausschusses und von 1947 bis 1949 Mitglied des Bayerischen Senats.

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Mitgliedschaften[Bearbeiten]

Martin war als Student in Würzburg Mitglied der K.St.V. Normannia Würzburg, später wurde er Ehrenphilister der K.St.V. Rheno-Frankonia.

Posthume Würdigung[Bearbeiten]

Es wurde ein Weg im Campus Hubland Nord, dem künftigen Stadtteil Hubland der Josef-Martin-Weg nach ihm benannt.

Siehe auch[Bearbeiten]